Einschlafstillen ist ein wunderschönes Ritual, den Tag ausklingen zu lassen, zur Ruhe zu kommen und noch einmal ganz viel Nähe zu tanken. Schädliche Effekte gibt es nicht. Weder schläft das Kind schlechter noch kann es dehalb nur von seiner Mutter ins Bett gebracht werden. Ob das Kind nachts häufiger aufwacht und wie leicht es dann wieder in den Schlaf findet, hängt nicht von der Einschlafsituation ab, sondern ist eine Frage der Reife. Ein Kind, das von seiner Mutter in den Schlaf gestillt wird, kann mit seinem Vater oder in der familienergänzenden Betreuung ein ganz eigenes Einschlafritual entwickeln. Und zu Hause beim abendlichen Einschlafstillen kann es dann nochmal eine Extraportion Mama tanken. Schäden für die Zähne sind nicht zu befürchten, wie man hier nachlesen kann: Stillen und Zahngesundheit

Diese Meinung ist in Deutschland immer noch sehr verbreitet. Selbst (Kinder)-Ärzte, Psychologen oder Hebammen verunsichern junge Eltern sehr mit dieser absurden Behauptung. Richtig ist, dass das menschliche Baby ohne Fürsorge der Eltern nicht überlebensfähig wäre. In „freier Wildbahn“ wäre ein Baby, das nicht weint, wenn es sich allein wiederfindet, verloren, und diese Instinkte existieren auch trotz kulturell bedingten abweichenden Erwartungen weiter. Die Nähe der Eltern und der Körperkontakt gibt dem Baby Geborgenheit und die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist. Das gilt insbesondere auch für die Nächte. Die Mehrheit der Eltern auf dieser Welt schläft gemeinsam bei ihren Kindern, so wie es die Eltern unserer Urahnen auch schon taten. Getrennte Schlafzimmer für Eltern und Kinder ist eine Erfindung der reichen Industrieländer, ein „Luxus“ auf Kosten der Bedürfnisse von Kindern. Kinderzimmer gibt es erst seit 100 Jahren.

Siehe dazu unter „Wissenswertes über das Schlafen„: „10 Gründe, mit dem Baby zusammen im Familienbett zu schlafen“ und „Schlaf bei mir: Ein transkultureller Blick auf das Familienbett

In diversen populären Elternratgebern wird diese Behauptung aufgestellt und damit begründet, dass Kinder Rituale bräuchten, die ihnen immer wieder dieselben Bedingungen vor dem Einschlafen garantierten. Dies sei Voraussetzung für das selbstständige Einschlafen nach kurzem Erwachen in der Nacht. Das Kind würde dann automatisch „abchecken“ – aha, alles ist so wie beim Einschlafen, wäre beruhigt und fände daraufhin problemlos ohne die Hilfe der Eltern wieder in den Schlaf.

Die Erfahrungen zahlloser Eltern sprechen eine andere Sprache: Jedes Kind ist anders. Alles graue Theorie! Bei den einen klappt es, bei den anderen nicht, bei den nächsten ging das eine Zeitlang gut, doch plötzlich nur noch bei schönem Wetter 🙂 und noch andere wünschten, sie wären nie auf so einen Blödsinn reingefallen.

Am besten schläft ein Baby nun mal mit einem Gefühl der Sicherheit ein, und das verbinden die meisten von ihnen mit der Anwesenheit eines Elternteils.

So gut wie alle, die kein Familienbett haben, fragen irgendwann einmal nach, weil die Neugierde einfach zu groß ist. Und tun dann ganz erstaunt, als wäre es ihnen nie vorher in den Sinn gekommen, dass Sex zwar lust- aber nicht ortsabhängig ist. Ach soooooo! Häufig bedauern sie im Verlaufe des Gesprächs, dass ihr eigenes Sexleben viele Wünsche offen lässt, weil sie 10 mal nachts aus dem Schlaf gerissen werden, aufstehen und nach dem Baby/Kleinkind sehen müssen. Das ist der Lustkiller schlechthin.
Fazit: Ausgeschlafen liebt es sich besser. 🙂

Das stimmt nur, wenn Eltern Alkohol konsumieren oder andere Drogen oder starke Schlafmittel zu sich nehmen. Die körperliche und geistige Wahrnehmung kann dadurch so getrübt sein, dass für das Baby tatsächlich die Gefahr besteht, erdrückt zu werden. In diesem Fall sollte auf ein Familienbett verzichtet werden.

