Erste Beikost - Wieviele und welche Lebensmittel bekommt mein Baby am besten?

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Was soll ich zufüttern?

Hier gibt es kein Patentrezept. In einigen Kulturen beginnt man mit Obst, in anderen mit Getreide, wieder andere halten Gemüse für wichtiger. In Deutschland und Umgebung beginnen die meisten Eltern mit Gemüse. Geeignete Gemüse sind: Kartoffeln, Pastinaken, Zucchini, Brokkoliröschen, Blumenkohlröschen, Kürbis. Die "gute alte" Karotte kommt mehr und mehr in Verruf: Sie ist auch gekocht ein relativ schwer verdauliches Gemüse. Dafür billig und einfach anzubauen, weshalb die Babynahrungshersteller sie gerne anbieten. Wenn Baby den süßlichen Geschmack der Karotte aber gerne mag, kann auch sie als erste Beikost gegeben werden.

Andere Eltern bieten lieber zunächst Obst an: Geriebener Apfel oder Birne sollte vor dem Anbieten stehen gelassen werden. Erst wenn das Obst etwas braun ist, ist es leichter zu verdauen. Man kann Obst auch kurz dünsten, dann wird es bekömmlicher. Banane aus kontrolliert-biologischem Anbau eignet sich ebenfalls.

Eine geeignete Getreidesorte für den Anfang ist z.B. Reis, weil er mild im Geschmack ist. Auch Hirse, sehr eisenreich, dafür etwas bitterer, ist beliebt. Getreide sollten im ersten Jahr nur in Form von Getreideflocken gegeben werden. Im Handel sind sowohl Flocken erhältlich, die man aufkochen muss, als auch solche, die man einfach in trinkwarme Flüssigkeit oder Obstmus einrühren kann. Letztere eignen sich besser, denn Muttermilch und künstliche Säuglingsmilchnahrung dürfen nicht gekocht werden.

Generell gilt: Immer nur ein neues Nahrungsmittel pro Woche einführen, um bei Unverträglichkeiten den "Übeltäter" direkt zu erkennen, und natürlich um dem kleinen Organismus die Möglichkeit zur schonenden Umstellung zu geben.

 

Und wie geht es weiter?

Alle 1-2 Wochen kann nun ein weiteres Lebensmittel in den Speiseplan des Babys aufgenommen werden, wobei die Devise lauten sollte: Weniger ist mehr. Babys brauchen keine große Abwechslung. Im ersten Jahr sind drei oder vier Gemüse- und Obstsorten, 2 Getreidesorten, eventuell noch ein oder zwei Fleischsorten, und später Nudeln und Brot völlig ausreichend (siehe Information zur vegetarischen Ernährung weiter unten im Text).

Pro Monat sollte höchstens eine weitere Beikostmahlzeit eingeführt werden, das gilt insbesondere, wenn Mahlzeiten völlig ersetzt werden sollen oder müssen. Es empfiehlt sich nicht, zwei hintereinander liegende Mahlzeiten zu ersetzen, da es sonst Probleme mit der Milchbildung (Rückgang der Milchmenge oder Milchstau) geben kann.

 

Welches Nahrungsmittel kann ich ab wann anbieten?

Da die Empfehlungen, allergene und glutenhaltige Lebensmittel im ersten Lebensjahr zu meiden, überholt sind (siehe hierzu "Stillen, Beikost und Allergien"), erübrigt sich ein "Fahrplan", welches Lebensmittel ab wann gegeben werden darf. Wichtig ist, mit milden, leicht verdaulichen Lebensmitteln zu beginnen und nicht zu viel zu mischen. Kein Kind braucht ein komplettes "Kindermenü" in Breiform aus dem Gläschen. Die Beikosteinführung kann in etwa so aussehen:

Zuerst mildes Gemüse (z.B. Pastinaken, Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Kartoffeln); dann Getreideflocken, Obst (Apfel, Birne, Banane), später Fleisch (mageres Rind- oder Geflügelfleisch), dann "Fingerfood" wie Reiswaffeln, Dinkelstangen, Nudeln, Brot.

Kleine Breiverweigerer können mit weich gedünsteten Gemüse- oder Obststücken beginnen.

Ab etwa einem Jahr kann das Kind langsam an normale, sparsam gewürzte Erwachsenenkost heran geführt werden und vom Familientisch mitessen. Mehr dazu unter "Ernährung nach dem ersten Lebensjahr"

 

Während der Vollstillzeit braucht ein Baby keine zusätzliche Flüssigkeit, mit der Einführung der Beikost kann man auch zu den Mahlzeiten etwas zu trinken anbieten. Als Getränk im ersten Lebensjahr eignet sich Wasser am besten, nach und nach kann man dem Kind ungesüßten Tee (keinen Instant-Tee) und verdünnten (1:3) Saft anbieten. Man soll aber dabei bedenken, dass Kräutertee in zu vielen Mengen schon wie Heilmittel wirken und über längere Zeit nicht ohne weiteres sollen gegeben werden. Als Saftschorle kann man Apfel- oder Traubenschorle anbieten. Dabei am besten Direktsaft nehmen.

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