Wie Sie Ihr Kind auch ohne Worte verstehen und beruhigen können,
Ratingen 2003 (Oberstebrink ElternBibliothek),
ISBN-10: 3-934333-07-9
ISBN-13: 978-3934333079

Bewertung: 4 von 5 Raben

Joachim Bensel ist Mitinhaber der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie und er erforscht Probleme der kindlichen Verhaltensentwicklung – so kann man auf der Rückseite des Buches lesen. Jedes Baby schreit, mal mehr, mal weniger. Und so richtet sich das Buch nicht nur an Eltern mit „Schreibabys“ oder „Babys mit besonderen Bedürfnissen“, sondern an alle (werdenden!) Eltern. Wichtig ist dem Autor nämlich die Prävention und den Eltern den Blick zu eröffnen auf das, was in so einem kleinen Wesen vorgehen kann.
Ähnlich wie die anderen Bücher aus der Reihe des Verlages, werden die Informationen übersichtlich dargestellt: Vorab erfährt man, worum es in den jeweiligen Kapiteln geht, zum Abschluss finden sich knappe Zusammenfassungen. Wichtige Zitate werden hervorgehoben. Infotexte in farbig unterlegten Kästen und Fotos lockern das Ganze auf. Wichtige Adressen und Literaturhinweise finden sich im farbigen Anhang.
Von der formalen Seite wird also alles getan, um gestressten Eltern von Neugeborenen die Lektüre so einfach wie möglich zu machen. Das ist schon mal ein großer Pluspunkt.

Nun aber zur inhaltlichen Seite. Ich kannte bis jetzt nur ein Buch aus diesem Verlag wirklich gut („Jedes Kind kann schlafen lernen“, aktuell erscheint es in einem anderen Verlag). Meine Erwartungen waren dementsprechend niedrig. Je mehr ich jedoch im Buch las, desto stärker überzeugte es mich. Bensel will den Eltern nicht einen Weg vorgeben, sondern sie stärken, ihre eigenen Entscheidungen wohlbegründet zu treffen. Dabei gelingt es ihm sehr gut, die Bedürfnisse des Neugeborenen in den Fokus zu rücken und ermutigt die Eltern, auch Modelle zu übernehmen, die sich vom westlich geprägten Betreuungsstil wesentlich unterscheiden. Als Beispiel für „ursprüngliche Betreuungspraktiken“ nennt er die !Kung-San aus Südafrika, deren Kinder so gut wie nie schreien. Mit vielen Ammenmärchen (Dreimonatskoliken, Verwöhnen des Babys bei zu häufigem Stillen/Tragen, Ängsten vor dem Familienbett – um nur einige zu nennen) räumt Bensel auf. Dabei geht er jedoch behutsam vor, so dass auch Eltern, die von Tragetuch und Familienbett wenig halten, nicht verdammt werden. Er möchte eben die Perspektive vergrößern und Eltern ermutigen, die verunsichert sind durch Äußerungen von Verwandten und oder Fachleuten.
Wichtig finde ich, dass Bensel auch die Schwangerschaft und das Wochenbett als entscheidende Faktoren berücksichtigt. Aufschlussreich z.B. sind seine Ausführungen dazu, dass Frauen, die außerklinisch oder ambulant geboren haben, wesentlich seltener an „Heultagen“ litten und sich wesentlich kompetenter im Umgang mit ihrem Baby fühlten. Und hier sind nun auch weniger Schreibabys zu finden. Dies sollte den Verantwortlichen in den Kliniken zu denken geben.
Aber auch wenn das Baby wirklich ein exzessives Schreibaby ist, hilft das Buch: Eltern können anhand eines Musterbogens das Verhalten ihres Babys protokollieren und so Zusammenhänge feststellen. Außerdem macht Bensel den Eltern Mut: Das exzessive ist nur eine Phase, wenn auch eine besonders anstrengende. Er betont aber auch das Positive: Schreiende Babys sind „lebenshungrig und vital“ und später nicht schwieriger als andere Kinder. In Kiga oder Schule kann man sie nicht mehr von anderen Kindern unterscheiden. Bensel wirkt so einer Stigmatisierung dieser Kinder – die das ganze Familiensystem betrifft – entgegen. Zudem enthält das Buch auch einige Tipps, um den Familienalltag mit Schreibaby besser zu bewältigen und diese schwierige Phase zu überstehen.

Es gibt nur ein paar Kleinigkeiten, die mich davon abhalten, diesem Buch fünf Raben zu geben:
– eine Blanko-Kopiervorlage des Musterprotokolls wäre sehr sinnvoll,
– es sind nur wenige hilfreiche Webseiten und die nur über die Adressenliste zu finden,
– schleierhaft ist mir, warum das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ in der Literaturliste Erwähnung findet,
– und abschließend: Auch das Bedürfnis zu urinieren, kann Ursache von Quengeln und Schreien sein. Näheres dazu findet man hier: Informationen zu Windelfrei
Alles in allem also vier Raben.
Astrid Ahlers

