Das Leben mit zwei Kindern

Beitragsseiten

Nach etwa 3 Monaten:

Eigentlich wollte ich Entwarnung geben. Wir haben wirklich unseren Rhythmus gefunden, Routine in den Alltag gebracht und uns zum eingespielten Team entwickelt. Am Anfang stand mir ja unter anderem die Witterung im Weg. Es nervt einfach wahnsinnig, wenn vom Beschluss, spazieren zu gehen bis zum Verlassen des Hauses 45-55 Minuten vergehen, da die Kinder dann im steten Wechsel Windeln füllen, sich von oben bis unten voll spucken, unbedingt sofort stillen müssen oder einfach nur quer im Korridor liegen und den Fuß nicht in den Stiefel zwängen lassen wollen, während ich fast schon einen Hitzekoller kriege. Und das, wenn ich zu diesem Zeitpunkt eh keinen Bock auf spazieren habe, sondern nur gehe, weil frische Luft ja so toll und wichtig für die Kleinen sein soll!

Aber wie gesagt: Routine hilft, das Wetter wird auch immer milder, Carl weiß ungefähr, wie ein Tag abläuft, wann ich Zeit für ihn habe, wann er sich alleine beschäftigen muss. Wir haben immer eine Stunde Mittagspause, und selbst wenn Carl mal zu dieser Zeit nicht schlafen will, spielt er doch still in seinem Zimmer neben der Couch, auf der ich mich ausruhe.

Somit denke ich auch, dass in unserem Fall gar nicht mal so sehr die Konkurrenz mit dem Geschwisterchen zu meinen beschriebenen Problemen geführt hat, sondern einfach meine anfängliche Unfähigkeit, Carl bei Laune zu halten sowie unsere Anlaufschwierigkeiten. Petra hatte natürlich ziemlich viel damit zu tun. Aber ich glaube nicht, dass Carl glücklicher gewesen wäre, wenn er NUR mit mir zusammen etwas hätte unternehmen können. Für ihn schien es von Anfang an OK zu sein, dass wir zu dritt auf der Krabbeldecke sind, oder dass Petra im Tragetuch mitkommt, wenn wir auf den Spielplatz gehen. MIR fehlte dafür nur die Energie, ich fuhr Minimalbespaßungsprogramm - und da wäre Carl auch vor Petras Zeiten ausgeflippt.

So weit meine Analyse der anfänglichen Probleme.

Seit einigen Tagen haben wir jetzt eine neue Dimension ;-)

Er ist jetzt definitiv eifersüchtig. Zwar immer noch lieb zu seiner Schwester, aber es fallen ab und zu so Sätze wie: „Nein, Petra soll nicht kommen! Lass sie hier“. Er braucht regelmäßig Kuschelpausen mit mir, will einfach nur auf meinem Schoß sitzen und den Kopf an meine Schulter lehnen. Wacht immer wieder mal weinend auf in der Nacht.

Gestern saß er im Wohnzimmer auf dem Boden mit einem Spielzeugfrosch und erzählte ihm: „Wir wollen dich hier nicht. Weißt du, du bist zu groß für unser Haus (der Frosch ist total klein!!!). Wir wollen hier nur Kleine!“ ?!?!?! Wie kommt er auf so einen Schrott????

Mal schauen, was daraus noch wird...

Molly

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.