Volkskrankheit Osteoporose

Osteoporose ist die häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens, die überwiegend Frauen betrifft. Alleine in Deutschland leiden etwa 5 bis 7 Millionen Menschen an  „Knochenschwund“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Osteoporose in die Liste der zehn weltweit bedeutendsten Krankheiten aufgenommen und zwar sowohl in Bezug auf die Krankheitsfolgen als auch die für die Behandlung anfallenden Kosten. Was viele Menschen nicht wissen: Stillen beugt Osteoporose vor!

Das Wort „Osteoporose“ kommt aus dem Griechischen „osteo“ = Knochen und „poro“ = Öffnung. Porose ist ein krankhafter Zustand, bei dem das Gewebe von Löchern durchsetzt ist. Osteoporose bezeichnet daher eine krankhafte Verminderung von Knochengewebe, im Volksmund auch als „Knochenschwund“ genannt. 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Für die Osteoporose typisch sind Wirbelkörperbrüche („Witwenbuckel“), Hüft- und Handgelenksbrüche. Zu den Brüchen kommt es häufig durch Stürze (Wirbelkörper, Oberschenkelhals) oder auch beim Abfangen eines drohenden Sturzes (Handgelenk). Doch selbst das Anheben schwerer Lasten kann zu Wirbelkörperbrüchen führen und Rippenbrüche können schon beim Husten entstehen. Die Schädigung der Wirbelkörper kann auch schleichend passieren. Verringert sich die Körpergröße um drei bis vier Zentimeter, so ist dies ein Hinweis auf Osteoporose.

Sehr oft bleibt die Erkrankung bis zum ersten Knochenbruch unentdeckt. Erste Anzeichen können Schmerzen vor allem im Rückenbereich sein. Die Wirbelkörper sind vom Abbau der Knochenmassen in der Regel vor den größeren Röhrenknochen der Arme und Beine betroffen. Die umliegenden Muskeln, Bänder und Sehnen versuchen der Verformung der Wirbelsäule entgegen zu wirken. Diese Überbelastung führt dann zu Schmerzen, die leider in vielen Fällen falsch interpretiert werden, so dass die Behandlung oft erst spät einsetzt. Dabei kann eine frühzeitige Behandlung sogar zu einer Heilung führen. Je später die Therapie einsetzt, um so schlechter sind die Aussichten. Deshalb kommen der Vorbeugung und Früherkennung große Bedeutung zu.

Der für die Osteoporose typische Verlust an Knochenmasse kann durch eine Osteodensimetrie (Bestimmung der Knochendichte) festgestellt werden. Eine verringerte Knochendichte muss zwar noch nicht mit der Diagnose Osteoporose gleichgesetzt werden, sollte aber unbedingt zum Anlass für weitere Untersuchungen genommen werden. Die endgültige Diagnosestellung erfolgt durch eine Kombination aus Befragung der Patientin, körperlicher Untersuchung, Knochendichtemessung, eventuell kombiniert mit Röntgen und einer Blutuntersuchung.

Entstehung und Ursachen

Risikofaktoren für Osteoporose sind:

  • Erbliche Belastung (häufige Knochenbrüche bzw. Auftreten von Osteoporose bei Verwandten ersten Grades)
  • Längerfristige Verwendung von Kortison-Präparaten, Schlafmitteln und Antikonvulsiva
  • Auf Dauer kalziumarme und zu phosphatreiche Ernährung (entweder durch Fehlernährung, Abmagerungsdiäten oder aufgrund von Magen-Darm-Erkrankungen)
  • Vitamin-D-arme Lebensweise
  • Mangelnde Bewegung
  • Hoher Konsum von Alkohol, Nikotin und Kaffee
  • Zierlicher Körperbau

Aufgrund der hormonellen Situation leiden Frauen deutlich häufiger an Osteoporose als Männer. Bei Frauen kommt es in den Wechseljahren zu einem Nachlassen der Hormonproduktion, die bis hin zum gänzlichen Ausfall führen kann. Der daraus resultierende niedrige Östrogenspiegel begünstigt den Knochenabbau. Früh einsetzende Wechseljahre (weniger als 30 Jahre Periodenblutungen) erhöhen daher das Osteoporoserisiko für Frauen noch weiter.

Vorbeugung

Osteoporose ist eine Erkrankung, die in engem Zusammenhang mit der Ernährung steht. Eine kalziumarme Ernährung führt dazu, dass der Körper die Kalziumreserven in den Knochen angreift. Dies führt zu einem Verlust von Knochenmasse, der ab etwa dem 30. Lebensjahr nicht mehr ausgeglichen werden kann. Eine kalziumreiche Ernährungsform ist daher zu bevorzugen. Diese Empfehlung hat dazu geführt, dass zu einem hohen Milchkonsum geraten wurde, insbesondere für Kinder, Schwangere und stillende Frauen. Dabei wird immer wieder auf Milch als angeblich beste Kalziumquelle hingewiesen.

