Sarinas Geburt (stationäre KH-Geburt)

Nun eigentlich muß ich im Jahr 1999 beginnen.

 

Damals wurden mir insgesamt 4x ambulant Zysten am Gebärmutterhals und in der Gebärmutter entfernt. Unangenehme Sache aber halb so wild. Leider wurde mir bei dieser Untersuchung auch mitgeteilt, daß meine beiden Eierstöcke verklebt wären und es so kaum möglich wäre ein reifes Ei zu "produzieren". Ich muß ehrlich sagen, daß dieser Umstand für mich zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt unangenehm war. OK dachte ich, willst ja sowieso keine Kinder und Verhüterli kannst du jetzt auch sparen.

Zu diesem Zeitpunkt ging dann auch noch eine langjährige Beziehung den Bach hinunter, aus anderen Gründen. Ich war selbständig, hatte zwei Geschäfte "am Hals" die leider nicht so liefen wie erwünscht. Na denn, für mich war die Welt so wie sie war eigentlich ganz in Ordnung. An eine Operation, um meine Fruchbarkeit wieder herzustellen, dachte ich nicht im Traum!

Und dann? Nanü? Gerade als die "Geschäfte" immer mieser liefen, BSE, hatte einen Imbiß und ein Pub, ist es dann doch passiert! Der Himmel weiß wie, aber ich habe es sofort gemerkt! Das war so im April 2001, mein fast nicht vorhandener "Vorbau" nahm ungewöhnliche Ausmaße an, schmerzte und natürlich hatte auch dieses "elende monatliche Gesabber" ein Ende. Mit meinem damaligen Partner war ich erst sehr kurze Zeit zusammen, aber es war mir egal. Mit 34 fragt man nicht mehr, paßt es oder nicht!

Ich hatte eine Traumschwangerschaft. Es war mir nie übel, ich habe gefressen wie ein Scheunendrescher und trotzdem nur wenig zugenommen. Ich war die ganze Zeit über fit, habe meine Viecher weiterhin alleine versorgt und bin auch noch lange geritten.

Das einzige, was von Anfang an zu erkennen war, das Kleine würde ziemlich klein bleiben, einerseits wegen meiner Vorgeschichte, andererseits liegen kleine und leichte Babys bei uns in der Familie.

Ich habe meine Qualmerei bis auf 3 Zigaretten am Tag eingeschränkt, gerne hätte ich ganz aufgehört, aber irgendwie habe ich es einfach nicht geschafft.

Ich habe mich nicht unbedingt stark auf die Geburt vorbereitet, auch auf einen Vorbereitungskurs habe ich verzichtet. Natürlich habe ich viel gelesen, auch Stillbücher, wozu ich aber noch sagen muß, dass diese eine Frau oft mehr verunsichern als helfen. Da ich schon so einiges an Tiergeburten miterleben durfte, und wir ja auch nur ein bißchen höher entwickelte Säugetiere sind, habe ich alles ziemlich locker gesehen. Die Natur wird schon wissen was sie tut, oder?

Obwohl wir zum Zeitpunkt der Geburt kein Paar mehr waren, war klar, dass der Vater bei der Geburt dabei sein sollte, wir wohnten auch noch zusammen damals.

Ich bin auch ein wenig über den errechneten Zeitpunkt "gelaufen". Wohl gemerkt, den errechneten Zeitpunkt des Gynäkologen! Nach meiner Rechnung hatte ich noch Zeit.

Igittigitt, jeden zweiten Tag zur Untersuchung, der Herr wollte ja Geld verdienen, das ist mir im Nachhinein klar, habe die Rechnungen ja alle gesehen! Es war immer alles in Ordnung. Klar das Monsterchen war zwar klein und leicht aber ansonsten alles im "grünen Bereich".

Wie gerne hätte ich mein Baby zu Hause bekommen, aber alle Bekannten und Verwandten haben so lange auf mich eingeredet, bis ich mich doch fürs KH entschied.

Nach einigen Tagen (ich glaube es waren so 6) über dem Termin wollten sie die Geburt unbedingt einleiten! Pfff, es war ja kurz vor Weihnachten, wahrscheinlich wollte mein FA in Urlaub fahren, anders kann ich es mir nicht erklären. Die Herztöne waren ganz normal, dem Wurm ging es augenscheinlich sehr gut, noch in meinem Bauch!