Ansonsten passen sich Eltern dem kleinen Mitschläfer an – der Ammenschlaf ist kein Ammenmärchen. Eltern, besonders stillende Mütter, wachen in der Regel auf, wenn mit ihrem Kind etwas nicht stimmt, wenn es beispielsweise Atemaussetzer hat oder spuckt. Umso schneller würden sie aufwachen, wenn sie sich auf das Baby rollen würden.

Die Furcht davor, das Baby zu erdrücken, könnte im gesellschaftlichen Gedächtnis fortbestehen, weil diese Begründung angeblich in früheren Zeiten häufig zur Verschleierung einer Kindstötung herangezogen wurde. Sie ist aber – außer, wie gesagt, im Fall von Alkohol- oder Drogenkonsum – nicht von Fakten gedeckt.

Das stimmt nicht!
In Deutschland wird von offizieller Seite immer noch vom Familienbett abgeraten, weil das Kind angeblich überwärmt werden oder die kohlendioxidreiche Atemluft eines Elternteils einatmen könnte, so dass befürchtet wird, es könnte zu einer Unterversorgung des kindlichen Organismus mit Sauerstoff kommen. Untersuchungen in Schlaflabors widerlegen diese Befürchtungen und kommen zu dem Schluss: Das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern im Familienbett schützt vor SIDS, vorausgesetzt es werden die empfohlenen Sicherheitshinweise beachtet. Eltern, die rauchen, sollten auf das Familienbett verzichten. Die Atemluft ist mit Nikotin- und Schadstoffresten belastet, die das SIDS-Risiko erhöhen. Weitere Informationen unter der Rubrik Schlafen/Wissenswertes auf unserer Seite.

Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kinder viele Vorteile mit sich bringt. Das gemeinsame Schlafen von Mutter und Kind wirkt sich positiv auf das Stillen und den natürlichen Mutterinstinkt aus. Eltern, insbesondere Mütter müssen während der Nacht nicht ihren Schlaf unterbrechen und sich um das weinende Kind neben an kümmern. Ihr Schlafdefizit ist im Vergleich zu Müttern, die kein Familienbett haben deutlich reduziert. Die Mütter sind tagsüber ausgeruhter und belastbarer, neigen deswegen weniger dazu, ihre Kinder körperlich oder psychisch respektlos zu behandeln. Kinder wissen, dass sie sich auf ihre Eltern verlassen können, gerade auch in der Nacht, wenn die Schatten hinter der Gardine immer größer werden 🙂
Fazit: das gemeinsame Schlafen im Familienbett ist das, was dem kindlichen Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit am besten gerecht wird, solange Kinder nicht von sich aus den Wunsch äußern, im eigenen Bett schlafen zu wollen. Mehr dazu findest Du in der Rubrik „Wissenswertes über das Schlafen“.

Nein, das stimmt nicht. Individuell unterschiedlich, oft aber ab dem 4. Lebensjahr, setzen Selbstständigkeitsbestrebungen ein, die sich nicht nur auf die Person, sondern auch auf den Ort beziehen. Wird dem Kind dann ein eigenes Bett angeboten, wird es das Angebot annehmen, wenn es reif dazu und bis zu diesem Zeitpunkt sein Bedürfnis nach Nähe stetig befriedigt worden ist.