Bewertung: 4 von 5 Raben

La Leche League Schweiz (1999)
ISBN-10: 390667505X
ISBN-13: 978-3906675053

Bewertung: 5 von 5 Raben

Ein kleines Buch im Postkartenformat, das ich soeben zu meinem Lieblingsratgeber erkoren habe! Es enthält genau die Tipps, die ich gerne gehört hätte, als ich Mutter geworden bin und vor lauter gutgemeinten Ratschlägen nicht wusste, wohin. Das Geniale daran: Die in den meisten Fällen wohl ohnehin erschöpfte und nicht unbedingt lesefreudige Mutter muss sich nicht durch einen dicken Wälzer mit langen Kapiteln und versteckten Informationen durcharbeiten, sondern findet kurze & prägnante Weisheiten (in Großdruck – nicht mehr als ein bis zwei Sätze pro Seite), aufgelockert durch ein paar lustige Strichmännchenzeichnungen.
Neben alltagspraktischen Hinweisen (Tipp 17: „Trage während der ersten Lebenswoche deines Kindes tagsüber deinen Bademantel. Dies wird Besucher davon abhalten, zu lange zu bleiben.“, Tipp 65: „Versuche deine Reaktionen umso sanfter zu gestalten, je müder oder ärgerlicher du wirst. Das hilft.“) findet sich auch Lebensphilosophisches (Tipp 80: „Das erste Baby einer Familie ist wirklich mutig, als Erstes zu kommen: Es bringt seiner Mutter die Kunst des Mutterseins bei.“) und natürlich Hinweise zum Stillen, Familienbett und Tragen.
Ich könnte eigentlich jeden einzelnen der 101 Tipps hier zitieren, weil ich sie alle so gut auf den Punkt gebracht finde. Auf jeden Fall bekommt ab jetzt jede meiner Bekannten, die ein Kind erwartet, dieses Buch von mir geschenkt: So kann ich die wichtigsten „Rabeneltern-Grundregeln“ unter die Leute bringen, ohne mich als allzu missionarisch outen zu müssen ;-). Diskreter und unverfänglicher kriege ich meine Überzeugungen nie an die Frau!!!

(Ach ja: Auf Englisch gibt es so ein ähnliches Buch auch für Väter: „Fatherwise: 101 tips for a new father„. Ob die deutsche Übersetzung schon erhältlich ist, weiß ich nicht.)
Molly

Bewertung: 5 von 5 Raben

Beziehung statt Erziehung
Books on Demand (Anahita); Auflage: 2. A. (Juli 2006),
rezensiert wurde die 1. Aufl. 2004
ISBN-10: 3937797106
ISBN-13: 978-3937797106

Verlag: tologo Verlag; Auflage: 3 (1. Juli 2010)
ISBN-10: 393779722X
ISBN-13: 978-3937797229

Bewertung: 5 von 5 Raben

Julia Dibbern räumt auf mit Ammenmärchen! Und dies tut sie in einem solchen Maße, dass es selbst einigen von uns „Rabenmüttern“ schon fast „extrem“ vorkommen mag. Doch die Autorin ist gern „extrem“, wenn dieser Begriff ihre Art des Umgangs mit ihrem Kind beschreibt, denn das Ergebnis, ihr geborgenes Baby, gibt ihr Recht in dem was sie tut. Sie hört auf ihr Herz und in erster Linie auf ihr Kind. Es ist so einfach, seinem Kind voll und ganz zu vertrauen und durch das Vertrauen des Kindes das Richtige für dessen Wohl zu tun, wenn man sich von gängigen Meinungen, dem eigenen Erleben in der Kindheit und gesellschaftlichen „Normen“ gelöst hat. Die Autorin plädiert dafür, dass Kinder instinktiv wissen, was sie brauchen und es uns mitteilen. Der Schlüssel ist die Kommunikation, die wir in einigen Bereichen wieder neu erlernen müssen. Ob es nun darum geht, wann das Baby Hunger hat, wieviel Nähe es braucht oder ob es seinen Frust in den Armen der Eltern loswerden will, für alle Bedürfnisse gibt es eine Ausdrucksweise und eine Art, damit umzugehen, sodass sich das Kind ideal entwickeln kann. In „Geborgene Babys“ wird (werdenden) Eltern durch viele Erfahrungsberichte (der Autorin und anderer Eltern) veranschaulicht, wie gut wir auch (oder gerade!) ohne den ganzen „Industriekram“ auskommen und dafür sorgen können, dass unsere Babys glücklich sind und sich geborgen fühlen. Ein explizites Beispiel dafür ist u.a. das Kapitel „Windelfrei!“, in dem erklärt wird, warum Babys keine Windeln brauchen. Alles, was wir fürŽs Elternsein benötigen, tragen wir in uns. Auch wenn nicht jeder mit der Vorgehensweise der Autorin gleicher Meinung ist und für sich entscheidet, einen anderen Weg zu gehen, finde ich ihre Sicht der Dinge anregend und diskussionswürdig. Je mehr Menschen sich mit Alternativen auseinandersetzen und erkennen, dass nicht immer gut ist, was „alle so machen“, desto eher wird an veralteten und eingerosteten Verhaltensmustern gerüttelt und etwas verändert. „Geborgene Babys“ enthält jedenfalls einige Aspekte, die viele LeserInnen überraschen und hoffentlich zum Nachdenken (und -ahmen?) anregen werden. Sehr schön finde ich die unterschiedlichen Geburtsberichte, besonders interessant den Bericht über eine „Lotusgeburt“. Ich habe das Buch förmlich verschlungen und wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen! Vielleicht tauschen wir unsere Meinung darüber mal im Rabeneltern-Forum aus… Smile
Nana

Bewertung: 5 von 5 Raben

Was wir von Müttern aus aller Welt lernen können.
Beltz (1. August 1998)
ISBN-10: 3407857519
ISBN-13: 978-3407857514
Das Buch ist vergriffen und nur noch gebraucht erhältlich (z.B. über den obenstehenden Link), es ist allerdings unter dem neuen Titel „Babycare International – Tips und Tricks aus aller Welt“ als e-book (Kindle-Version) neu aufgelegt worden.

