Tagebuch von Isa (schwanger im KH)

Beitragsseiten

Nach diversen Untersuchungen, ob denn alles gut verheilt war etc. erfolgte der nächste Krebsvorsorgetest. Er war soweit ok und die nächste „Staffel“ konnte beginnen.

Ich ging in die Offensive, was die psychische Verarbeitung meiner Fehlgeburt anging und besuchte meinen Bruder und dessen Frau, die im Februar einen Sohn bekommen hatten. Das war wirklich harter Tobak, aber ich dachte, ich muss da durch und kann es so schneller verarbeiten.

Nach einiger Zeit begann ich eine Behandlung mit Mönchspfeffer, Clomhexal und schließlich Clomifen. Gleich im ersten Zyklus mit Clomifen wurde ich zum zweiten Mal schwanger. Wir freuten uns sehr, da mittlerweile wieder ein Jahr vergangen war, aber vorbehaltlose Freude war diesmal nicht möglich. Bei der ersten Untersuchung war alles ok, aber bei der zweiten Untersuchung in der 9. SSW erfuhren wir dann, dass unterwegs „genetisches Material“ verloren gegangen sei. D.h. es war zwar eine Fruchthöhle da und meine Brüste fühlten sich auch schon sehr nach Schwangerschaft an, aber es war kein Kind da. Die Enttäuschung und Trauer, die uns überkam kann ich nicht beschreiben. Die nächste Ausschabung stand an und wir waren einfach nur verzweifelt. Sollten wir etwa kinderlos bleiben? Die Ärzte im Krankenhaus sagten, dass solche Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft recht häufig vorkommen, was uns aber nicht wirklich trösten konnte.

Die nächsten vier folgenden Versuche mit Clomifen schwanger zu werden blieben leider erfolglos und wir wurden zu einer Praxis überwiesen, in der die Ärzte auf die „schwierigen Fälle“ spezialisiert waren. So versuchten wir dann im Frühjahr ´03 meine Eireifung mit täglichen Spritzen in Gang zu bringen, was auch tatsächlich gelang. Jedoch kam es weder im 1., noch im 2. Zyklus zu einer Schwangerschaft. Erst der 3. Versuch mit Puregon im Juli/August war erfolgreich und der B-Test positiv. Trotzdem waren unsere Gefühle sehr gemischt. Wir wussten gar nicht, ob wir uns freuen sollten, oder ob nun wieder so ein Megatief folgen würde.


Inzwischen befand ich mich in der einjährigen Probezeit eines neuen Arbeitsverhältnisses, was die Freude über die Schwangerschaft zwar nicht schmälerte, die Situation jedoch nicht gerade einfacher machte. Erneut begann das Wechselbad zwischen Hoffen und Bangen. Wir schafften irgendwie die ersten zwölf Wochen und ich informierte meinen Arbeitgeber, kam mir dabei aber äußerst „unfair“ vor. Andererseits dachte ich mir, dass das wohl so sein sollte. An meinem vorherigen Arbeitsplatz war alles sehr anstrengend und Kräfte raubend gewesen, obwohl ich meinen Beruf wirklich sehr gerne ausübe. Daraufhin hatte ich die Stelle gewechselt und war prompt schwanger geworden und auch geblieben. So weit so gut.

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.