Mollys Abstillgeschichte

Tja.
Vielleicht war's das.
Vor etwa drei Wochen hatte ich morgens nach dem Stillen ziemlich starke Schmerzen (Zähne?) und habe wohl etwas genörgelt. Zumal ich noch einmal eingeschlafen war und Carl bestimmt 40 Minuten am Stück gestillt hat...
Woraufhin Carl aufsprang und meinte: er wolle eh nie mehr stillen, denn er sei jetzt groß genug.
Ich: echt?!
Er bestätigt, hüpft auf dem Bett rum, trällert: ich brauch keine Milch mehr...

Später am Tag frage ich noch mal nach: er ist total sicher.
Ich: also gut, dann schreiben wir das in den Kalender.
Er malt dann irgendwas in den Kalender.

Das war's.

Am nächsten Abend hat er zwar schon danach gefragt, ließ sich allerdings sehr leicht ablenken.

Wir kuscheln jetzt viel mehr, er fragt oft, ob er auf meinen Schoß kann. Er fragt noch ab und zu, wenn er sehr müde ist, ob er jetzt stillen kann, aber ich kann ihn wirklich leicht davon abbringen. Nicht so wie früher, als an Diskussion nicht zu denken war.

Fünf Tage nach diesem abrupten Abstillen stürzte er und schlug sich das Gesicht auf (nicht wirklich dramatisch, aber blutig und schmerzhaft). Da wollte er unbedingt stillen und ich hab mich mit ihm aufs Sofa verdrückt und es eigentlich sogar genossen. Zumal es mich ärgerte, dass das vorherige letzte Stillen eher unbewusst und von meiner Seite genervt abgelaufen war.

Das ist jetzt zwei Wochen her.
Vergessen hat er es noch nicht, er fragt auch immer wieder mal, aber es ist kein existenzielles Bedürfnis mehr.

Ich bin total überrascht, eigentlich zufrieden mit dem Ablauf. Kriege nur ab und zu ganz leichte sentimentale Anwandlungen. Für die allerdings wenig Zeit bleibt. Wenn ich es zuließe, könnte ich mich aber bestimmt zu ein paar Tränen hinreißen lassen, denn irgendwie ist es ein ganz komisches Gefühl. Die endgültige Abnabelung, sozusagen. Wenn man es vom Körperlichen her sieht.

Für Carl scheint's ok. Manchmal denke ich, dass unser Verhältnis in den letzten Wochen fast noch inniger ist. Weil ich mir bewusst ganz viel Zeit für ihn nehme.


Nachtrag: das passierte zwei Wochen vor seinem vierten Geburtstag. Er bezieht sich heute noch darauf mit: "Als ich noch drei war,..." . Zweieinhalb Monate danach hatte er einmal einen ganz schlimmen Tag, er war sehr verwirrt und wollte plötzlich aus heiterem Himmel stillen. Insgeheim dachte ich, das würde eh nicht mehr klappen - doch es klappte. Allerdings schien es ihm selbst komisch vorzukommen und seitdem ist das Kapitel für ihn total abgeschlossen.





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