Das Leben mit vier Kindern

Es fing eigentlich harmlos an. Gabi (10j.) wollte nicht aufstehen und ich musste den ganzen Morgen (mit hungrigem Felix (2,5j.)  im Schlepptau) hinter ihr her sein, damit sie rechtzeitig aus dem Haus kommt und den richtigen Bus nicht verpasst.

Dann musste ich Maxim (4j) für den Kiga fertig machen, das Frühstück für uns alle zubereiten; nach dem Frühstück Felix ablenken, weil er sonst nur noch los fahren wollte um Maxim aus dem Kiga und Gabi aus der Schule abzuholen.
Beim Nörgeln hat er mir so zwischendurch die Glasscheibe in der Eingangstür bespuckt, die ich heute morgen im Vorbeigehen geputzt hatte. Macht nichts noch mal geputzt... Den Vormittag verbrachte ich damit, dass ich versuchte unser Schlafzimmer endlich mal aufzuräumen und dabei Felix und Vanessa (5 Mon.) zu bespaßen. Das endete in einem Schreianfall bei Felix, weil ich ihn vom Bett gescheucht hatte und Vanessa aber zum Wickeln darauf durfte.
Irgendwie war die Zeit doch schnell um und wir konnten Maxim abholen. Felix ist in Vanessas (!!!) Strumpfhose aus dem Haus gegangen, er weigerte sich partout sie auszuziehen und schrie. Ok, das wurde von mir akzeptiert, um nur bloß die Nerven nicht zu verlieren. Als wir dann wieder zu Hause waren, hat er sie selbst ausgezogen.

Nach dem Essen und Mittagsschlaf schien alles gut zu laufen bis zum nächsten Nervenkiller: Felix wurde heute zum zweiten Mal in diesem Sommer von einer Wespe gestochen. Der Arme tat mir so leid, er hat zuerst fast gar nicht geweint, aber als ich ihm den Stachel raus gezogen hatte, fing er an ganz laut und schrill zu schreien. Hab ihm sofort eine Zwiebel auf die Stelle gelegt und musste ihn dann tragen und dabei die Zwiebel darauf halten (er wurde hinten über dem rechten Knie gestochen).
Dann fing noch Vanessa an zu schreien und so tigerte ich heute mit beiden Kindern auf dem Arm durch das Wohnzimmer. Beide schrieen sehr, sehr laut und ich dachte, ich werde langsam aber sicher verrückt. Dann ist mir Vanessa fast rausgerutscht und so saßen wir dann noch eine Stunde auf dem Sofa: Vanessa an der Brust mit einem meiner Zöpfe in der Hand und Felix an der Seite mit dem anderen Zopf.

Vanessa war heute auch den ganzen Tag ungewöhnlich anhänglich und zappelig, wollte ständig stillen, ist mir aber jedes Mal nach ein paar Schlückchen fast aus dem Arm gesprungen. Die Arme hatte Bauchschmerzen, weil sie groß musste, es aber nicht konnte. Warum weiß ich nicht, aber nachdem sie endlich gekäckert hatte, wurde sie sofort ruhiger und ist dann für fast zwei Stunden eingeschlafen.

Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber ich brauchte heute eine Stunde, um im Wohnzimmer den Boden zu wischen, weil ich ständig unterbrochen wurde, der eine wollte trinken, der andere pinkeln, dann umgekehrt und dann wollten alle Kekse und dann musste ich den Ball vom Carport holen und dann einen kleinen Streit schlichten, dann mit Felix und seinem Freund schimpfen, weil sie schon wieder mein Blumenbeet umgraben wollten, hab Maxim getröstet, weil ihn der Nachbarshund erschreckt hatte undundund.

Dann kam die Abendessenzeit. Die Kinder waren lange draußen, sollten Hunger haben, denkt man.
Ja, den hatten sie, wollte aber nicht rein gehen, schlappe 15 Minuten vergingen, bis sie alle drei drin waren! Juhu!!! Noch 15 Minuten vergingen, bis feststand, wer was wirklich essen will (ich wollte meine Nerven schonen und habe deshalb den Kindern freie Wahl gegeben, hätte ich doch lieber etwas zubereitet). Nur nicht aufregen, dachte ich und sah gelassen, wie Felix seinen Joghurt in den Saft rührte und den Käse in die Mischung tauchte, hörte zu, wie Maxim sein Schimpfwörterlexikon demonstrierte undundund.

Dass Vanessa dabei mir mein Brot aus der Hand schlug und ein bisschen das Auge zerkratzte machte auch nichts. Bloß nicht aufregen...

Der Gipfel kam nach dem Essen, als sie nach oben gehen sollten, um Zähne zu putzen. Sie hatten natürlich was viel Wichtigeres zu tun: Autos spielen und dazu eine passende Garage aus Lego bauen. Ist ja klar, das macht ja auch nur dann Spaß, wenn man eigentlich etwas ganz anderes machen muss. Ich sagte ruhig und sehr höflich, dass sie jetzt das Spielen bitte lassen und nach oben gehen sollen - Ich sagte das einmal, zweimal, dreimal; nach dem siebten oder achten Mal konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und drohte damit, dass ich heute nicht vorlesen werde. Laaaaaangsaaaaaam wurden Spielsachen aufgeräumt, es ging nach oben, Zähne wurden geputzt, Hände und Füße gewaschen. Die Jungs lagen im Bett und dann stellte sich raus, dass Gabi noch nicht mal ihre Sachen für morgen eingepackt hat. Was sage ich eingepackt, sie hat nicht mal daran gedacht und hätte ich sie nicht gefragt.... Es wurde halb neun.

Um 20.40 Uhr machte ich Vanessa bettfertig, Gabi packte die Tasche, im Kinderzimmer wurde es lauter, dann noch lauter und dann ganz laut. Sie haben eigentlich nichts besonderes gemacht, Maxim und Felix, nur ein bisschen gefochten und sich ein bisschen weh getan und deswegen einander angeschrieen. So wie es öfters passiert, aber ich war jetzt fertig. Fix und fertig.
Ich habe heute nicht vorgelesen und hatte gar kein schlechtes Gewissen dabei. Sie sind alleine eingeschlafen, um viertel nach neun ungefähr.

Mein Tag ist gelaufen,ich bin todmüde, habe im Haushalt fast nichts erledigt und jetzt beim Schreiben musste ich doch ab und zu lachen.

Margarita

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