Bewertung: 5 von 5 Raben

Renée Holler hat Ethnologie studiert und lange Jahre im Ausland gelebt. Sie durchforstete Fachliteratur und führte Interviews mit Müttern aus aller Welt, um herauszufinden, wie andere Kulturen mit ihren Kindern umgehen.
Dieses Buch liest sich sehr gut (es ist keine wissenschaftliche Abhandlung!). Ihre Ergebnisse hat Renée Holler in Kapitel zu den Themen Ernährung, Pflege, Schlaf, Unterwegssein etc. zusammengefasst. Sie will nicht erreichen, dass wir in der westlichen Kultur alles über Bord werfen und unsere Kinder wie die der Navajo-Indianer erziehen. Vielmehr ist es ihr Ziel, Eltern zu einer größeren Toleranz anderen Methoden gegenüber zu bewegen. Es gibt eben noch andere Methoden. Und wenn der Rat der Schwiegermutter nicht hilft oder zu altmodisch erscheint, dann kann man in diesem Buch Anregungen bekommen. Auch will Holler den Eltern, die mit ihrem Kind anders umgehen, als es in westlichen Industrienationen üblich ist, den Rücken stärken. Denn viele laufen mit einem schlechten Gewissen herum, weil ihr Kind z.B. in ihrem Bett schläft. Der Blick auf andere Kulturen ist nicht die große Problemlösung, lässt aber oft auch unsere Kultur in einem kalten Licht erscheinen (wenn z.B. Mütter in der Südsee als schlecht gelten, wenn sie sich nicht sofort um ihr schreiendes Kind kümmern, während es hier oft heißt: Die Kleine muss lernen, dass man nicht sofort kommt.)
Alles in allem ein sehr gutes Buch, das auch sehr gut als Geschenk zur Geburt zu empfehlen ist. Es ersetzt aber keinen Stillratgeber o.ä., weil die Fakten doch oft etwas oberflächlich sind.
Astrid Ahlers

Bewertung: 5 von 5 Raben

Anleitung für Ungeübte, garantiert ohne Schnickschnack.

Gräfe und Unzer Verlag, 2012
162 Seiten
ISBN-10: 3833824018
ISBN-13: 978-3833824012

Bewertung: 5 von 5 Raben

Dieser Babyratgeber will anders sein und ist anders. Bereits die Aufmachung mit kaschierter Spiralbindung und rohpappenem Umschlag außen sowie klar strukturierten, nicht zu bleiwüstig bedruckten Seiten, auf denen das Wesentliche farbig hervorgehoben ist, unterscheiden ihn wohltuend von den zahlreichen überfrachteten, Babybilder-Heilewelt-suggerierenden Konkurrenzprodukten.

Das Inhaltsverzeichnis weist hingegen auf den ersten Blick die Standards aus: Ernährung, Pflege, Gesundheit, Schlafen… Klar, denn das ist genau das, worüber die frischgebackenen Eltern informiert werden wollen. Aber ein zweiter Blick auf das Inhaltsverzeichnis zeigt schon, hier wird der Fokus anders gesetzt. Das erste Kapiel heißt: „Willkommen, Baby“ und beginnt mit Tipps, die dem Baby beim Ankommen in der Welt helfen. Auf der ersten Seite finden wir in klarer Sprache die Hinweise darauf, dass das Baby nicht sofort abgenabelt gehört, die Käseschmiere erstmal dranbleiben kann und es bald an die Brust soll, damit der Start gelingt. Bald folgt ein Kasten mit Bonding-Strategien, in denen das Rooming in, das häufige Stillen und das Tragen aufgeführt sind.

Auch die weiteren Kapitel beginnen mit dem, was den Rabeneltern gemeinhin wichtig ist, aber noch längst nicht Konsens in Krankenhäusern, unter Hebammen und Ärzten oder gar in der breiten Elternschaft: Zum Thema Ernährung wird zunächst das Stillen, dann das Fläschchen aufgeführt. Bei Gesundheit werden die Vorsorge-Untersuchungen erklärt, aber das Thema Impfen durchaus offen ambivalent angegangen. Im „Unterwegs“-Kapitel findet sich zwar ein stilisierter Kinderwagen als Logo, aber die verschiedenen Tragemöglichkeiten werden an erster Stelle und sehr ausführlich erörtert.

Im „Schlafen“-Kapitel wird das Einschlafbegleiten durchaus auch aus dem Tragetuch heraus als einfachster Weg beschrieben, das Familienbett mit dem Satz: „Möglichst nah aneinander dran zu schlafen, macht die Nächte schlagartig leichter“ als Selbstverständlichkeit dargestellt und ein Info-Kasten räumt auf mit dem Märchen, man könne sein Baby verwöhnen. Dieser Punkt wird auf wohltuende Weise nochmals aufgegriffen, wenn es ums Weinen und Trösten geht: Nora Imlau stellt heraus, dass das Weinen für ein Baby sehr kraftaufwendig ist und daher allein schon „ehrlich“ sein muss. Ebenso betont sie, dass ein Baby gar nicht strategisch manipulierend schreien kann. Insofern sei es unabdingbar, dass Eltern sich sofort um ihr schreiendes Baby kümmern. An dieser Stelle sei aber auch hervorgehoben, dass Imlau durchaus differenziert zwischen den Bedürfnissen der Kinder und der Eltern und auch letztere ernstnimmt: Dass ältere Kinder durchaus strategisch weinen können und Eltern dies durchschauen dürfen, nennt sie ebenso, wie sie im Kapitel „Schlafen“ dem Elternbedürfnis mit guten Tipps Rechnung trägt, die irgendwann befinden, dass sich an der Familienbettsituation etwas ändern muss.

