Triple P – Kritisch betrachtet

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Was ist Triple P?

Ursprünge

"'Triple P' wurde von einem Team an der Universität Queensland (Australien) um den Psychologie-Professor Matthew R. Saunders entwickelt und richtete sich ursprünglich an Eltern von schwer verhaltensauffälligen Kindern. In Deutschland wird „Triple P“ vom Institut für Psychologie AG in Münster vertrieben und von der Christoph-Dornier-Stiftung für Klinische Psychologie in Marburg unter­stützt. Wissenschaftlicher Leiter der deutschen 'Triple P'-Sektion ist der Braunschweiger Psychologie-Professor Dr. Kurt Hahlweg."

Triple P versteht sich als wissenschaftlich begleitet, die Trainer müssen sich regel­mäßig lizensieren lassen. Die Sitzungen mit den Eltern werden wissenschaftlich ausgewertet, auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist daran beteiligt.1

 

Inhalte

Bei dem Kurs geht es weniger um theoretische Grundlagen zu Entwicklung und Psychologie. Vielmehr ist der Kurs sehr pragmatisch angelegt und lehnt sich sehr stark an die Verhaltenstherapie an. Diese will nicht in lang­wie­rigen Sitzungen die Ursachen psychischer Probleme ergründen, sondern versucht so schnell wie möglich ein Problemverhalten durch ein erwünschtes zu ersetzen. Die Eltern bekommen also ganz konkrete Mittel an die Hand, mit denen sie auf das Verhalten ihrer Kinder reagieren sollen. Das sind zum einen recht einfache, aber wirksame Methoden, z.B.:

  • sich auf  Augenhöhe des Kindes begeben und den Augenkontakt herstellen;
  • wenige konkrete Anweisungen geben anstatt mehrere unklare;
  • auf Missachtung von Anweisungen sofort reagieren;
  • erwünschtes Verhalten loben.

Vielen Eltern kommt diese Vorgehensweise sicher entgegen: Sie haben Probleme im Alltag mit ihren Kindern und wollen diese meistern. Da sind konkrete Handlungsanweisungen für Stress- und Streitsituationen angesagt. Die Eltern müssen nicht lange überlegen, sondern gehen nach Schema F vor, der Erfolg ist garantiert, so jedenfalls die Befürworter.
In den "Kleinen Helfern", den Begleitheften zum Kurs, können die Eltern dann noch einmal ganz genau nachlesen, wie sie auf welches Verhalten zu reagieren haben.

Allgemein sollen die Eltern in folgender Reihenfolge vorgehen:

  1. Ziele formulieren abhängig vom Entwicklungsstand des Kindes;
  2. Beobachtung des Kindes mit Hilfe eines Tagebuchs. Dabei sollen Umstände und Häufigkeit des problematischen Verhaltens genau festgehalten werden;

  3. Testen der neuen Erziehungsmethode für 7-10 Tage, danach die Entscheidung, wie fortgefahren werden soll.

 

Weitere Informationen

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