Judiths Schwangerschaftsgeschichte

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Die Schwangerschaft mit meinem Sohn begann eigentlich wie die mit meiner Tochter – sofort nach dem ersten Versuch. Diesmal aber allerdings mit meinem jetzigen Mann...

Wir hatten gerade auf dem Standesamt unsere geplante Eheschließung angemeldet – ein blöder Ausdruck, aber so sind die Ämter nun mal. Und dachten, nun kann auch ein Kind kommen – und prompt kam es auch. Diesmal habe ich die Schwangerschaft aber viel früher bemerkt – genau einen Tag nach Wegbleiben der Regel. Ich hatte so ein Bitzeln in den Brustwarzen, als wenn Kohlensäure darin wäre. Trotzdem wollte ich wieder nicht gleich daran glauben. Aber auch hier war der Schwangerschaftstest leicht positiv. Danach aber war ich mir sofort sicher, schwanger zu sein. Jetzt grübelte ich erst mal darüber nach, zu welchem Arzt ich gehen wollte. Meinem früheren hatte ich den Kaiserschnitt immer noch nicht verziehen, zumal das Ganze noch ein Nachspiel gehabt hatte: Ich ging im Frühjahr 2000 immer noch zu Kontrollen zu ihm hin. Dabei erwähnte ich bereits meinen erwachenden Kinderwunsch. Mein Arzt meinte darauf hin zu mir, dass dem nichts im Wege stünde. Allerdings sollte ich mir doch gleich klar machen, dass es nach meinem letzten Kaiserschnitt bei meiner Tochter bei einer neuen Schwangerschaft wieder zu einem Kaiserschnitt kommen würde. Auf mein entsetztes Nachfragen warum dem so sei erklärte er mir, dass beim Kaiserschnitt meine Gebärmutter leicht eingerissen sei und dies sei eine potentielle Schwachstelle bei natürlichen Wehen. Ich müsse damit rechnen, dass es zum Gebärmutterbruch kommen könne, wenn auch nicht unbedingt müsse. Aber ich wolle ja sicherlich kein Risiko eingehen.

Ich verließ die Praxis als hätte mir jemand mit dem Hammer auf den Kopf geschlagen. Im Fahrstuhl dann liefen die Tränen los – ich heulte wie ein kleines Kind. Alle meine Hoffnungen, meine Träume auf eine natürliche Geburt bei einer nächsten Schwangerschaft sollten nun zu Ende sein, nur weil so ein supermotivierter Schnippler meinen Kaiserschnitt versaubeutelt hatte? Ich war am Boden zerstört. Als ich nun wirklich schwanger war, wollte ich mir diesen Arzt nun wirklich nicht mehr antun. Daher ging ich auf den Tipp einer Bekannten zu einem Arzt in meiner Nähe. Dieser bestätigte dann die Schwangerschaft, behandelte mich aber ansonsten nur wie eine Nummer, quasi Schwangerschaft Nr. 1493 im laufenden Jahr, und machte mich noch blöd an, dass ich in der ersten Schwangerschaft zuviel zugenommen habe und mir das bei ihm aber nicht erlauben dürfe. Dieser Arzt hat mich verständlicherweise auch nur einmal gesehen.

In meiner Hilflosigkeit rief ich die Hebamme an, die die Nachsorge bei meiner Tochter gemacht hatte. Wir waren in der Zwischenzeit sowieso lose im Kontakt geblieben und sie kannte auch meine neuen Familienverhältnisse. Sie war sehr bestürzt über die Art meines früheren Arztes und  riet mir zu einem Arzt, der auch im gleichen Krankenhaus Belegbetten hat, in dem meine Tochter geboren wurde. Da ich bis auf das Erlebnis mit der Nachtschwester dort keine schlechte Erfahrungen gemacht hatte – es ist ein kleines, von Nonnen geleitetes Krankenhaus – willigte ich ein. Um mir die Sache noch leichter zu machen, meldete mich die Hebamme auch gleich zu einem Untersuchungstermin bei diesem Arzt an. Sie warnte mich allerdings noch vor den langen Wartezeiten, die mir dort blühen könnten.

Ich ging also mit sehr gemischten Gefühlen hin – aber ich wurde mehr als positiv überrascht. Dieser Arzt war so herzlich und von einer so ruhigen, liebenswerten Ausstrahlung, dass ich mich sofort gut aufgehoben fühlte. Er wollte wissen, wie ich an ihn gekommen sei und so erzählte ich ihm die ganze Geschichte. Und nach einem ausführlichen Gespräch und einer ersten Untersuchung durch ihn versicherte er mir, dass ich keinen Bruch der Gebärmutter zu befürchten habe und auch eine Beckenendlage kein unbedingtes Hindernis für eine normale Geburt darstellen würden. Ich solle mich einfach entspannen und das kommende Jahr gut verbringen – denn es würde ja doch noch ein paar Monate dauern, bis der Geburtstermin komme.

Ich ging sehr glücklich aus dieser Praxis heraus – war ich nun doch wieder optimistisch.

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