Das Schlusskapitel widmet die Autorin den Eltern, die auch mit Kind noch ein Paar sind und wieder zum Paarsein zurückfinden dürfen und sollen, dabei aber auch gute Eltern und autarke Erwachsene sein möchten.

Nora Imlau hat für ihr Buch lange und ausführlich bei den Rabeneltern mitdiskutiert und immer wieder Leseproben zur Diskussion gestellt. Dieses sorgfältige Vorgehen merkt man dem Buch an, ebenso wie der rabenelterliche Geist, der hindurchweht.

Fazit: Ein Baby-Anfänger-Buch, das man guten Gewissens empfehlen kann. Fünf Raben!

Bewertung: 5 von 5 Raben

Aoide

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Liebevolle Lösungen, damit Ihr Baby ruhiger schläft und weniger weint

Gräfe und Unzer (GU), München 2013
ISBN: 978-3833833199

Bewertung: 5 von 5 Raben
Nora Imlau, die vielen bekannt ist als Autorin für die Zeitschrift „Eltern“ und auch schon einige Ratgeber für Eltern geschrieben hat, legt dieses Buch vor, das man als Einführung in das Attachment Parenting (dt. etwa. Bedürfnisorientierte Erziehung) bezeichnen könnte.

In sieben Kapiteln, die sich jeweils einem Geheimnis widmen, geht Nora Imlau auf die Grundlagen dieser Erziehungs- (oder: Beziehungs-)weise ein.
Ziel aller sieben Geheimnisse ist die Stärkung der Eltern-Kind-Bindung, die wichtig ist als Fundament für das ganze weitere Leben.

1. „Liebevoll begrüßen“
Hier geht es um Schwangerschaft, Geburt und das frühe Wochenbett. Medizinische Details werden nur am Rand gestreift. Im Fokus sind eher psychologische Aufgaben: Sich anfreunden mit der Rolle als Eltern, sich darüber klar werden, das mit der Elternschaft eine lebenslange, verbindliche Beziehung einhergeht. Wichtig sei hier die Begleitung der Schwangerschaft durch eine Hebamme. Auch die Geburt und das erste Kennenlernen zu Hause während der Wochenbettzeit werden behandelt. Die Autorin betont, wie wichtig diese erste Zeit als Basis für eine gute Bindung sei.

2. „Mamas gute Milch“
Stillen ist Imlau ein Herzensanliegen, daher geht geht sie darauf auch ausführlicher ein als auf die Fläschchenernährung. Wichtige Tipps für den Anfang der Stillzeit findet man ebenso wie Hilfe bei Problemen und Hinweise auf Stillberaterinnen. Auch Grundlagen der ersten Beikost werden in diesem Kapitel erläutert  (z.B. Fingerfood als Alternative zum Brei). Auch hier liegt der Fokus auf dem Vertrauen. Beim Thema Fläschchen betont die Autorin, dass auch dort die Nähe zum Baby essenziell sei.

3. „Gemeinsam schlafen“
Auch hier steht die Nähe zwischen Eltern und Kindern im Mittelpunkt. Dabei macht die Autorin einen kleinen Abstecher zu unseren Vorfahren, die als Nomaden lebten, um so zu erklären, warum Einschlafen mit Begleitung am besten klappt. Der Angst vor dem Verwöhnen tritt sie entgegen und hält ein Plädoyer für das Familienbett.

4. „Babys verstehen“
Babys sind unterschiedlich und von Beginn an Persönlichkeiten. Für Eltern dauert es einige Zeit, bis die Kommunikation mit dem Baby klappt und man seine Signale deuten kann. Blickkontakt und körperliche Nähe seien dafür wichtig. Daher der Tipp, auch im Kinderwagen auf Blickkontakt zu achten. Schreien wird ganz klar als Alarmsignal verstanden. Auch wenn die Gründe für das Schreien unklar sind, gibt die Autorin einige Tipps, wie man mit dieser Situation umgehen kann.

5. „Ins Leben tragen“
Das Tragen des Babys am eigenen Körper vermittelt kuschelige Nähe und eine für das Baby beruhigende Atmosphäre. Um den Alltag besser zu bewältigen, verweist die Autorin hier auf gute Tragehilfen und Tragetücher. Der Hinweis auf Trageberaterinnen fehlt ebenso wenig wie der auf die Förderung der körperlichen Entwicklung.

6. „Liebevoll betreuen“
Für das Kind sind nicht nur die Eltern wichtig, sondern auch andere Betreuungspersonen. Wichtig ist der Autorin eine sanfte Eingewöhnung und das Vertrauen in die Betreuungspersonen. Viele Modelle der ergänzenden Betreuung seien möglich.

7. „Zufriedene Eltern“
Gerade Eltern, denen die Bindung zum Kind wichtig ist, gehen manchmal über ihre eigenen Bedürfnisse hinweg, man muss daher unterscheiden zwischen Bedürfnissen und Wünschen des Kindes: Bedürfnisse sollten erfüllt werden, Wünsche nur bedingt.

