Brisch, Karl H.: Bindungsstörungen

Klett-Cotta, Nachdruck (2003)
ISBN-10: 3608941843
ISBN-13: 978-3608941845
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Dieses Werk ist gegliedert in folgende fünf Teile: Bindungstheorie, Konzept der Bindungsstörungen, Bindungstherapie, Behandlungsbeispiele aus der klinischen Praxis und Prävention.
Der Autor gibt einen umfassenden Überblick über den theoretischen und praktischen Wissensstand von Bindungsstörungen und ihrer Therapie und geht dabei auch auf die unterschiedlichen Ansätze anderer psychotherapeutischer Schulen ein. Besonders ins Auge sticht, dass es keine neue rein theoretische Abhandlung ist, sondern den Behandlungsbeispielen der Bindungsstörungen der größte Teil gewidmet ist.

Es ist ausgesprochen spannend zu lesen und zu erkennen, welche Verhaltensweisen als Bindungsstörungen zu deuten sind, wie sie behandelt werden können und in welchem Ausmaß sich Bindungsstörungen nicht nur auf das Verhalten von Kindern und Säuglingen auswirken, sondern das gesamte Leben eines Menschen beeinflussen und somit zu unterschiedlichsten Symptomen bzw. Krankheitsbildern im Erwachsenenalter führen können.

Brisch sieht im Konzept der Bindung für die psychotherapeutische Praxis zurecht das übergreifende Element, ist aber auch der Ansicht, dass andere Verfahren bzw. Sichtweisen (parallel) ihre Berechtigung haben und lässt vor allem die Rolle des Therapeuten, dem als Bindungsperson immense Bedeutung zukommt, nicht außer Acht.

Brisch spricht nicht nur von Therapie, sondern leitet aus dem bisherigen Erkenntnisstand auch präventive Maßnahmen ab. Die reichen von Feinfühligkeitstrainings für werdende Eltern über Aufklärungsarbeit im therapeutisch-pädagogischen Bereich (die auch spezielle Übergänge in Kindheit und Jugend beinhalten, wie z.b. den Kindergartenstart, der mit einer individuellen Eingewöhnung beginnen sollte) sowie Feinfühligkeits- und Empathieschulung in Kindergärten und Schulen, um Aggressionen eindämmen zu können, bis hin zu einer "Eignung" für pädagogische und therapeutische Berufe. Auch wenn dieser letzte Teil der kürzeste ist, ist es sicher einer der wichtigsten, weil damit Bindungsstörungen verhindert bzw. frühzeitig behandelt werden können.

Dieses Buch ist im deutschsprachigen Raum einzigartig, weil es nicht nur umfassend über Bindung sowie Bindungsstörungen informiert, sondern vor allem aus psychoanalytischer Sicht erstmalig und vor allem praxisnah und anschaulich Behandlung und Therapie beschreibt.
Ines Kopp, Dipl.-Päd., Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

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