Genau in der Nacht bevor es zur Einleitung kommen sollte, hat sie es sich dann doch selbst überlegt. Es fing abends so gegen 17.00 an. Oha, dachte ich, jetzt aber noch schnell in den Stall zum Füttern!

Nun, so bin ich dann noch bis ca. 4.00h morgens in der Wohnung herumgetigert, bis die Wehen so ca. alle 4 Minuten kamen. Dann habe ich den Vater geweckt, und er musste einmal in seinem Leben "ungestylt" aus dem Haus gehen.

Gegen 5.00h waren wir in der Klinik. Der Kopf lag sowieso schon eine lange Zeit vorher sehr tief, was mir auch alle halbe Stunde Toilettengänge beschwert hatte die letzten Wochen. Der Muttermund war ca. 3 cm offen. CTG, wie immer alles in Ordnung. Ein warmes Bad habe ich frühzeitig abgebrochen, da ich merkte daß die Wehentätigkeit im warmen Wasser wieder nachließ und ich die Sache nun doch endlich zu Ende bringen wollte. Jürgen, den Vater, habe ich dann erst nochmal was zu Essen holen geschickt, wärend ich, pssst ich schäme mich ja, noch schnell zwischen zwei Wehen draußen eine geraucht habe.

So gegen 8.00h wurden die Wehen dann doch heftiger und die diensthabende Hebamme ließ mich nicht mehr aus dem Kreissaal hinaus. Bis auf die Zeiten, in denen das CTG angelegt wurde, bin ich nur herumgelaufen und habe mich bei jeder Wehe meinem "Ex"-Freund an den Hals geworfen. Es lief eigentlich alles nach Plan. Die Wehen waren zwar gruselig aber immer noch auszuhalten, ist warscheinlich bei jeder Frau unterschiedlich. Der Muttermund öffnete sich immer weiter. Die ersten Presswehen setzten ein, ich denke, es waren Presswehen und dann fing das Dilemma an:

Die Hebamme hieß mich, mich auf das Kreisbett zu legen. Hätte ich das mal bloß nicht gemacht!!! Wahrscheinlich wäre das "Minimonster" nur so aus mir rausgefallen, wäre ich bloß stehengeblieben!

So legte sie wieder das CTG an, die Herztöne waren ok, bis auf die während der Presswehen, die sackten bis auf 68 Schläge ab. Ich habe erst später erfahren, dass das ganz normal ist, solange sie sich sofort wieder erholen, was hier ja der Fall war. Der verdammte Arzt kam, Entschuldigung, aber im Nachhinein übermannt/fraut mich immer noch die Wut, obwohl es jetzt ja schon 21 Monate her ist.

Ruckzuck, wärend der nächsten Presswehe, ich denke man hörte mich kilometerweit, wurden mir die Beine auf diese Halter gelegt. Ich war zu beschäftigt mich zu wehren.... Zwischendurch fragte ich, ob ich nicht wieder aufstehen dürfe, aber nein ich solle liegenbleiben...Ich konnte nur noch sehen, wie die Saugglocke ausgepackt wurde und ratsch, hatte ich genau das, was ich auf keinen Fall wollte, nämlich einen Dammschnitt, der mich heute noch quält. Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich nicht einmal 5 Presswehen, angeblich waren die Herztöne des Kindes gefährlich abgesackt, im Nachhinein glaube ich das nicht. Alles was ich gesehen hatte war, dass die Herztöne sich nach jeder Presswehe sofort wieder erholt hatten!

Ich habe geschrien wie noch nie, als sie das Würmchen aus mir herausgezerrt haben.

Sie hatte sofort nach der Geburt optimale Werte, Apgar 8/10/10, es war 11.40h, sie wog 2250 Gramm und war 46 cm klein.

Aber das war ja noch nicht alles!

Zuerst einmal muss ich erwähnen, dass ich von vorn herein betont hatte stillen zu wollen, schon alleine wegen der vielen Allergien, die ich selbst habe. Ich bekam mein Kind aber nicht zum Anlegen! Nach fast genau 15 Minuten, nicht länger, meinte der Arzt, die Plazenta würde sich wohl von selbst nicht lösen und es müsste eine Ausschabung gemacht werden, nach nur 15 Minuten????!!!!!!

