Umgang mit morgendlichen Kindergarten-Krisen - so machen es die Rabeneltern

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Rituale – Genügend Zeit – oder lieber schnell vorbei?

Für den Abschied von den Eltern, dem Übergang von „Familienzeit“ zu „Krippenzeit“, haben sich feste Rituale bewährt. Manche Krippen haben schon erprobte Abläufe, die das Bedürfnis der Kinder nach Ritualen befriedigen, in anderen hat jede Familie eine eigene Taktik. In unserer Krippe gibt es ein spezielles Fenster, das bei vielen Kindern für das letzte Winken und Küssen zum Abschied zum festen Abschiedsablauf gehört.

Während manche Kinder mehr Zeit brauchen, um anzukommen, ist es anderen lieber, den Abschied möglichst schnell hinter sich zu bringen.


Karolin schrieb: "Hallo, wir haben mit unserem Kind zur Zeit aus ganz anderen Gründen Sorgen, aber zum Abgeben in der Krippe fällt mir noch das ein: Je früher ich es abgebe, desto besser klappt es. Da ist es entweder das erste Kind oder es sind erst ein-zwei andere Kinder da und dementsprechend viel Aufmerksamkeit kann es dann beim Frühstücken genießen."


Karla: "Ich glaube bei meinem Sohn war es so, dass er irritiert war, weil ich morgens immer noch eine gewisse Zeit (auch max. halbe Stunde) mit ihm zusammen dort geblieben bin und er immer darauf warten musste, dass die für ihn eh schon unangenehme Verabschiedung stattfindet.

Wir haben dann gemeinsam als Ritual entwickelt, dass ich ihn bringe, laut und vernehmlich "Tschüss" sage, jeder gibt jedem noch einen Kuss und ich fahre.

Fortan gab es kein Weinen mehr, dafür hat er mich im Auto auf der Hinfahrt schon immer an das Ritual erinnert. Das war ihm richtig wichtig."


Sam schrieb: "Wir haben mit unserer Tochter gesprochen und die Erzieher ebenfalls (nach Gründen gefragt etc.) Sie ist allerdings auch schon seit sie 7 Mon. ist, in der Kita.

Nach dem Gespräch ging es plötzlich. Einen richtigen Grund gab es nicht und das Weinen schien sich wirklich als eine Art Ritual entwickelt zu haben.

Jetzt rennen wir morgens von ihrer Garderobe zur Eingangstür um die Wette, so richtig mit 'Auf die Plätze fertig...' und dann einen dicken Abschiedskuss.

Wäre das was? Ansonsten eine Erzieherin bitten, ihn in Empfang zu nehmen, die ihn gleich 'ablenkt' und ihn in bestimmte 'Aufgaben' einbindet?"


Hermines Tipp: "Bei uns geholfen hat: Kita vorbereiten - am Abend vorher überlegen, was in der Kita gemacht werden könnte - etwa das Lied 'Häschen hüpf' singen und er nimmt seinen Stoffhasen mit oder er nimmt eines seiner Bilderbücher mit und es wurde zum Mittagsschlaf vorgelesen. Hilfreich war in unserem Fall sicherlich auch, dass ich bereits im Mutterschutz war und ihn mal zu Hause lassen konnte. Allerdings war immer klar, dass Kita das "Normale" ist.

Auf dem Weg zu Kita mal was 'Besonderes' - zum Beispiel ein Rosinenbrötchen vom Bäcker als Vesper. "


passiflora: „Wir haben zwar meist keine Abschiedsprobleme, aber wenn mein Sohn mich mal nicht gehen lassen will, sage ich ihm, dass er ja jetzt gleich mit den anderen frühstücken kann. Dann schnappt er sich meist seinen Rucksack, winkt nochmal und zieht Richtung Essecke von dannen.“


Aline: „Ich glaube, Merlin (bei der Eingewöhnung 19 Monate alt) hat es geholfen, dass wir unsere Sympathie zu den Erzieherinnen sehr offen gezeigt haben. Wir waren gleich per Du, haben beim Bringen oft noch ein bisschen gequatscht und waren sehr schnell vertraut im Umgang. Es gab auch mal eine Umarmung, wenn die Situation so war. Merlin hatte dadurch das Gefühl, da kann er bleiben, weil Mama und Papa finden die auch lieb und vertrauen denen.

Ansonsten wurde auch bei uns in der Krippe immer aufgefordert, sich richtig vom Kind zu verabschieden, damit es den Abschied wahrnimmt. Kinder, die geweint haben, wurden nie angemacht, sondern ich konnte immer bei Bedarf auch noch ein paar Minuten da bleiben (was wir dann seltenst mussten). Es gab immer wieder mal Mütter, die längere Zeit dort mit verbracht haben, weil es den Kindern in der Eingewöhnung so wichtig war.

Wichtig war für uns im Kopf noch, dass wir so lange Zeit haben durften, wie wir brauchen. Da gab es keinen Stichtag oder so.“


Margarita: „Ansonsten würde ich, wenn es geht, Hinbringen an Papa zu übertragen.“

 

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