Fazit:
Dieses Buch ist sehr empfehlenswert für junge Eltern, die ihr erstes Kind erwarten und etwas über das Modell des „Attachment Parenting“ erfahren wollen.
Besonders positiv fiel mir ins Auge, dass Nora Imlau keine Patentrezepte befürwortet, sondern immer wieder die Eltern ermutigt, Wege zu gehen, die zur individuellen Lebenssituation passen. So verurteilt sie nie voreilig, sondern formuliert Checklisten, mit denen die Eltern Situationen besser einschätzen können.
Auch gestalterisch macht das Buch einen liebevollen Eindruck: Der Stil ist flüssig, kleine Anekdoten aus dem Familienleben der Autorin oder ihrem Umfeld füllen das Buch mit Leben. Schöne Schwarzweiß-Fotos lockern den Text ebenso auf wie kleine Infokästen oder Checklisten. So können auch Eltern mit wenig Zeit das Wesentliche schnell erfassen.
Ein ausführliches Stichwortregister am Ende des Buches erleichtert die Lektüre. Die Literaturliste ist knapp, nennt aber die wichtigsten Titel, auch Hinweise auf Webseiten fehlen nicht.

Von mir daher fünf Raben für die knapp 200 Seiten.

Bewertung: 5 von 5 Raben
Astrid Ahlers für rabeneltern.org

Verlag: Kösel (2008)
ISBN-10: 3466345219
ISBN-13: 978-3466345212

Bewertung: 5 von 5 Raben

Frau Kirkilionis, vielen bekannt durch das Buch „Ein Baby will getragen sein“ greift in ihrem neuen Ratgeber das Thema Bindung auf.

Eingangs wird das Bindungskonzept und seine Bedeutung für die psychische und neuronale Entwicklung erläutert. Es folgt ein Abriss über die Voraussetzungen für eine gelungene Bindung (Stichwort elterliche Feinfühligkeit). Hier werden unter anderem die wichtigsten Basics zu den Themen Schwangerschaft-Geburt-Wochenbett-Stillen-Tragen-Schlafen auf Grundlage der neuesten (und gleichzeitig sehr, sehr alten (o; ) Erkenntnisse vermittelt.

Im letzten Kapitel widmet sich die Autorin den Schwierigkeiten, die einem günstigen Bindungsaufbau im Weg stehen können. Es geht konkret um die Vereinbarung von Wunsch und Wirklichkeit im Umgang mit dem Säugling, um Schreibabys, um die Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung und um die besonderen Anforderungen an die Eltern von Frühchen.

Dieses Buch ist die Antwort auf die Frage: Was schenke ich meiner Freundin zur Geburt, ohne zu missionarisch zu wirken? (o;

Von mir fünf Raben und die Hoffnung, dass „Bindung stärkt“ von sehr vielen Eltern gelesen wird.
Sandra Deuble

Bewertung: 5 von 5 Raben

Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit.
C.H.Beck, Taschenbuch, 5. Aufl. (August 1999)
ISBN-10: 340645724X
ISBN-13: 978-3406457241

Bewertung: 3 von 5 Raben

Jean Liedloff beschreibt ihre Reisen zu südamerikanischen Naturvölkern, deren Kinder ihr wesentlich ausgeglichener und glücklicher zu sein scheinen, als es die amerikanischen Kinder ihrer Zeit (das Buch erschien in den 60ern zum ersten Mal) anscheinend waren. Sie sucht nach den Ursachen und entdeckt als Hauptansatzpunkt das Tragen am Körper und die Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder einfach dabei sind, ohne im Mittelpunkt zu stehen. Auch die positiven Erwartungen, die die Indianer-Eltern in ihre Kinder setzen und aus denen dann zwangsläufig das erwartete Verhalten folgen soll, ist ein Kernpunkt.
Aus diesem Buch heraus wurde das Continuum-Concept entwickelt, das ich persönlich in weiten Teilen für gut halte. Auch das Buch würde ich als unbedingt lesenswert bezeichnen, nicht ohne aber ein paar ernste Kritikpunkte anbringen zu wollen.
Irgendwann im Laufe des Lesens hatte ich das Gefühl, in einer Endlosschleife gelandet zu sein, weil alles immer wieder auf das Tragen zurückgeführt wurde und keine neuen, schon gar nicht in irgendeiner Weise beweisbaren Erkenntnisse dabei herauskamen. Auch halte ich es für problematisch, das Leben der südamerikanischen Indianer allzu stark auf das unsere zu übertragen. Ich habe zum Beispiel die Vermutung, dass das einzelne Individuum, sollte es tatsächlich mal aus der Norm auch der dortigen Erwartungen herausfallen, nicht so viel wert ist wie bei uns. Nur eine Hypothese, jedenfalls würde ich mein Kind trotz Liedloffs Beobachtungen, dass das völlig unproblematisch sei, nicht neben dem Abhang oder dem Feuer spielen lassen. Mein Sohn ist schon allzu oft irgendwo heruntergefallen, obwohl ich es nicht erwartet habe…
In der damaligen Zeit, als die Empfehlungen noch dahin gingen, das Kind den ganzen Tag in seinem Bett liegen zu lassen und nur beim Füttern und Wickeln sich mit ihm zu beschäftigen, war Liedloffs Werk aber sicher bahnbrechend und auch heute kann man ihm wertvolle Anregungen entnehmen, ohne dass man in allen Punkten Liedloff zustimmen muss.
Juli

Bewertung: 3 von 5 Raben

Selbstbewusstsein und Selbständigkeit von Kindern fördern.
Kreuz-Verlag (2001)
ISBN-10: 3783120551
ISBN-13: 978-3783120554

Beltz; Auflage: Nachdruck (März 2007)
ISBN-10: 3407228686
ISBN-13: 978-3407228680

Verlag: Beltz; Auflage: 5., aktualisierte und überarbeitete (2. September 2013)
ISBN-10: 3407859805
ISBN-13: 978-3407859808