OK, ich war natürlich fix und fertig und kaum in der Lage mein "großes Mundwerk" aufzumachen, so fragte ich nur, ob ich nach der Narkose denn sofort stillen könne. Dies wurde bejaht und so fügte ich mich in mein "Schicksal".

Immer noch im Kreissaal wachte ich wieder auf, Jürgen stand mit unserer Tochter im Arm neben mir. Ich war noch ein wenig zu benebelt, sodass ich sie ihm auch gleich wieder zurückgab, hatte einfach Angst sie fallen zu lassen, da ich meine Extremitäten noch nicht so unter Kontrolle hatte nach der Narkose.

Dann müssen sie mich irgendwann ins Zimmer geschoben haben, wo ich dann endgültig wieder aufgewacht bin. Aber mein Kind war nicht da!

Heute sage ich, Gott sei dank, habe ich mich weder von der Schwester noch von Jürgen aufhalten lassen und bin sofort ins Säuglingszimmer geschwankt! Wäre ich 5 Minuten später gekommen, hätte der Wurm schon die Flasche im Mund gehabt und das ohne Absprache mit mir!

Ich war so sauer! Der Schnitt tat höllisch weh. Ich wollte meine Kleine mit aufs Zimmer nehmen und im Liegen stillen, aber nein! Einer dieser Drachen zwang mich, mich auf einen harten Stuhl zu setzen, sie wolle doch kontrollieren, ob das mit dem Stillen auch klappt?! Natürlich hat es geklappt: Sie hat auch fast nie wieder losgelassen! Trotz des Protestes der Schwestern habe ich dann mein Würmchen mitgenommen und seit diesem Zeitpunkt nicht wieder aus den "Fingern" gelassen.

Ich weiß heute noch nicht, ob das, was dann kam, notwendig oder nur Schikane war? Alle 3 Stunden, auch nachts, wurde ich gerufen, damit sie meiner Tochter per Blutabnahme den Zuckerspiegel kontrollieren konnten! Nun, wenn ich sie im Säuglingszimmer lassen würde könnte ich ja in Ruhe schlafen, sie würden mich auch wecken zum Stillen, pfff wer's glaubt wird selig!!!!

Da der Kinderarzt sie nach 24 Stunden nun endgültig als vollkommen reif und gesund ansehen musste und der einzige der wirklich "beschädigt" war ich war, bin ich am 2. Tag mit meiner Maus nach Hause.

Sie hatte fast nichts abgenommen und ihr Geburtsgewicht schon zur U2, zu der ich wieder mit ihr ins Krankenhaus gefahren bin, wieder erreicht. Mit 6 Wochen hatte sie ein total durchschnittliches altergerechtes Gewicht und auch in der Größe, anderen schwerer geborenen Babys nichts mehr nachzusetzen. Das hat sich bis heute so gehalten, trotz der Sprüche: Die braucht mehr als die Brust, da muss man beifüttern und und und.

Heute ist Sarina 21 Monate alt, ca. 85 cm groß und wiegt gut 12 kg.

Ich konnte fast 6 Monate nach der Geburt noch nicht richtig sitzen, die Naht ist wieder aufgebrochen, das faustdicke Hämatom habe ich auch monatelang mit mir rumgeschleppt.

Als ich die Rechnungen sah, ist es mir immer mehr wie Schuppen von den Augen gefallen, Geldmacherei verdammte!!!! Die Herrschaften hätten ja fast nichts an mir verdient, wenn sie nicht den Schnitt gemacht hätten, die Saugglocke ausgepackt hätten und mich dann auch noch ins Land der Träume geschickt hätten zum wahrscheinlich vollkommen unnötigen Ausräumen!!

Sollte ich noch einmal in die Situation kommen: Ich bekäme mein Kind nur noch zu Hause!!!! Mit einer Hebamme, die ich kenne.

Trotzdem, es gibt nichts schöneres, als ein Kind zur Welt zu bringen:-)))))

Alles Liebe an alle von Katja mit Sarina (17.12.01)

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