Muss ich eine außerklinische Geburt selbst zahlen?

Nein. Zwar werden die meisten Kinder bei uns im Krankenhaus geboren, die Übernahme der Geburtskosten ist jedoch nicht an den Geburtsort "Krankenhaus" gekoppelt.

Die reinen Geburtskosten, also Kosten für die Hebammenleistungen und pflegerisches und medizinisches Material, übernehmen in Deutschland alle Krankenkassen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen mittlerweile auch standardmäßig die Betriebskostenpauschale, die bei den meisten Geburtshäusern zu zahlen ist. Die Kasse rechnen diese direkt mit den Betreiberinnen des Geburtshauses ab.

Anders sieht es jedoch häufig mit den Kosten aus, die bei außerklinischen Geburten sowie bei klinischen Geburten mit Beleghebamme für deren Rufbereitschaft anfallen. Die Hebamme(n) ist (sind) während vier Wochen um den errechneten Geburtstermin jederzeit auf Abruf bereit, zur beginnenden Geburt hinzuzukommen. Dafür wird eine Pauschale von etwa 250-350 Euro berechnet. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen diese Pauschale, andere nicht. Es lohnt sich, schon frühzeitig bei der eigenen Versicherung deswegen nachzufragen. Ein Kassenwechsel ist auch während der Schwangerschaft mit der üblichen Kündigungsfrist von zwei Monaten bei der alten Kasse möglich. Die neue Kasse übernimmt dann ebenfalls alle Kosten, die mit Schwangerschaft und Geburt verbunden sind, es gibt dafür keine Wartezeiten.

Die Nachsorge durch eine Hebamme wird ebenfalls von den Krankenkassen gezahlt, auch bei einer außerklinischen oder ambulanten Geburt.

Bei privaten Krankenversicherungen sind die Konditionen nicht festgelegt, es kommt also auf den jeweiligen Versicherungsvertrag an. Die reinen Geburtskosten werden aber auch hier in jedem Fall übernommen.

 

In der Schweiz stehen die meisten Geburtshäuser mittlerweile auf den Spitallisten des regulären Gesundheitssystems, d.h. sowohl die reinen Geburtskosten als auch Betriebskosten- und Rufbereitschaftspauschale werden teils von den Krankenkassen im Grundversicherungs-Tarif und teils vom jeweiligen Kanton übernommen. Bei Geburtshaus-Geburten außerhalb des eigenen Kantons werden eventuell Differenzbeträge fällig, wenn der Wohnkanton geringere Pauschalen zahlt als der Kanton, in dem das Geburtshaus ansässig ist.

 

In Österreich berechnet eine Hausgeburtshebamme für Vorsorge, Rufbereitschaft, Geburtsbegleitung und Nachsorge insgesamt ca. 1400-1800 Euro. Bei Hebammen mit Kassenvertrag, den allerdings nur wenige Hebammen haben, übernimmt die Krankenkasse alle Kosten, die die Hebamme berechnet. Bei allen anderen zahlt die Frau privat und kann sich von der Krankenkasse den Teil der Kosten rückerstatten lassen, den die Krankenkasse der Kassenhebamme bezahlt hätte, etwa 600-800 Euro. Hat die Hebamme für einzelne Leistungen, etwa Vor- oder Nachsorge, einen Kassenvertrag, werden nur die restlichen Kosten auf diese Weise abgerechnet.

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen Ok