Bewertung: 3 von 5 Raben

Die Autorin, dreifache Mutter, hat mit diesem Buch einen sehr anschaulichen und leicht verständlichen „Elternratgeber“ geschrieben, der sich von gängigen Erziehungsmethoden distanziert und Eltern dazu rät, mehr auf ihr Gefühl und die Fähigkeiten ihres Babys/Kindes zu vertrauen. Wer Jean Liedloff (s.o.) gelesen hat, wird hier einiges wiederentdecken. Rita Messmer setzt dem heutigen Bild, das viele Menschen von Kindern haben, ein völlig anderes entgegen: Das Baby/Kleinkind, das schon Selbstverantwortung zeigt, verhält sich kommunikativ und kooperativ, begreift weit mehr, als oft gedacht, sofern wir seine Anlagen richtig verstehen und fördern. Sie geht von den Grundbedürfnissen des Säuglings aus und erklärt anhand von Beispielen aus ihrer eigenen Erfahrung und der von Bekannten, wie wir diese Grundbedürfnisse wahrnehmen, richtig deuten und darauf reagieren können, wie wir die Fähigkeiten unserer Kinder fördern, statt sie zu bremsen. Sehr wichtig finde ich den Aspekt der „sensiblen Phasen“: Die Autorin erklärt, dass es für jede Entwicklungsphase im Leben sensible Zeitabschnitte gibt, in denen bestimmte Fähigkeiten besonders leicht erlernt werden. Wird eine solche Phase verpasst und eine Sache nicht gelernt, so wird das Kind diesen Lernschritt viel später auf intellektuelle Weise (d.h. über Einsicht) nachholen müssen, wobei der intellektuelle Weg durch viele Faktoren gestört/blockiert werden kann. Ein Beispiel: Sauberkeit. Das Baby kommt mit der Fähigkeit auf die Welt, uns durch sein Verhalten zu signalisieren, wenn es muss. Wird darauf nicht eingegangen (weil das in den Augen unserer Kultur inkontinente Baby sich seiner Ausscheidungen nicht bewusst ist und daher ständig in Windeln gepackt wird), verlernt das Kind innerhalb der ersten Monate, diesbezüglich Signale zu geben und muss Monate oder gar Jahre später das Sauberwerden auf intellektuelle Weise erlernen. Ein weiterer sehr entscheidender Punkt im Leben mit Kindern ist der Umgang mit Gefahrenquellen. Hier veranschaulicht die Autorin sehr eindrücklich, dass schon die Kleinsten sehr wohl mit Gefahren umzugehen wissen und dies im Rahmen ihrer Fähigkeiten auch sollen. Eine Umgebung, in der sämtliche Gefahren vom Kind ferngehalten werden, ist für die Entwicklung des Kindes keineswegs von Vorteil, sondern spiegelt eine falsche Wirklichkeit wider. Das Kind lernt in einer solchen fälschlicherweise oft als „kindgerecht“ verstandenen Umgebung nicht, seine eigenen Fähigkeiten einzuschätzen und mit Gefahren adäquat umzugehen. Hier ist es wie mit den sensiblen Phasen: Das Kind muss zu einem späteren Zeitpunkt verpasste Erfahrungen nachholen, was sehr schnell zu fatalen Unfällen führen kann.
Das Buch ist gut gegliedert, was ein nochmaliges Nachlesen einzelner Themenbereiche sehr vereinfacht. „Ihr Baby kann’s“ erscheint mir ein sehr treffender Titel für dieses Elternbuch, welches ich grundsätzlich gern empfehle. Allerdings bin ich nicht mit allem wirklich einverstanden, z.B. was die Abschnitte über’s Essen, Schlafen und die Konsequenz angeht. Hier widerspricht sich die Autorin in manchen Punkten und lässt nur eine etwas einseitige Meinung gelten. Zum Beispiel im Abschnitt „Wie man Grenzen setzt: Das Einschlafproblem“ ist Vorsicht geboten: Hier greift sie leider eine Methode auf (obwohl Methoden ansich in diesem Buch doch eher abgelehnt werden!?), die irgendwie an eine sanfte Variante von „Jedes Kind kann…“ erinnert. Auch unterstellt die Autorin indirekt einem etwa 10 Monate alten Baby manipulatives Verhalten und beschreibt das „Einschlafproblem“ als ein typisches Verhalten von Kindern in diesem Alter. Sicher hat sie Recht, wenn sie dafür plädiert, dass Eltern ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und ihren Kindern Grenzen setzen sollen, aber dafür gibt es weitaus bessere Beispiele. Daher von mir, für dieses ansonsten sehr wichtige Buch, zwei Raben Abzug.
Nana

Bewertung: 3 von 5 Raben

Was dir dein Baby sagen will.
Heyne (Juni 1998)
ISBN-10: 3453141288
ISBN-13: 978-3453141285

