Unsere Stillgeschichte

Als ich mit Alexander schwanger war, deckte ich mich erst mal mit sämtlichen Erziehungsratgebern ein, darunter auch das Stillbuch von Hannah Lothrop. Es hat mir sehr geholfen zu verstehen, dass man ein Kind nach Bedarf stillt, dass es Wachstumsschübe gibt usw. Einen Internetanschluss hatte ich noch nicht, den habe ich erst 3 Monate vor Alexanders Geburt bekommen. Und auch da wusste ich nicht gleich, wo ich gute Infos zum Stillen finden konnte.

Dennoch ging ich davon aus, 6 Monate zu stillen und dann abzustillen. Das machen ja alle so. Ich wusste eigentlich gar nicht, dass man länger als 6 Monate stillen kann! Zu einer Stillgruppe wollte ich nicht gehen, das sind doch alles Öko-Mütter, dachte ich.

Im Krankenhaus „half“ mir eine Hebamme beim Stillen, indem sie meinem Sohn meine Brustwarze in den Mund schob. Mein Sohn, verwundert von diesem „Ding“ in seinem Mund, biss leider gleich zu. Autsch! Das hieß leider wunde Brustwarze für die nächsten zwei Wochen. Doch auch die gingen vorbei.

Dann kam ein Wachstumsschub mit etwa 3 Monaten. Obwohl ich viel darüber gelesen hatte, war ich doch sehr verunsichert. Ich wusste nicht, dass ein Kind viel öfter, vielleicht sogar ständig trinkt. Dann haben wir ihm ein paar Mal sogar eine Flasche gemacht, aus Verzweiflung. Er hat aber nie mehr als 50 ml getrunken. Damals sah ich das Stillen noch nur als Ernährung an. Deshalb habe ich zwischendurch sogar versucht abzustillen – aber sehr halbherzig, weil ich das Stillen mochte, weil mir die Arbeit mit den Flaschen zuviel war J und vor allem weil Alexander sich wehrte! Doch irgendwann spielte sich das Milchangebot wieder ein und wir stillten weiter, alle zwei Stunden. Unsere Kinderärztin sagte zwar, alle zwei Stunden sei ja vieeeel zu viel und wir sollten ihn mit Tee hinhalten, doch den wollte mein kluger Sohn nicht, was ich mir schon gedacht hatte. Diese Zeit war schwer, weil mir der Zwei-Stunden-Abstand zu kurz war. Aber ich habe dann meinem Kind vertraut und mich darauf eingelassen, ab dann ging es besser.

Ab da nahm ich auch immer mehr Abstand von den Aussagen der Babynahrungsindustrie und des „Mainstream“ in Sachen Kindererziehung. Wir machten so vieles anders als die meisten anderen. Ich stillte immer noch, unser Sohn schlief in unserem Bett und wir ließen ihn nicht schreien. Ich habe gelernt, dass ich meinem Gefühl und vor allem meinem Sohn vertrauen kann, das macht vieles so viel leichter und einfacher!

Diese Zeit fiel in den Sommer, vielleicht auch deshalb der kurze Abstand. Alexander hat, als er vollgestillt wurde, bei Hitze nie etwas anderes getrunken als Muttermilch, dafür eben öfter, aber auch kürzer.

Mit 6 Monaten wollten wir zufüttern mit Gläschen, weil dann ja die Milch nicht mehr reicht. Die Babynahrungsindustrie will uns weismachen, dass die Muttermilch mit 4, spätestens mit 6 Monaten nicht mehr reicht und außerdem sozusagen sofort an Nährstoffen verliert, was natürlich Blödsinn ist. Mein Sohn stillte voll, bis er 8 Monate alt war. Dann gab es jeden Mittag Gläschen. Immer Karotte mit Mais, denn etwas anderes rührte er nicht an. Und er aß immer exakt ein halbes Gläschen, nie mehr. Das wurde ihm und mir nach ein paar Wochen zu langweilig und er aß einfach unser Essen mit. Er aß damals schon fast alles, auch harte Sachen wie Brot, Zwieback und ähnliches, obwohl er damals noch keinen einzigen Zahn hatte. Er lutschte die Sachen weich, bis er sie runterschlucken konnte.

Seinen ersten Zahn bekam er mit 11 Monaten und dann in schnellem Abstand noch weitere 6 Stück. In dieser Zeit fing er auch an, mehr zu essen und auch mal eine Stillmahlzeit zu ersetzen und so ist es bis heute.

Das heißt aber nicht, dass er weniger stillt! Nein, er trinkt nur nicht mehr so oft. Wirklich trinken an der Brust will er etwa 3 bis 5 Mal am Tag, dazwischen noch zusätzlich viele Male nuckeln: Zum Trösten, zum Schlafen, einfach so... Ich denke, unsere Stillbeziehung ist noch lange nicht zu Ende und ich bin froh darüber!

Ich finde es wichtig, meinen Sohn selbst bestimmen zu lassen, wann er selbstständiger wird und seine MuMi nicht mehr (so oft) braucht.

Rückblickend kann ich sagen, dass je älter Alexander wird, desto mehr Spaß macht das Stillen!

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