Mein Flaschen-Brust-Baby

Janine hat ihre Tochter mit dem Brusternährungsset gestillt, obwohl sie selbst nur wenige Milliliter Muttermilch produzieren konnte. 13 ½ Monate lang bekam ihr Baby künstliche Milchnahrung an der Brust, dann stillte es sich selbst ab.

Diesen Erfahrungsbericht schrieb Janine, als ihre Tochter 3 Monate alt war:

Mein Name ist Janine, ich bin 24 Jahre alt und seit dem 14.04.02 stolze Mama von Abelina Jolin. Nach einer ziemlich verkorksten Geburt hatte ich mich sehr auf das Stillen gefreut, leider kam aber alles anders! Ich bekam keinen Milcheinschuss obwohl ich Abelina ständig anlegte und sie heftig saugte. Und ich hatte nur sehr wenig Vormilch, so das Abelina schon im Krankenhaus zugefüttert werden musste. Die Schwestern brachten mir Fläschchen, und behaupteten anders könne man so kleine Babys nicht zufüttern. Mein Mann kaufte mir dann einen Medela Softcup und damit fütterte ich Abelina zu und wurde auf der Station Gesprächs- und Lästerthema Nr. 1. Zitat der Oberschwester: "Saugverwirrung, so ein Quatsch! Hab ich noch nie erlebt!" Komisch, denn 2 der mit Flasche Zugefütterten Babys deren Mütter ich kennen lernte wurden schon im Krankenhaus völlig abgestillt, weil sie die Flasche leer tranken aber nicht mehr an die Brust wollten.
Naja, Abelina becherte und saugte an der Brust, leider kam da nicht viel, über 2 Stunden bekam sie mit 4 mal anlegen gerade 30ml aus der Brust, das war am 6. Tag. Fast ihre komplette Nahrung nahm sie aus dem Becher, die Brust war mehr nur ihr Schnuller und alle legten mir nahe es doch endlich sein zu lassen, es brachte doch nichts! Doch, es brachte etwas, denn Abelina mochte das Saugen an der Brust!

Zu Hause durchforstete ich sofort das Internet nach Hilfe und fand bei Biggi Welter den Rat mit dem BES, was ich sofort bestellte. Zunächst mal war es eine riesen Enttäuschung, ich ging mit völlig falschen Erwartungen daran. Ich dachte mir so, ich lege mir das BES um, klebe die Schläuche fest und schon kann ich perfekt stillen, so einfach war es natürlich nicht. Es dauerte ewig bis ich mit Hilfe der Stillberaterin das BES so platzieren konnte, dass Abelina wirklich etwas raus bekam. Aber dann klappte es plötzlich erstaunlich gut! Mit 2 Monaten ernährte ich Abelina komplett über das BES (und das bisschen Muttermilch was kam aus der Brust).

Leider kam dann mein nächster Dämpfer: Meine Familie, einschließlich meines Mannes, fanden es "seltsam", dass ich das Kind stillte, ohne das nennenswert Milch kam. Dass sich daran noch etwas ändern würde schlossen wir inzwischen alle aus. Niemand konnte so richtig nachempfinden, warum es mir so wichtig war, dass Abelina an meiner leeren Brust nuckelte, meine Schwester (die selbst 2 Kinder stillte!) nannte es hinter meinem Rücken "pervers"!
Ich war völlig fertig, und entschied mich schweren Herzens "abzustillen". Doch meine kleine kluge Abelina!!!! Sie verweigerte jede Flasche, sie verweigerte sogar den Becher! Vor zwei Wochen, Abelina war 3 Monate, versuchte meine Schwiegermutter ihr die Flasche zu geben, Abelina schrie wie am Spieß, ich nahm sie und legte sie an und sie beruhigte sich sofort obwohl ja nur ein paar Schlückchen Milch kamen. Meine Schwiegermutter war erstaunt und meinte, dass sie nun verstehen würde, dass ich Abelina "stillen" würde - so wie sie es liebt!

Seitdem haben wir nicht mehr versucht Abelina "abzustillen"! Und inzwischen bekomme ich auch keine dummen Kommentare mehr zu hören.
Ich stille Abelina 6-mal am Tag und einmal nachts mit Pre-Milch durch das BES, (als sie Husten hatte, habe ich sie mit Fencheltee durch das BES gestillt ;-) das kann nur ich!) wenn sie müde oder knatschig ist oder nachts aufwacht lege ich sie ohne BES an und sie nuckelt sich in den Schlaf. So weiß ich, alles was mein Körper an Muttermilch bilden kann bekommt Abelina - und sie liebt es so!! und ich genieße das Stillen auch sehr, inzwischen ist es mir nicht mehr so wichtig, dass kaum Mumi kommt, stillen ist so viel mehr als Muttermilch!!!
Schade finde ich, dass es heutzutage keine Milchbanken mehr gibt, das wäre wohl das Ideal :-) Aber inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass "meine Muttermilch" eben von Nestle kommt ;-)



Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen Ok