Leserbrief an die Hamburger Morgenpost

Worum gings?
Ein Vater würgte seinen 7-jährigen Sohn, weil er frech war und eine Nachbarin bespuckt hatte. Der Vater wurde zu einer 8-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Ob dieses Urteil im Rahmen vergleichbarer Straftaten liegt, können und wollen wir gar nicht bewerten. Die Urteilsbegründung allerdings, ist aus unserer Sicht skandalös.
Eure Rabenmütter


Hamburger Morgenpost vom 23. Juni 2005
Artikel von Stephanie Lamprecht „ Vater würgte Sohn (7)“


Unser Leserbrief, der in einer gekürzten Fassung tatsächlich abgedruckt wurde:

Seit November 2000 gibt es ihn, den § 1632 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch. Sein Wortlaut:
„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“
Könnte es sein, dass Herr Alfons Schwarz, seines Zeichens Richter beim Amtsgericht Hamburg samt seiner Schöffen, von dieser gesetzlichen Regelung noch nie etwas gehört hat? Der Eindruck drängt sich bei der Lektüre des Artikels unweigerlich auf. Keine Frage, Eltern sind auch nur Menschen, die aus Überforderung manchmal falsch handeln. Aber ein Kind wenigstens 15 Sekunden zu würgen, so dass die Gerichtsmedizin eine Lebensgefahr bescheinigte, das darf nicht als minderschwerer Fall abgetan werden. Was für eine fatale Botschaft an alle Erziehungsberechtigten, die nach wie vor der Meinung sind, elterliche Gewaltanwendung hätte noch keinem geschadet. Im Artikel heißt es „Eine Provokation durch das Kind sei hochwahrscheinlich“. Wie erbärmlich per Urteilsverkündung von einem ordentlichen Gericht in einem neuerdings um Familienfreundlichkeit bemühten Hamburg, einem 7-jährigen Kind die Schuld für das Tun eines Erwachsenen, noch dazu seines eigenen Vaters, in die Schuhe zu schieben. Die Urteilsbegründung entbehrt jeglicher Empathie für den kleinen Jungen und ist einfach nur skandalös!

Mit freundlichem Gruß
Die Mütter von www.rabeneltern.org

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