Bewertung: 4 von 5 Raben

Sowohl Titel, als auch Verlag lassen bei mir alle Alarmglocken läuten. In diesem Fall zu Unrecht. Der Autor Desmond Morris, 1928 in England geboren, ist Zoologe und Verhaltensforscher.
Sein Blickwinkel ist interessant, weil er immer wieder die Parallele zieht zu unseren biologischen Verwandten, den Säugetieren. Gleich das Anfangskapitel – Wie kommen Babys auf die Welt? – gibt einen Überblick, wie Babys in der sogenannten Urgesellschaft früher und heute noch in den sog. Naturvölkern zur Welt kamen und kommen. Der Vergleich zur heutigen modernen Welt zeigt, wie sehr sich die Umstände, unter denen Frauen gebären müssen, zum schlechteren entwickelt haben. Diese Einschätzung beinhaltet jedoch keine grundsätzliche Ablehnung der medizinischen Technik.
Hier einige Zitate, die mich besonders berührten.
„Welche Milch ist für das Baby am besten?“ Morris sagt dazu: „Diese Frage würde ein Biologe niemals stellen.“
Gesucht habe ich nach seiner Einstellung zum gemeinsamen Schlafen von Eltern und Kindern. Und gefunden habe ich dies: „Hauptsache im Arm von Mama J Nicht die Kuscheltiere sind unnatürlich, sondern die Angewohnheit, Kinder nachts alleine zu lassen.“
Und wie steht er zum Verwöhnen? „Verzogen wird ein Baby durch zu viel Disziplin, nicht durch Verhätscheln.“
Zum Schmunzeln, wenn es nicht so traurig wäre, auch seine Schlussfolgerung auf die Frage: Warum weinen Babys? Morris meint, weil sie mehr Grund dazu haben, als ihre biologischen Kollegen, die Affenkinder.

In den Kapiteln über das Stillen ist einiges zu kritisieren, z.B. behauptet Morris, dass kleinbrüstige Frauen im Durchschnitt mehr Milch hätten, als großbrüstige. Tja, Ammenmärchen lässt grüßen. Und, dass Stillen schneller wieder schlank machen würde, weil es kräftezehrender ist, als die Flasche zu geben, halte ich auch für ein Gerücht. Smile

Fazit:

Wer keine Lust hat, sich durch staubtrockene Sachbücher und -texte zu quälen, die zudem viel zu häufig eher die persönliche Weltanschauung des Autors/der Autorin wiedergeben, statt sich auf Fakten zu berufen, für den ist Babywatching eine informative und kurzweilige Lektüre, die sich angenehm vom zur Zeit vorherrschenden Trend abhebt, nämlich dem, sich bloß nicht von seinem kleinen Tyrannen die Butter vom Brot nehmen zu lassen.
Das Buch ist mit vielen, teilweise sehr schönen Fotos von Müttern und Kindern aus aller Welt illustriert. eulalie

Bewertung: 4 von 5 Raben

Die selbständige Bewegungsentwicklung des Kindes bis zum freien Gehen.
Richard Pflaum Vlg Gmbh; Auflage: 3. (2001)
ISBN-10: 379050842X
ISBN-13: 978-3790508420

Verlag: Richard Pflaum Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (14. Dezember 2018)
ISBN-10: 3790510688
ISBN-13: 978-3790510683

Das Buch umfasst 240 Seiten, die aufgeteilt sind in drei Hauptkapitel:

1. Untersuchungen zur selbständigen Bewegungsentwicklung
2. Ergänzende Materialien zur selbständigen Bewegungsentwicklung
3. Die grundlegenden Positionen und Bewegungen

Ich hatte mir von dem Buch recht viel versprochen, hatte ich doch schon öfter von Emmi Pikler und dem von ihr geführten Institut Loczy gehört. Um so mehr hat es mich enttäuscht. Laut Titelseite ist das Buch für Eltern und Therapeuten gedacht, was ich nicht nachvollziehen kann. Das Buch dokumentiert Piklers Arbeit im Institut und istützent als Lektüre für Eltern von sehr beschränktem Interesse.

Praktisch die Hälfte des Buches besteht aus Bildern von Babys und Kleinkindern beim Spielen, Laufen, Sitzen etc. und dem Kapitel 3, in dem die verschiedenen Begriffe der Bewegungsentwicklung (Bauchlage, seitlicher Ellbogenstütz etc) erklärt und mit Skizzen illustriert werden.

Auch im Rest des Buches wird vieles zur Bewegung sehr detailliert beschrieben; die daraus resultierenden Hinweise für Eltern dürften heute allerdings allgemein bekannt sein:

  • Babys / Kleinkindern bequeme Kleidung anziehen, die ihnen genügend Bewegungsfreiheit lässt
  • das Kind Bewegungen selbständig lernen lassen, also nicht hinsetzen, hinstellen etc. bevor es das von sich aus macht
  • bei der Pflege des Kindes ausgiebig Kontakt mit ihm aufnehmen, damit es von Anfang an selber mithelfen kann.

Im Prinzip plädiert sie dafür, das Kind von Anfang an ernst zu nehmen und ihm die Zeit zu lassen, sich in seinem eigenen Tempo zu entwickeln.

Total veraltet finde ich ihre Ansicht, dass man Babys, die sich nicht aufsetzen können, nur liegend tragen darf. Die Verwendung eines Tragetuches wäre damit ja ausgeschlossen. Ausserdem vermittelt sie den Eindruck, dass Kinder abgesehen von den Pflegezeiten den ganzen Tag alleine an einem ruhigen Ort verbringen sollten.

Dies ist sicher kein Buch, das man als Eltern unbedingt gelesen haben muss, zudem ist es in einem sehr trockenen Stil geschrieben und entsprechend langweilig zu lesen.
Justine

 

Bewertung: 3 von 5 Raben

Goldmann (Juli 1998)
ISBN-10: 3442161444
ISBN-13: 978-3442161447

Bewertung: 2 von 5 Raben

Ich hatte mir das Buch zur ersten Geburt gewünscht, aber inzwischen sehe ich es mit gemischten Gefühlen. Es ist natürlich hilfreich zu wissen, dass die Babys Entwicklungssprünge machen, und die Sprache des Buches soll ja auch die Eltern animieren, sich in das Kind hineinzuversetzen.

