Hausgeburt von Michelle (Hausgeburt)

Ich bin Monika, als ich im Sommer 2002 schwanger wurde, war ich 36 Jahre alt und galt deswegen schon als späte Erstgebärende. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich mein Kind, wenn es keine größeren Komplikationen geben würde, nicht im Krankenhaus auf die Welt bringen würde. Anfangs dachte ich an ein Geburtshaus, da wir aber mitten in der Eifel wohnen und das nächste Geburtshaus ca. 50 km entfernt in Bonn liegt, entschied ich mich dann für eine Hausgeburt. Mein Partner unterstützte mich, da er sowohl als ausgebildeter Rettungssanitäter als auch schon in einer früheren Beziehung zwei Kinder hat, bei deren Geburt er auch aktiv dabei war. Diese positive Haltung meines Partners unterstützte mich sehr in meinem Familien- und Freundeskreis. Denn sobald wir erwähnten, dass wir uns für eine Hausgeburt entschieden hätten, kamen entsetzte Fragen, was wohl wäre, wenn es Komplikationen gebe? Meine Schwester fragte sofort, wo das nächste Krankenhaus mit Kinderstation sei. Trotz der Bedenken aller hatte ich ein gutes Gefühl und darauf hörte ich und ließ mich von den anderen nicht verrückt machen.

 

In den letzten Schwangerschaftswochen hatte ich immer mal Vorwehen, mal stärker, mal schwächer. Am Montag vor dem Termin, der am 12. März 2003 war, war ich mit meinem Partner einkaufen. Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt bekam ich dann plötzlich eine stärke Wehe, aber auch noch nichts konkretes, denn die weiteren Wehen, die folgten, waren immer noch sehr unregelmäßig.

Am Dienstagabend gegen 19 Uhr kam meine Hebamme zur routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung vorbei. Am CTG stellte sie auch Wehen fest, aber auch noch nichts konkretes und der Muttermund war ca. 3,5 cm offen. Sie vermutete aber, dass es diese oder kommende Nacht losgehen würde. Sie sagte uns wir sollen sie anrufen, wenn die Wehen alle 5 Minuten kommen, da sie ca. eine Stunde bis zu uns braucht, denn sie ist die einzige Hebamme, die hier im Umkreis Hausgeburten macht. Gegen 20 Uhr ging sie wieder. Ich machte mir dann etwas zu essen, denn ich hatte Hunger und telefonierte daraufhin mit meiner Mutter. Als ich nach dem Telefonat aufstand, ging etwas Fruchtwasser ab, da es aber nicht ein großer Schwall war, machte ich mich nicht verrückt. Bis gegen 21:30 Uhr kamen noch etwa 6 solche Mengen Fruchtwasser. Ich rief dann kurz die Hebamme an, um sie zu informieren. Sie war auch der Meinung, dass das ok ist und sagte noch mal, dass wir uns melden sollen, wenn die Wehen alle 5 Minuten kommen.

Um 21:50 Uhr hatte ich dann die erste richtige Eröffnungswehe. Die nächste Wehe kam 15 Minuten später, die Wehe danach nach 13 Minuten. Danach bekam ich alle 10 Minuten eine starke Wehe und dazwischen immer eine schwächere. Wir zählten aber nur die stärkeren Wehen. Gegen 23:15 Uhr war ich dann aber so unruhig, dass ich meinen Partner bat, doch jetzt schon die Hebamme anzurufen. Er war zwar der Meinung, dass es noch Stunden dauern würde, rief aber trotzdem an.

Die Hebamme sagte, dass sie sich gleich auf den Weg machen würde, und ich solle mich ruhig schon mal in die Badewanne legen, denn ich habe von einer Wassergeburt geträumt. Kaum war ich in der Wanne, kamen die Wehen alle 2 bis 3 Minuten. Gegen 23:45 Uhr hatte ich die erste Presswehe, die ich wie aber auch die anderen Wehen veratmete. Die Zeit bis die Hebamme endlich da war, zog sich wie Kaugummi. Sie kam um 00:15 Uhr. Mein Partner sagte ihr, als er ihr die Tür öffnete und sie nur mit Thermoskanne und ein paar Kleinigkeiten hochkam, dass ich schon Presswehen hätte. Ihre Antwort war "Quatsch". Sie untersuchte mich kurz, stellte fest, der Muttermund sei vollständig offen. Auf dem Weg zum Auto um ihre anderen Sachen zu holen, sagte sie, ich solle bei der nächste Wehe schon mitpressen - also hatten wir doch recht ;-)

Nun, von da an dauerte es auch nicht mehr lange. Ich hätte zwischendurch gerne eine Stunde Pause zum Schlafen gehabt, aber das ging natürlich nicht (ich glaube diesen Wunsch verspürt während der Geburt jede Frau ;-)). Ich bekam die Kleine zwar nicht unter Wasser, wie ich es mir gewünscht hatte, weil der Wasserstand der Wanne doch zu niedrig war, aber trotzdem in der Badewanne im Vierfüßlerstand. Mein Partner ließ kurz vorher das Wasser raus, damit die Kleine wenn sie an der Luft war, nicht unter das Wasser geriet. Am 12. März (genau zum Termin) um 00:50 Uhr war sie da. Sie schrie auch gleich. Kaum hatte ich mich umgedreht, da hatte ich sie auch schon im Arm. Es war wunderbar :-). Die Hebamme hat uns erst einmal Zeit geben, der Papa hat sie dann abgenabelt. Ich war auch ganz stolz darauf, dass ich keinen Dammriss hatte, einmal hatte ich beim Pressen das Gefühl, wenn ich jetzt weiterpresse, dann reißt es, also habe ich das Pressen gestoppt und erst bei der nächsten Wehe wieder gepresst und zwei Wehen weiter, war die Kleine da. Wir haben sie dann auch bald angelegt, und sie hat etwas genuckelt. Das Stillen war mir von Anfang sehr wichtig und wir stillen bis heute (Michelle ist jetzt achteinhalb Monate alt) fast noch voll, hin und wieder gibt's mal etwas Banane oder Apfelmus.

Sie war zwar nicht sehr groß, 2840g, 49cm und 33,5cm Kopfumfang, aber wie jede Mutter es sieht, das schönste Baby auf der Welt.

Ich habe meine Entscheidung für die Hausgeburt nicht einen Moment bereut und würde es beim nächsten Mal wieder machen. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte mit den Wehen mich in unser Auto setzen und dann ins nächste Krankenhaus fahren sollen - so war es viel lockerer und entspannter und die gewohnte Umgebung hat ihren Teil dazu beigetragen.

Monika

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen Ok