Sämtliche Schlaftrainingsprogramme, ob sie -Jedes Kind kann schlafen lernen – oder – Sanduhrmethode – heißen, basieren auf den Erkenntnissen von Prof. Ferber, der in Boston, USA, ein Schlaflabor an einer Klinik leitete. Nach seiner Aussage hat er die Schlaftrainingsprogramme entwickelt für Eltern mit sog. Schreibabys, die kurz davor waren, ihre Kinder körperlich zu misshandeln. Ausdrücklich unterstreicht Prof. Ferber, dass Schlaftrainingsprogramme frühestens nach dem 12. Monat durchgeführt werden sollten, um die psychische Gesundheit der Kinder nicht zu gefährden. Diese Voraussetzung wird von vielen „Experten“ schlichtweg ignoriert. Abgesehen davon ist es zur Zeit einfach en vogue Schlaftrainingsprogramme durchzuziehen. Wer sich zum Thema noch eingehender informieren möchte, hier der Link zu unserer Roten Buchliste: Jedes Kind kann…

Fast jedes Kind muss schon einmal wenige Minuten warten, bevor seine Mutter es trösten kann, z.B. wenn diese noch andere Kinder zu versorgen hat. Das wird das Kind verkraften. Wenn die Mutter es danach sofort liebevoll tröstet, lernt das Baby, dass es sich trotz der kurzen (!) Wartezeit auf sie verlassen kann.

Wenn das Baby sich abends „kontrolliert“ in den Schlaf weinen soll, oder wenn es tagsüber lernen soll, dass es die Eltern nicht „im Griff hat“, dann ist es für das Baby desaströs, wenn es überhaupt keine Reaktion bekommt. Die Verlassenheit wird aber nicht erträglicher, wenn die Eltern in kurzen Zeitabständen zum Baby gehen. Ganz im Gegenteil: Immer und immer wieder muss das Baby hilflos mit ansehen, wie die Eltern den Raum wieder verlassen. Es steht unter enormem Stress, wenn es merkt, dass es nicht in der Lage ist, die Eltern dazu zu bewegen, sich um es zu kümmern. Ein gesundes Selbstwertgefühl und Vertrauen zu sich selbst und zu den Eltern kann sich so kaum entwickeln.

Ein Baby weiß nichts von Feierabend und seine Bedürfnisse auch nicht. Bewusstes Ignorieren der kindlichen Bedürfnisse begünstigt eine unsicher-vermeidende Bindung, und es läuft auch den elterlichen Instinkten zuwider. Wenn das Schreienlassen die gewünschten Wirkung hat und das Baby nicht mehr schreit, dann ist das kein positiver Lernerfolg, sondern das Baby hat gelernt: Meine Eltern kommen nicht, wenn ich rufe – es hat aufgegeben.

Siehe dazu auch unseren ausführlichen Kommentar zu „Jedes Kind kann schlafen lernen“

Die Befürworter der Schlaftrainingsprogramme setzen auf den kurzfristigen Erfolg, der sich angeblich zum Besten für das Kind nach ein paar tränenreichen Nächten durchsetzen wird.
Die Kinder würden wie durch ein Wunder alleine einschlafen und durchschlafen, wären tagsüber ausgeglichener und fröhlicher. Oberflächlich betrachtet mag dies stimmen, denn Kinder passen sich instinktiv ihrer Umwelt an, wenn sie spüren, es gibt keine Alternativen. Wer zu seinen Kindern ein inniges und dauerhaft vertrauensvolles Verhältnis aufbauen möchte, das von gegenseitigem Respekt füreinander gekennzeichnet ist, der lässt die Finger von Schlaftrainingsprogrammen.

 

Die wichtigsten Argumente gegen Schlaftrainingsprogramme haben wir unter „Wissenswertes/Schlafen“ im Artikel Hauptkritikpunkte am Bestseller ‚Jedes Kind kann schlafen lernen“ und am sogenannten „Ferbern“ zusammengefasst.

Alternativen zum „Kontrollierten Schreienlassen“ werden im „Sanften Schlaftraining nach Gordon“ und im Buch „Ich will bei Euch schlafen“ vorgestellt.

Merkwürdig. Genau das Gegenteil wird bei Erwachsenen empfohlen – abends sollte lieber eine leicht verdauliche Mahlzeit zu sich genommen werden, denn ein voller Magen und erholsamer Schlaf passten nicht zusammen. Sollte dieser Rat nicht auch ganz besonders für Babys empfindlichen und noch unreifen Verdauungstrakt gelten?