Studien haben jedoch gezeigt, dass eine hohe Aufnahme von Milch und Milchprodukten keineswegs zu einer geringen Osteoporoserate führt: Die höchsten Osteoporoseraten finden sich in den Ländern, in denen die meisten Milchprodukte verbraucht werden: USA, Skandinavien und Großbritannien. Die Länder mit dem geringsten Milchverbrauch (in Asien und Afrika) haben hingegen die niedrigsten Osteoporoseraten. Woran liegt das?

Milch und Milchprodukte enthalten nicht nur viel Kalzium, sondern auch viel tierisches Eiweiß. Eine überhöhte Aufnahme von tierischem Eiweiß, verstärkt die Kalziumausscheidung über die Nieren und kann so einen negativen Effekt auf die Kalziumbilanz und damit auf die Knochendichte haben.

Wichtig ist auch, dass die Zufuhr von Kalzium, Phosphat und Magnesium im Gleichgewicht gehalten wird.

Magnesium dient als Trägerstoff für das Kalzium. Optimal ist ein Verhältnis von Magnesium zu Kalzium von zwei zu eins. Wird dieses Verhältnis zugunsten des Kalziums verschoben, wird weniger Kalzium aus der Nahrung in die Knochen eingebaut werden.

Phosphate sind die Gegenspieler des Kalziums. Ein Phosphatüberschuss entzieht den Knochen Kalzium. Phosphate sind vor allem in Softdrinks (Cola!), Fast-food, Fertigprodukten, Ketchup, Schmelzkäse, Wurst und Räucherwaren enthalten. Das Verhältnis Kalzium zu Phosphor sollte zwei zu eins betragen, Milch enthält fünf Teile Phosphate gegenüber drei Teilen Kalzium. Dies erklärt, warum Milch nicht unbedingt als optimale Kalziumquelle für den Menschen angesehen werden kann.

Vitamin D-Mangel beeinträchtigt nicht nur den Knochenstoffwechsel, sondern steigert durch eine Beeinträchtigung der Muskeln auch die Gefahr von Stürzen. Daher ist eine ausreichende Vitamin D-Versorgung wichtig. Aufenthalt an frischer Luft, am besten in Verbindung mit Bewegung sowie der Verzehr von Vitamin D-haltigen Nahrungsmitteln beugt Osteoporose vor.

Der bei Fastenkuren einsetzende Verbrauch der Fettreserven setzt Aceton und Ketonkörper frei. Dadurch kommt es zu einer Übersäuerung, die durch Kalzium abgepuffert wird. Das dabei benötigte Kalzium steht dem Knochenstoffwechsel nicht mehr zur Verfügung.

Raucher haben ein doppelt so hohes Osteoporoserisiko wie Nichtraucher. Nikotin hemmt die Östrogenproduktion und bewirkt ein vorzeitiges Eintreten der Wechseljahre. Beides erhöht das Osteoporoserisiko.

Gegen Kaffee und Alkohol in Maßen ist nichts einzuwenden. Doch übermäßiger Alkoholgenuss bewirkt eine verstärkte Kalziumausscheidung über die Niere und behindert den Einbau von Kalzium in die Knochen.

Der Schlüssel zum Aufbau von starken Knochen ist neben einer ausgewogenen Ernährung viel Bewegung. Je mehr Bewegung von früher Kindheit an, um so stabiler werden die Knochen. Sportarten wie Walking und Schwimmen sind besonders knochenfreundlich und können in jedem Alter ausgeübt werden.

Und was ist mit dem Stillen?

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Kalziumbedarf. Deshalb wird immer wieder vermutet, dass Schwangerschaft und (lange) Stillzeit das Risiko für Osteoporose erhöhen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Die komplexen Einflüsse des Stillens auf den Knochenstoffwechsel wirken sich darauf aus, dass es trotz des niedrigeren Östrogengehaltes insgesamt zu einer Stabilisierung zu kommen scheint und dadurch langfristig das Risiko von Knochenbrüchen verringert wird. Knochendichtemessungen bei Stillenden Frauen haben gezeigt, dass während der Stillzeit der Knochenmineralgehalt in Hüfte und Lendewirbelsäule um 5 bis 7 % abnahm, doch innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach dem Abstillen, lagen die Knochenmineralgehalte der Lendenwirbelsäule wieder am Ausgangswert oder sogar darüber.

Daraus ergibt sich, dass das Osteoporoserisiko durch das Stillen nicht erhöht wird, zumal eine vermehrte Kalziumaufnahme aus dem Darm nach dem Abstillen zu einer Erhöhung der Knochendichte führt. Einige Studien weisen sogar darauf hin, dass Frauen, die nicht gestillt haben, ein höheres Osteoporoserisiko nach der Menopause haben.

* in D, A und CH werden 400 – 500 I.E. empfohlen

 

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