Tagebuch von Isa (schwanger im KH)

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5. Woche Krankenhaus 23.2. – 29. 2. (29. SSW)

Es gibt immer zwei Seiten der Medaille… Wir lachen zwar auch weiterhin regelmäßig und haben viel Spaß, aber es gibt auch richtige Sch…zeiten. Wir regen uns z.B. ständig über unsere Nachbarinnen im Zimmer nebenan auf, mit denen wir uns eine Nasszelle teilen müssen. Sorry, aber auch wenn hier im Krankenhaus zwei mal täglich die Putzfrauen nach dem Rechten sehen, so sollten doch gewissen Sachen völlig selbstverständlich sein. Wir reden hier von so Sachen wie Klopapier auffüllen (Hand über dem Kopf ausstrecken reicht aus, um die nächste Rolle zu fassen!), nach „kleinen“ Geschäften mal die Klospülung zu betätigen oder bei „größeren“ Angelegenheiten mal die Klobürste zu schwingen. Leider sind die Nachbarinnen recht uneinsichtig und nehmen sich von unserem wirklich netten schriftlichen Hinweis im Bad keinen Deut an…

Schlimmer sind jedoch die massiven „Entzugserscheinungen“, die sich sowohl bei uns Frauen, als auch bei unseren Männern bemerkbar machen. Da stellt man sich die letzte Zeit der Zweisamkeit so schön und harmonisch vor… Statt dessen kriegt die Frau die Krise vom ewigen Liegen und Warten und der Mann vom allein sein und „alles-regeln-müssen“. Heulattacken und laute Auseinandersetzungen vor Gereiztheit bleiben da leider nicht aus.

Dienstagabend, ca. 23:45 Uhr:
Nach dem „Spättelefonaten“ mit unseren Männern haben meine Nachbarin und ich beschlossen zu schlafen. Das Licht ist aus, sie schläft schon fast, aber was jetzt? Die Tür geht auf und der Dienst habende Arzt kommt herein – sehr ungewöhnlich. Er entschuldigt sich für die späte Störung mit der Begründung, im Kreißsaal sei so viel zu tun gewesen. Er kommt dann gleich zur Sache: Mein CTG vom Abend hätte eine Auffälligkeit gezeigt. Ein Abfall der Herztöne, der nur sehr langsam wieder angestiegen sei. Er wolle zur Sicherheit noch ein CTG machen – woraufhin im selben Moment die Hebamme der Nachtschicht hereinspaziert und mir das CTG anlegt. Dieses CTG ist dann zum Glück soweit in Ordnung. Meine Nachbarin und ich sind danach jedoch alles andere als müde. Wir reden uns die Köpfe heiß, denken über die Vornamen der verschiedenen Ärzte nach – die wir natürlich nicht kennen – fangen an abzudrehen und krümeln uns vor Lachen bis ca. 1.30 Uhr. Mit Hustenattacken, Atemnot und alles was dazu gehört ;-). Meine Nachbarin erzählte mir z.B., dass eine Frau aus ihrem Geburtsvorbereitungskurs bei ihrem ersten Kind mit den Geburtsanzeigekarten auch jeweils ein Stück der Nabelschnur mitgeschickt hätte. Im Sinne von „ich packe meinen Koffer“ haben wir dann ein Geburts-Aktions-Paket zusammengestellt, mit Nabelschnur, einem Scheibchen Plazenta, ein Pröbchen Fruchtwasser… Der Hammer kam am nächsten Morgen um 6.30 Uhr, als wir für das Morgen-CTG geweckt wurden. Wir waren natürlich völlig übermüdet!!!

Das Highlight der Woche ist dann wieder die Ultraschalluntersuchung! Diesmal ist es ein anderer Arzt und er hat nicht so gute Nachrichten: Bedingt durch einen bakteriellen Infekt hatte ich mehrfach Wehen. Dadurch hat sich der Gebärmutterhals weiter auf nur noch 12 mm verkürzt.

Außerdem gibt es noch eine andere Neuigkeit: Unsere „Kleine“ wird ein Junge! Mit 1370 errechneten Gramm völlig im Normbereich bringt er trotzdem unser Denken durcheinander. Klar freuen wir uns genauso (mein Mann sogar doppelt!) über einen Jungen, haben uns aber die letzten 10 Wochen innerlich auf ein Mädchen eingestellt. Da heißt es umdenken! Anziehsachen, Spielzeug, Erziehung, Namenswahl… Aber wenn man so lange liegen muss, ist es ohnehin besser offen zu sein, für alles, was kommt und sich nicht auf irgendetwas zu versteifen…

Der letzte Tag dieser Woche ist noch mal etwas Besonderes. 29. Februar im Schaltjahr – da muss doch was Außergewöhnliches passieren. Ca. 6 Uhr morgens werde ich wach, weil draußen im Flur ziemlich viel Hektik ist. Später frage ich nach, was denn los war. Ein Baby hatte es wohl sehr eilig und kam im Auto der Eltern auf dem Weg zum Krankenhaus zur Welt.

Es musste draußen vor dem Krankenhaus abgenabelt werden und wurde dann ganz schnell mit seiner Mama ins Warme gebracht.

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