Co-Sleeping - oder wo schläft das Kind? - Erschöpfender Schlaf? Erholsamer Schlaf!

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Erschöpfender Schlaf? Erholsamer Schlaf!
Das Schlaflabor von James McKenna in USA hat frühkindlichen Mutter-Kind-Schlaf systematisch studiert. Mit Infrarot-Videoaufnahmen von Mutter-Kind-Paaren verglich er das Schlafverhalten und das Schlaf-EEG ein und derselben Mutter einmal mit dem Kind Seite and Seite im mütterlichen Bett, und dann mit dem separatschlafenden Kind im eigenen Bettchen unmittelbar neben dem mütterlichen Bett.
Morgens befragt, wie oft ihr Kind nachts an der Brust war, erinnerten sich die Co-Sleeping-Mütter nur an jede zweite Stillepisode die wirklich stattgefunden hatte. Tatsächlich waren die Co-Sleeping-Babys im Schnitt 5,3-mal pro Nacht (Range drei- bis zehnmal) an der Brust (McKenna et al. 1994). Kinder die separat schliefen wurden durchschnittlich 2,3-mal (Range eins bis vier) pro Nacht gestillt. Darüber hinaus waren die Stillepisoden kürzer bei Co-Sleeping-Mutter-Kind-Paaren: 12,2 (3,3 bis 28) Minuten gegenüber 23,4 (19,5 bis 32) Minuten bei Familien die getrennt schliefen (8).
Die konventionelle Meinung geht davon aus, dass ein ununterbrochener sechs- bis achtstündiger Schlaf erholsam ist. Mütter, die sich mehrfach nachts durch das Geschrei eines hungrigen und/oder ängstlichen Säuglings aus dem Tiefschlaf wecken lassen müssen, sind nach wenigen Wochen vollkommen erschöpft. Sie sehnen sich nach nichts mehr als nach einer guten Nachtruhe, und für diese würden sie sehr viel hergeben. Es ist daher vollkommen verständlich, dass die frühkindliche Erziehung der letzten 50 Jahre, die getrenntes Schlafen als Standard eingeführt hat, ebenso auf ein baldiges "Durchschlafen" des Kindes setzte, ja, setzen musste, um eine Belastung der Eltern-Kind-Beziehung zu vermeiden. Alle möglichen Tricks wurden bemüht um das als "Schlafstörung" erlebte nächtliche Verhalten des Kindes zu steuern11: von abendlicher Kunstmilch- oder gar Breifütterung über "Schlaftees", sogar Mohnsäckchen, bis hin zu behavioristischen Ansätzen interventionistischen "Schlaftrainings" (siehe z. B. "Jedes Kind kann schlafen lernen", Anmerkung Redaktion Rabeneltern). Das in der Situation des Separatschlafens verständliche Bemühen um das Durchschlafen wird aber zum Risiko. Die Milchmenge kann so nicht bedarfsgerecht aufrechterhalten bzw. gesteigert werden, da die nächtlichen Stillepisoden fehlen, die für einen anhaltend hohen Prolaktinspiegel besonders wichtig sind. Es ist daher kein Wunder, dass separatschlafende Mütter selten über den vierten Lebensmonat hinaus voll stillen (12).
Schläft das Kind im Bett der Mutter hingegen, so wird ihr Schlaf weit weniger gestört. Schon die ersten motorischen Anzeichen des Kindes, das sich aus seiner Tiefschlafphase herausbewegt, werden im Unterbewusstsein registriert und führen die Mutter in eine flachere Schlafphase. Wenn das Kind dann erwacht und Schnalz- und Schmatzgeräusche von sich gibt, ist die Mutter gerade wach genug, es an die Brust zu nehmen. Ist es einmal gut angelegt und trinkt gleichmäßig, gleitet die kaum aus dem Halbschlaf erwachte Mutter schon wieder in eine tiefere Schlafphase. Die gesamte Dauer der Schlafunterbrechung war nur wenige Minuten, vielleicht sogar nur wenige Sekunden (12).

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