Tagebuch von Isa (schwanger im KH)

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Januar 2004

Am 21.1. bei der nächsten Untersuchung – man kann sich meine Anspannung vorstellen - spürte ich beim vaginalen Tastbefund einen Druck, woraufhin meine Ärztin den Gebärmutterhals per Ultraschall genauer anschaute und sagte, er sei verkürzt. Ich sollte eine Woche zu Hause möglichst viel liegen und am 27.1. zur Kontrolle erscheinen. Trotz wirklich gewissenhaft eingehaltener Liegeruhe hatte sich der Gebärmutterhals noch weiter auf 1,95 cm verkürzt (normal sind ca. 4 cm) und ich wurde zur stationären Aufnahme ins nahe gelegene Krankenhaus überwiesen. Aufgrund des Befundes natürlich in ein Haus mit einer speziellen Frühgeborenen-Intensivstation, da ich mich ja erst in der 24. SSW. befand…


1. Woche Krankenhaus ab 27.1. (25. SSW)

Auf dem Weg dorthin heulte ich unentwegt. Auch mein Mann war ziemlich fertig, versuchte aber mich etwas aufzubauen. Die Angst, dieses Kind zu verlieren, nicht alles für einen optimalen Start ins Leben gegeben zu haben, bzw. geben zu können, der Schmerz der letzten Jahre… das alles, war wirklich zu viel. Auch während der Untersuchung liefen die Tränen weiter und ich war kaum zu beruhigen. Ich erfuhr, dass doch recht viele Frauen lange liegen müssen in der Schwangerschaft und dass meine Voraussetzungen gar nicht so schlecht seien, das Kind noch eine Weile halten zu können…

Zwei Tage nach der Einweisung saß einer der Kinderärzte an meinem Bett. Er erklärte mir, dass unser Kind, selbst wenn es  denn jetzt schon kommen kommen sollte – wovon sie nicht ausgehen – recht gute Chancen hätte. Laut der letzten Untersuchung sah es nach einem Mädchen aus. Sie wiegt errechnete 800 g uns ist ca. 31 cm groß. Von 100 Frühchen, die in dieser SSW geboren würden, bekämen sie schätzungsweise 60 so durch, dass diese später ihr Leben ohne Probleme managen können; 20 hätten Behinderungen und 20 würden es nicht schaffen… Aber, optimistisch denken, denn jeder Tag zählt!

So verbrachte ich die erste Woche nachsinnend optimistisch. Ich lag in einem Zwei-Bett-Zimmer mit einer sehr netten Marokkanerin, deren Deutschkenntnisse sich leider auf „Guten Morgen, Guten Appetit, Schlaf gut, schön, gut und müde“ beschränkten. Ein Austausch war somit nicht gegeben, obwohl sie sich in einer ähnlichen Lage befand wie ich. Ablenkung und Gesprächsmöglichkeiten, sowie Trost und Mitgefühl fand ich jedoch in den vielen Besuchen und Anrufen von Freunden und Verwandten. Auch das Klinikpersonal trug dazu bei, dass ich mich wohl fühlte und die ganze Sache recht gelassen und überwiegend gut gelaunt annehmen konnte.

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