Abgestillt - auch Mütter können darunter leiden

Nun sitz ich da - in meinem Elend.... und denke wehmütig an die schönen Stunden gemeinsamen Stillens zurück. An diese herrlichen Ruheinseln, die den Tag unterteilten und einem regelmäßige Pausen zum verschnaufen gönnten.
Mein Sohn hat am 16.10. seine letzte Mumi-Mahlzeit getrunken. Seitdem ist Feierabend.

Waaaas???? Das kann doch nicht sein?!? Nach knapp 28 Monaten einfach so mir nix, dir nix, aufzuhören? Jetzt schon?

Eigentlich wäre am 14.10. schon Ende gewesen... aber bis zum 16. stand ich dann knapp vor der Brustentzündung. Alles war verhärtet und tat schon ziemlich weh. Mir wurde so schwummrig.
Mit der Handpumpe brachte ich leider nur ein paar Tropfen raus. Aber zum pumpen war ich schon immer zu doof.
Mit einigen Überredungskünsten (keine Bestechung, sondern Erklärungen) brachte ich ihn dann so weit, dass er mir beide Seiten ein wenig abgetrunken hat. Folglich wurde es keine Brustentzündung und es gab keine weiteren Probleme mehr.
Ich habe ihn noch ein paar Mal gefragt, ob er denn noch Milch trinken möchte, was er aber jeweils mit einem vehementen NEIIIIIIN quittierte.
Nach einer Woche fragte ich ihn schon gar nicht mehr.

Als wir kurz darauf wir bei unseren Nachbarn waren, wo das Baby (damals 2 Wochen alt) gerade gestillt wurde, sagte er nur: Baby tut Milch trinken. Das war´s. Keinerlei Wehmut oder Verlangen selbst Milch zu trinken.

Ich fühlte mich in den ersten Tagen wirklich mies. Sinnlose Heulattacken wechselten sich mit dem Gefühl der Nutzlosigkeit ab. Ich hab es auf die Hormone geschoben - einer muss schließlich Schuld sein! Das verging aber zum Glück nach ein paar Tagen wieder.

Man wird einfach davon überrumpelt - egal wie oft man sich darüber im Vorfeld Gedanken gemacht hat. Aber ich kann guten Gewissens behaupten, dass es seine freie Entscheidung war nicht mehr Stillen zu wollen. Und das gibt mir eine tiefe innere Zufriedenheit. So hab ich es mir immer gewünscht, und so ist es dann auch geschehen (wenn auch schon nach knapp 28 Monaten). Was will ich mehr?

Mein Sohn will aber seitdem sehr viel Kuscheln und Körperkontakt. Er übersät mich teilweise geradezu mit seinen feuchten Küsschen. Mama-Bussi hier, Mama-Bussi dort... zu süß! Ich genieße diese extreme Zuneigung und Anhänglichkeit zur Zeit ganz arg! Ist irgendwie auch Balsam für meine abgestillte Seele.

Ich überlege mir die ganze Zeit auch, wie sich wohl ein kleines Baby fühlen könnte, das nach vier oder sechs Monaten einfach von heute auf morgen abgestillt wird. Diese innige Zweisamkeit kann doch nicht im geringsten durch andere "kalte" Sachen ersetzt werden. Vor allem, wenn es das Baby noch so notwendig braucht und noch nicht selbst bereit für den nächsten Schritt ist (und das ist ja inzwischen wissenschaftlich belegt!).
Ich war zwar selbst auch noch nicht so richtig bereit für diesen Schritt, aber das ist vermutlich etwas anderes ;-)

Es ist vorbei. Endgültig.

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen Ok