Erläuterungen zum Mutterpass

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Auf den Seiten 2 und 3 des Mutterpasses werden die Analyse-Ergebnisse des Labors der von dir abgegebenen Blutproben eingetragen. Im Feld für die Blutgruppen-Zugehörigkeit, deine Blutgruppe und dein Rhesus-Faktor (Rh). Falls du Rh negativ bist und der Kindsvater Rh positiv, kann dein Kind entweder deinen oder seinen Rhesus-Faktor geerbt haben. Wenn dein Kind Rhesus positiv ist, bedeutet das, dass dein Körper Antikörper bilden kann, wenn dein Blut mit dem Blut des Kindes über die Nabelschnur in Kontakt kommen sollte. Diese Antikörper können bei einer weiteren Schwangerschaft zu schwerwiegenden Problemen führen. In der 28. Schwangerschaftswoche wird dir vorbeugend ein Anti-D-Präparat gespritzt. Dies geschieht ebenfalls bei einer Fruchtwasseruntersuchung oder bei Blutungen, da der Rhesus-Faktor des Kindes ja noch unbekannt ist. Nach der Geburt wird der Nabelschnur Blut entnommen und festgestellt, welchen Rhesus-Faktor dein Kind hat. Sollte es tatsächlich Rhesus positiv sein, musst du innerhalb von 72 Stunden eine Anti-D-Spritze bekommen.

Weiterhin wird in deinem Blut nach Antikörpern gesucht, die auf eine eventuelle Krankheit hinweisen. Im Feld für den Antikörper-Suchtest wird eingetragen, ob Antikörper gefunden wurden. Falls ja, ist der Befund positiv, wenn keine vorhanden sind, ist der Befund negativ. Ein negativer Befund bedeutet übrigens generell, dass alles in Ordnung ist.

mutterpass 02Eine Rötelinfektion der Mutter in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten (je jünger die Schwangerschaft, desto wahrscheinlicher ist eine Fehlbildung) führt in der Regel zu schweren Missbildungen des Ungeborenen: Augenfehlbildungen 70%, Ohr (Taubheit) 60%, Herzmissbildung wie z.B. nicht geschlossene Herzwände 50%, geistige Schäden 45%. Im Feld Röteln-HAH-Test wird eingetragen, ob in deinem Blut eine ausreichend hohe Konzentration von Antikörpern gegen Röteln gefunden wurden. Der Rötel-Titer gibt an, wie hoch deren Konzentration im Blut ist. Bei einem Titer von mindestens 1:16 bist du gegen Röteln immun.

Wird bei einer schwangeren Frau ein Titer unter 1:16 festgestellt, so kann in der Schwangerschaft NICHT gegen Röteln geimpft werden. Sie sollte dann unbedingt versuchen, sich von Röteln-Kranken fernzuhalten. Hatte ein Schwangere doch Kontakt mit einer an Röteln erkrank

ten Person, dann muss die passive Immunisierung (Passive Schutzimpfung: Verabreichung von Antikörpern gegen den Rötelnvirus) innerhalb der ersten vier Tage der Inkubationsphase erfolgen. Ist die Schwangere zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der 6. SSW muss noch sec

hs Wochen noch mal immunisiert werden. Der Schutz dieser Immunisierung ist trotzdem fraglich. Ist eine Schwangere definitiv mit Röteln infiziert, kann eine Abtreibung wegen medizinischer Indikation erfolgen und wird im allgemeinen angeraten.

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