Für bedenklich halte ich aber – trotz mehrfacher Hinweise der Autoren, dass es sich nur um ungefähre Angaben handelt und nicht jedes Kind alles können muss – , dass dort quasi eine Art Naturgesetz postuliert wird, demzufolge alle Babys diese Entwicklungssprünge durchlaufen. Ich fühlte mich jedenfalls öfter verunsichert, wenn die im Buch beschriebenen Babys in Gabriels Alter Dinge taten und konnten, an die bei ihm erst viel (!) später zu denken war.
Roberta

Bewertung: 2 von 5 Raben

Die Beschreibung der Entwicklungssprünge finde ich sehr informativ und gelungen, auch wenn ich auch den Eindruck habe, einige Fähigkeiten werden da arg früh als erworben beschrieben.
Aber zwei Punkte stoßen mir richtig übel auf:

Bei den Eltern-Zitaten finden sich auch solche, die beschreiben, wie knapp vier Monate alte Kinder stundenlang schreiengelassen wurden (z. B. S. 137). Nicht, dass das nicht geschähe oder man das nicht zitieren dürfte – aber es gibt keine Anmerkung der Autoren, dass das nun wirklich keine gute Lösung des Problems ist, als Eltern mit dem kindlichen Nähebedürftnis oder mit unstillbarem Schreien nicht zurechtzukommen.

Und: Es wird beschrieben, wie man ebenfalls vier Monate alte Kinder in den mit Kissen gepolterten Hochstuhl oder sonstwie hinsetzen kann, auch wenn das Kind eigentlich noch nicht sitzen kann (S. 155). Im gleichen Alter ist davon die Rede, dass Kinder nun vom Teller der Eltern mitäßen und dass ihnen auch alles schmecke (S. 153) – beides finde ich ziemlich fahrlässig.

Ich beurteile das Buch daher eher zurückhaltend – manches ist gut, aber das muss man sich gut heraussuchen.
Henrietta

Bewertung: 2 von 5 Raben

La Leche League Schweiz (1998)
ISBN-10: 3906675041
ISBN-13: 978-3906675046

Bewertung: 5 von 5 Raben

Kurzbeschreibung:
Wie sollen wir mit einem schreienden Baby umgehen. Alle Eltern stellen sich diese Frage manchmal, Mütter und Väter von „24-Stunden-Babys“ stellen sie sich täglich. Ist Ihr Kind ein „Schreibaby“, übersensibel, intensiv, erschöpfend und fordert es Sie rund um die Uhr, dann haben Sie ein Baby mit starken Bedürfnissen, das besonders viel Geduld von Ihnen verlangt. Als Eltern eines „24-Stunden-Babys“ brauchen Sie Hilfe, Unterstützung und den Rat eines Experten. Dies alles bekommen Sie in diesem Buch.
Dr. William Sears ist Kinderarzt und Professor für Kinderheilkunde an der Universität von Südkalifornien. Dr. Sears und seine Frau Martha, eine aktive La Leche Liga Stillberaterin, sind Eltern von acht Kindern.

In diesem Buch beschreibt der Autor den Alltag mit Babys, die ihre Eltern bis an deren Grenzen fordern, da sie auch ohne erkennbare Gründe viel weinen und schreien und anscheinend nie zufriedenzustellen sind. Dr. Sears gibt viele Tipps, wie Eltern mit ihren unruhigen Kindern umgehen können. Indem er sie als besonders liebebedürftige Babys bezeichnet, hilft er auch, ihnen mit einer positiven Einstellung zu begegnen. Desweiteren hilft er mit einer Checkliste den Eltern dabei, Warnsignale für einen bevorstehenden Erschöpfungszustand zu erkennen und damit zu vermeiden. Insgesamt ist es ein von viel Liebe für Kinder gekennzeichnetes Buch, das geplagten Eltern scheinbar untröstbarer Babys eine unschätzbare Fülle an Verständnis und Tipps bringt.
Judith

Bewertung: 5 von 5 Raben

Piper Verlag, Auflage: 2. Aufl. 1994
ISBN-10: 3492118437
ISBN-13: 978-3492118439

Verlag: Piper Taschenbuch (1. Mai 2009)
ISBN-10: 3492263224
ISBN-13: 978-3492263221

Bewertung: 5 von 5 Raben

Was sieht, fühlt, erlebt ein Baby? Wie spürt es seinen Hunger? Wie nimmt es einen Sonnenflecken an der Wand war, wie die Augen seiner Eltern, das Verstreichen der Zeit, den Raum um sich herum? Wann beginnt es sich als ein „Ich“ zu fühlen? Daniel Stern ist Kinderpsychologe und beschäftigt sich vor allem mit der Frühentwicklung des Kindes. Er schildert die Entwicklung eines fiktiven Babys („Joey“) von der sechsten Woche bis zum vierten Lebensjahr. Dabei versucht er mit seinen oft poetischen Beschreibungen, der Tatsache gerecht zu werden, dass sich das Erleben von kleinen Kindern vor allem auf der Gefühlsebene abspielt. Anschliessend an die Beschreibungen zum jeweiligen Lebensalter fügt er jeweils einen analysierenden aber dennoch verständlichen und sehr interessanten Kommentar. Das Buch kann Eltern dabei helfen, die kindliche Wirklichkeit zu entziffern und ermutigt zum intensiven Austausch mit ihrem Kind.
Lotta

Bewertung: 5 von 5 Raben