Wie warne ich mein Kind vor sexuellen Übergriffen?

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Emotionale Sicherheit

Selbstbe-wusste Kinder mit einem gesunden Selbstwert-gefühl laufen weniger Gefahr, sich auf die vermeintliche Aufmerksamkeit und Zuwendung eines sexuell gewalttätigen Erwachsenen einzulassen. Kinder brauchen Eltern, die ihnen wirklich zuhören und hinhören. Wen das Kind getroffen hat, wie der Tag war, auch, wen es nicht leiden kann.

sirius: Bitte hört euren Kindern immer gut zu, was sie sagen. Hinterfragt ruhig, wenn Kinder erwähnen, dass sie Onkel sowieso überhaupt nicht leiden können (ohne Vorwürfe wie "So etwas sagt man aber nicht. Er ist immer so nett zu dir.").

Das Kind braucht die Sicherheit, dass es wirklich alles erzählen darf. Auf Berichte von bedrohlichen Situationen sollten Eltern möglichst ruhig reagieren! Nichts wäre dann kontraproduktiver als das Signal ans Kind, von solchen Situationen nicht mehr zu erzählen, etwas falsch gemacht zu haben und mit dieser Unsicherheit nicht zu den Eltern kommen zu können. Das Kind braucht die Gewissheit, dass sie immer mit zu den Eltern kommen können und dass sie ihnen niemals wirklich böse sind.

 

Sicher im eigenen Körper und mit den eigenen Grenzen

Ein selbstverständlicher Umgang mit dem Körper ist wichtig, alle Körperteile brauchen Namen. Familieninterne Koseformen sind gut, Kinder müssen aber auch allgemeinverständliche Bezeichnungen kennen. Würde die Erzieherin im Kindergarten das Mädchen verstehen, das erzählt, dass jemand sein Schneckchen angefasst hätte?

Kinder müssen die Namen der Geschlechtsteile nicht nur kennen, sondern sie auch selbstverständlich verwenden können. Dazu braucht es auch einen gelassenen, unkomplizierten Umgangston der Eltern, wenn es um Geschlechtlichkeit, Namen und Funktionen geht und darum, dass dies eben private Körperbereiche sind. Einerseits können Kinder dann nämlich von Übergriffen überhaupt erst verständlich erzählen. Andererseits laufen sie so weniger Gefahr, der Einrede aufzusitzen, dass die Eltern auf keinen Fall etwas erfahren dürften, als wenn sie über "sowas" ohnehin nicht sprechen dürften.

Kinder sind sicherer im Verteidigen ihrer Grenzen, wenn sie erleben, dass diese geachtet werden. Dazu gehört etwa Rücksichtnahme auf das sich entwickelnde Schamgefühl, wenn das Kind etwa auf der Toilette alleine sein möchte, und auf die Privatheit von Geheimverstecken und Tagebüchern. Auch die geschlossene Kinderzimmertür sollte insofern respektiert werden, als die Eltern dort ebenfalls anklopfen können. Unerlässlich ist das Achten der körperlichen Grenzen und das klare Signal ans Kind, dass der eigene Körper nicht einfach berührt werden darf.

Talpa: Ich habe mir von Anfang an angewöhnt, das Kind zu fragen, wenn ich zum Beispiel den Penis waschen musste - und ein grösseres Kind auch, ob er selber waschen möchte oder ob ich darf . Und ja, ich finde es wichtig, dass es auch bei der Mutter "nein" sagen darf. Als er etwas grösser war, haben wir dann mal drüber gesprochen, dass ausschliesslich ein Arzt/Ärztin den "Privatbereich" anfassen darf, wenn es nötig ist. Aber auch der - zumindest unserer - fragt.

Hummel32: Ich finde zusätzlich noch sehr wichtig, dass man z. B. beim Kitzeln wirklich sofort stoppt, wenn das Kind "hör auf" sagt. Ich erlebe es oft, dass der körperlich Überlegene dann einfach noch weitermacht. Und das "hör auf" heißt ja oft auch nicht wirklich "hör auf", sondern einfach "Pause" und dann kommt das Kind und will weitermachen. Trotzdem hab ich immer sofort aufgehört. Mir ist wichtig, dass ihr "hör auf" auch akzeptiert wird, wenn es im Spiel gesagt wird. Auch wenn das Kind sich beim Toben mal zu heftig wehrt, etwa mit beißen, finde ich es sehr wichtig, dass man es unterstützt, sich zu wehren und nicht dafür schimpft - auch im Spiel.

 

Zum Weiterlesen in unserer Rubrik Wissenswertes über das Elternsein: Sexueller Missbrauch - Erkennen, Handeln, Vorbeugen von Ines Kopp

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