Weigert, Vivian: Das kleine Stillbuch

Kösel Taschenbuch (April 2005) 
ISBN-10: 3466344867
ISBN-13: 978-3466344864
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Bewertung: 3 von 5 Raben

"Das kleine Stillbuch" von Vivian Weigert will werdenden und jungen Müttern auf 176 Seiten übersichtlich und einfühlsam die wichtigsten Fragen rund um das Thema Stillen beantworten.

Die Autorin lehnt sich an die übliche Gliederung von Stillratgebern an: Zunächst wird auf die Bedeutung des Stillens eingegangen und es werden die Vorteile für Mutter und Kind dargelegt. Weiter werden Tipps für Schwangere zur Vorbereitung auf das Stillen gegeben. Im Folgenden beschäftigt sich die Autorin dann konkret mit praktischen Fragestellungen rund um das Stillen: Dem erste Stillen des Neugeborenen, der Brust in der Stillzeit, dem Stillen des älteren Babys, dem Thema Beikost und dem Umgang mit möglichen Stillproblemen. Im Anhang werden interessante Informationen zur Zusammensetzung der Muttermilch, stillverträglichen Medikamenten, Gesetzlichen Regelungen, Literatur und nützlichen Adressen zum Stillen aufgelistet.

Ich finde das Buch nett und - im Vergleich zu vielen anderen mir bekannten Stillratgebern - optimistisch geschrieben. Grundtenor: Stillen ist nicht schwer! Viele interessante Sachverhalte in "Informationskästen" lockern den Text zusätzlich auf.

In Teilen macht das Buch jedoch einen etwas unstrukturierten Eindruck. Informationen, die ich an bestimmten Stellen erwartet hätte, werden dort nicht vermittelt sondern bestenfalls in anderen Kapiteln. So wird beispielsweise auf die mögliche Gefahr einer Saugverwirrung bei der Muttermilchgabe mit der Flasche nicht im Zusammenhang mit der Rückkehr der stillenden Mutter an den Arbeitsplatz hingewiesen, sondern erst im Kapitel "Mögliche Probleme". Es wird lediglich davor gewarnt, Babys die jünger sind als vier Wochen, Milch mit künstlichen Saugern zu geben.

An manchen Stellen wirkt das Buch auf mich ein wenig zaghaft bzw. uneindeutig. Die Autorin schränkt vieles von ihr Empfohlene wieder ein. Einschlafen an der Brust wird beispielsweise zunächst ausdrücklich befürwortet - allerdings wird im nächsten Absatz darauf hingewiesen, dies sei in den ersten drei Monaten normal und richtig. Ab dem 4. Monat soll das Baby allmählich lernen nach den Mahlzeiten einzuschlafen.

Viele meiner Meinung nach wichtige Informationen werden nur in halben Nebensätzen erwähnt. So wird das Thema Beikost sehr ausführlich (und klassisch, beginnend mit Karottenpürree nach 6 Monaten) behandelt. Erst ganz am Schluss des Kapitels findet sich der Satz, dass "gesunde Babys auch länger als sechs Monate ausschließlich gestillt werden können, ohne irgendeinen Mangel zu erleiden". Leider entsteht bei der Lektüre dieses Stillratgebers der Eindruck, dass sich Babys "normalerweise" mit 2 Jahren abgestillt haben.

Insgesamt bin ich gespalten, wie ich dieses Buch bewerten möchte: Vieles finde ich insbesondere für Erstlingsmütter wissenswert und gut vermittelt, jedoch fehlt mir insgesamt die einheitliche Linie. An einigen Stellen hätte die Autorin meiner Meinung nach ruhig deutlicher Position für das Stillen beziehen können, ohne damit potenzielle Kurzzeitstillerinnen abzuschrecken. Daher gebe ich diesem Buch 3 Raben.

Gundula

Bewertung: 3 von 5 Raben

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