Tagebuch von Isa (schwanger im KH)

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9. Woche Krankenhaus 22.3. – 28.3.04 (33. SSW)

Tja, meistens kommt es anders als man denkt!

22.3.04, 14.02 Uhr: Der Kleine ist da!!!

Nun aber der Reihe nach…

Montag, 5.15 Uhr, ich gehe zur Toilette, alles völlig normal. Ich schlafe schnell wieder ein und werde um 6 Uhr erneut wach. Was ist denn jetzt los?! Ich liege in einer „Pfütze“ und denke „das ist Fruchtwasser“! Leichte Panik steigt in mir auf, ich klingele nach der Schwester.

Kurz darauf kommt jemand vom Kreißsaal. Es wird ein Teststreifen vorgelegt, um zu sehen ob es Fruchtwasser ist und das CTG-Gerät wird angeschlossen.

Langsam beruhige ich mich ein wenig. Der Kleine hat immerhin 32 Wochen geschafft und ganz gute Chancen. Ich rufe meinen Mann an, d.h. ich versuche es! Ich kriege ihn weder übers Handy, noch übers Festnetz. Als letzte Möglichkeit rufe ich meine Nachbarin an, die meinen Schatz rausklingeln muss…Er ruft mich direkt zurück und ich sage ihm, dass die Fruchtblase (Am Weltwassertag!) geplatzt ist. Er soll sich bereithalten – je nachdem was die Untersuchung ergibt – zu kommen.

Ich werde mit dem kompletten Bett ins Untersuchungszimmer gefahren. Die Wehen, die ich inzwischen habe sind muttermundswirksam! Der Muttermund ist bereits 2 cm geöffnet und ich rufe meinen Schatz an, dass er kommen soll! Er ist dann auch ca. 45 Minuten später gegen 9 Uhr im Kreißsaal.

Ich habe schon recht ordentlich-heftige Wehen, etwa alle 3-4 Minuten, aber der Muttermund öffnet sich bis 10.30 Uhr nur auf ungefähr 3,5 cm. Die Oberärztin empfiehlt mir eine PDA. Davor habe ich unglaublich viel Angst! Nicht wegen dem Piekser, oder so Nebenwirkungen wie Kopf- oder Rückenschmerzen. Nee! Ich denke mir nur, so viel Pech, wie wir in den letzten Jahren hatten, bin ich die Eine von zwei Millionen Frauen, die eine PDA bekommt und das Krankenhaus im Rollstuhl verlässt… Nach viel zureden durch den Anästhesisten bin ich etwas beruhigt und stimme zu. Ich soll dadurch entspannter sein, was dazu beiträgt, dass sich der Muttermund schneller öffnet und die Geburt zügiger abläuft, was dann natürlicherweise weniger anstrengend für unser Pröppelchen ist!

So, wie es um 11 Uhr aussieht, darf ich „spontan“ entbinden – in Anbetracht von 9 Wochen (1 Woche zu Hause + acht Wochen Krankenhaus) liegender Wartezeit ein absurden Begriff! Sollte jedoch ein Kaiserschnitt notwendig werden, kann über die PDA ein stärkeres Mittel gegeben werden, aber daran denke ich jetzt nicht!

Das Legen der PDA dann völlig unspektakulär! Habe mir den ersten Piekse unter die Haut als leichten Schmerz gemerkt, den zweiten Einstich habe ich lediglich noch als Druck wahrgenommen. Das Mittel wirkt bald und ich bin zunehmend relaxter, mache Scherze und bin am Grinsen. Als die Oberärztin um 13.30 Uhr das nächste Mal den Muttermund abtastet, ist sie sehr überrascht. Er ist bereits auf 9 cm geöffnet, was bei dem vernarbten Konisationsgewebe nicht selbstverständlich ist. Ich frage sie, wie lange der Rest jetzt wohl noch dauert.

Die präzise Antwort: Zwischen 10 Minuten und 1 Stunde! Mein Mann entscheidet sich glücklicherweise nicht, noch eine Zigarette zu rauchen, denn nur fünf Minuten später habe ich ein wahnsinniges Druckgefühl. Trotz PDA tut das nun weh. Die Ärztin lächelt und meint, ich sollte in der nächsten Wehe pressen, wenn ich wieder so ein Druckgefühl habe. Sie macht einen Dammschnitt, um den Druck auf das Köpfchen zu reduzieren. Ich tu meine möglichstes und nach drei oder vier Presswehen ist der Kleine da! Er liegt vor mir, klein und rot! Der Mund wird abgesaugt, er fängt an zu schreien. Ich habe Tränen in den Augen! Ich streiche ihm über den Kopf und sage ihm, dass er das ganz prima gemacht hat. Sie bringen ihn direkt ins Nebenzimmer, zur Untersuchung, wo schon die Kinderärzte warten. Mein Mann geht mit. Ich liege weiterhin auf dem Kreißbett, bekomme eine örtliche Betäubung, damit der Dammschnitt genäht werden kann. Mein Körper ist im Kreißsaal, aber meine Gedanken sind die ganze Zeit bei unserem Pröppelchen. Geht es ihm gut, was machen sie mit ihm, wann kann ich endlich wieder bei ihm sein?

Ich presse die Nachgeburt heraus und sie wird untersucht. Die Hebamme dehnt die Fruchtblase und zeigt mir, wo, bzw. wie der Kleine darin lag.

Etwa zehn Minuten später bringt die Kinderärztin den Kleinen noch einmal kurz herein. Sie sagt, es geht ihm gut und er darf wenige Minuten auf meinem Bauch liegen. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl! Da liegt der kleine Schatz, auf den wir so lange gewartet haben in meinen Armen. Ich laufe fast über vor lauter Glück! Der Kleine genießt es offensichtlich auch, auf meinem Bauch zu liegen, er ist völlig ruhig. Mein Mann und ich schauen ihn unentwegt an und schweben im siebten Himmel.

Dann fängt die Kinderärztin an zu drängeln: Der Kleine muss zur Neo, es ist für ihn im Kreißsaal zu kalt.

Sie nimmt ihn von meinem Bauch und er beginnt lauthals zu protestieren. Ich sage zu meinem Mann, er soll unseren Schatz begleiten und nicht aus den Augen lassen.

Bei mir steht noch das Nähen an. Es ist nicht angenehm, aber ich bin in Gedanken eh woanders…

Ich muss noch zwei Stunden im Kreißsaal liegen, zur Beobachtung. Ca. 16.30 Uhr werde ich aufs Zimmer zurückgebracht. Große Überraschung: Die Zwillingsmama hat jetzt auch Wehen!

Ich rufe einige Leute an, um sie über die Geburt zu informieren. Um 18 Uhr darf ich dann endlich mit dem Rollstuhl zur Neo.

Unser Pröppelchen liegt im Brutkasten, hat eine Magensonde durch die Nase und eine Glucose-Kanüle in der rechten Hand. Er sieht ziemlich verkabelt aus, ist aber stabil. Herztätigkeit und Atmung sind gut. Der Kleine hat für sein Alter bereits ein gutes Gewicht. Er wiegt 2290 g, ist 44 cm groß, hat dichte dunkelblonde Haare und ist natürlich ;-) das süßeste Baby der ganzen Welt!!!

Irgendwie bin ich ganz froh, dass das warten ein Ende hat und der Kleine wohlbehalten angekommen ist. Andererseits, wenn ich ihn da so liegen sehe, mit all den Kabeln hätte ich gerne noch zwei oder drei Wochen liegend in Kauf genommen…

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