Sternenkinder - Trauer dauert

Beitragsseiten

Trauer dauert

Ein Trauerjahr. Ein Leben lang. Sterneneltern haben viel zu kämpfen mit der Art und Weise, wie ihr Umfeld auf die Trauer reagiert. „Das ist vorbei, du musst das abhaken. Wer weiß, wofür es gut war. Du kannst ja noch viele Kinder bekommen.“ Tröstlich gemeinte Sätze wie diese treffen trauernde Eltern in tiefster Seele. Wofür soll es gut sein, dass mein Kind gestorben ist? Auch wenn ich noch fünf Kinder bekomme, das ändert nichts daran, dass dieses Kind tot in meinen Armen lag! Eltern, die ihr Baby sterben sahen, wollen laut schreien, sich auf den Boden werfen, die Welt verfluchen, immer wieder in Schluchzen ausbrechen. Nichts davon ist vorgesehen. Sie trauern still und heimlich in ihren eigenen vier Wänden. Die Trauer muss genauso unsichtbar sein, wie es das Baby war. Und wenn sie das nächste Mal in geselliger Runde mit FreundInnen oder Verwandten sitzen, werden sie traurig. MEIN KIND IST TOT, wollen sie rausschreien, damit der Schmerz hörbar wird. Totschweigen ist wie noch mal sterben. 

Gabi Horak-Böck ist Sternenmama und hat in ihrer Trauer viel Unterstützung gesucht und gefunden, vor allem bei zahlreichen anderen Sternenmamas. 

Der Artikel wurde ursprünglich bei http://anschlaege.at/ veröffentlicht, wir danken den Betreiberinnen herzlich für die Erlaubnis zur Übernahme.


Fußnote:
(1) Für Deutschland sind Statistiken aus 2012 verfügbar: Insgesamt gab es 2.791 tote Babys, davon kamen 2.400 tot zur Welt, weitere 391 starben im Säuglingsalter. Lebendgeburten: 673.000

Buchtipp:
Hanna Lothrop: Gute Hoffnung – jähes Ende. Begleitung und neue Hoffnung für Eltern, Kösel 2005

 

 

 

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.