Morris, Desmond: Babywatching. Die Körpersprache der Babys

Was dir dein Baby sagen will.
Heyne (Juni 1998)
ISBN-10: 3453141288
ISBN-13: 978-3453141285
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Bewertung: 4 von 5 Raben

Sowohl Titel, als auch Verlag lassen bei mir alle Alarmglocken läuten. In diesem Fall zu Unrecht. Der Autor Desmond Morris, 1928 in England geboren, ist Zoologe und Verhaltensforscher.
Sein Blickwinkel ist interessant, weil er immer wieder die Parallele zieht zu unseren biologischen Verwandten, den Säugetieren. Gleich das Anfangskapitel - Wie kommen Babys auf die Welt? - gibt einen Überblick, wie Babys in der sogenannten Urgesellschaft früher und heute noch in den sog. Naturvölkern zur Welt kamen und kommen. Der Vergleich zur heutigen modernen Welt zeigt, wie sehr sich die Umstände, unter denen Frauen gebären müssen, zum schlechteren entwickelt haben. Diese Einschätzung beinhaltet jedoch keine grundsätzliche Ablehnung der medizinischen Technik.
Hier einige Zitate, die mich besonders berührten.
"Welche Milch ist für das Baby am besten?" Morris sagt dazu: "Diese Frage würde ein Biologe niemals stellen."
Gesucht habe ich nach seiner Einstellung zum gemeinsamen Schlafen von Eltern und Kindern. Und gefunden habe ich dies: "Hauptsache im Arm von Mama J Nicht die Kuscheltiere sind unnatürlich, sondern die Angewohnheit, Kinder nachts alleine zu lassen."
Und wie steht er zum Verwöhnen? "Verzogen wird ein Baby durch zu viel Disziplin, nicht durch Verhätscheln."
Zum Schmunzeln, wenn es nicht so traurig wäre, auch seine Schlussfolgerung auf die Frage: Warum weinen Babys? Morris meint, weil sie mehr Grund dazu haben, als ihre biologischen Kollegen, die Affenkinder.

In den Kapiteln über das Stillen ist einiges zu kritisieren, z.B. behauptet Morris, dass kleinbrüstige Frauen im Durchschnitt mehr Milch hätten, als großbrüstige. Tja, Ammenmärchen lässt grüßen. Und, dass Stillen schneller wieder schlank machen würde, weil es kräftezehrender ist, als die Flasche zu geben, halte ich auch für ein Gerücht. Smile

Fazit:

Wer keine Lust hat, sich durch staubtrockene Sachbücher und -texte zu quälen, die zudem viel zu häufig eher die persönliche Weltanschauung des Autors/der Autorin wiedergeben, statt sich auf Fakten zu berufen, für den ist Babywatching eine informative und kurzweilige Lektüre, die sich angenehm vom zur Zeit vorherrschenden Trend abhebt, nämlich dem, sich bloß nicht von seinem kleinen Tyrannen die Butter vom Brot nehmen zu lassen.
Das Buch ist mit vielen, teilweise sehr schönen Fotos von Müttern und Kindern aus aller Welt illustriert. eulalie

Bewertung: 4 von 5 Raben

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