Lüpold, Sibylle: Ich will bei euch schlafen

Ruhige Nächte für Eltern und Kinder, Stuttgart 2009 (Urania),
1. Auflage, 144 S.,
ISBN 978-3-7831-6164-9
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bewertung: 5 von 5 raben

 

Der Titel des Buches ist Programm. Die Autorin hält ein Plädoyer dafür, auch nachts die Bedürfnisse unserer Kinder ernst zu nehmen und ihnen die Nähe zu geben, die sie zum Aufbau einer sicheren Bindung benötigen.
Das Buch selbst gliedert sich in fünf Abschnitte.
Zunächst wird der kindliche Schlaf näher betrachtet.
Dann erläutert sie das Co-Sleeping genau (diesen Begriff zieht sie dem sonst auch geläufigen "Familienbett" vor, da auch Varianten wie Geschwisterbett und Beistellbett darunter fallen) und geht auch auf Einwände ein.
Wie Kinder in den Schlaf begleitet werden können und wann sie selbstständig werden, ist Thema des mittleren Kapitels.
Die letzten zwei Kapitel sind der kritischen Auseinandersetzung mit den bekannten Schlafprogrammen gewidmet, wobei im letzten Kapitel ausführlich Experten und Expertinnen zu Wort kommen. Der Anhang beschränkt sich auf ein Nachwort und eine Liste der verwendeten Literatur.

Sibylle Lüpold stellt das Kind und seine Grundbedürfnisse in den Mittelpunkt. Für den Aufbau einer sicheren Bindung - Hauptaufgabe der frühen Kindheit - sei es wichtig, diese schnell zu befriedigen.
Die Vorteile des Co-Sleeping werden ausführlich dargestellt:
- das Stillen klappe besser, die Stilldauer verlängert sich in der Regel, dadurch habe das Kind große gesundheitliche Vorteile;
- Berufstätige könnten so wichtigen Körperkontakt nachholen;
- und am wichtigsten: das Kind kann sich so sicher sein, dass auch in der Nacht sein Bedürfnis nach Nähe schnell erfüllt werden kann - ohne Schreien.
Vorurteile (wie z.B. dass die Partnerschaft leide unter dem Mangel an Sex) werden entkräftet.
Viele Tipps, wie das gemeinsame Schlafen sicher gestaltet werden kann oder auch die elterliche Zweisamkeit nicht zu sehr leidet, hält die Autorin bereit.

Wichtig ist der Autorin, starre Altersangaben zu vermeiden. Jede Familie, jedes Kind sei anders. Sie bestärkt die Eltern darin, einen eigenen Weg zu gehen und Patentrezepten zu misstrauen: Die negativen Auswirkungen der Schlafprogramme werden ausführlich erläutert.

Wichtig empfand ich auch die Expertenstatements am Ende des Buches. Auch hier stehen die langfristigen negativen Auswirkungen von Einschlafprogrammen im Vordergrund. Dass doch so viele Fachleute diese kritisch sehen, wird hoffentlich jene Eltern bestärken, die ihre Kinder mit schlechtem Gewissen bei sich schlafen lassen. Gerade diesen Eltern möchte ich das Buch ans Herz legen.
Auch optisch ist das Buch gut gestaltet: Das beginnt beim schönen Titelbild (Mutter, Kind und Teddy schlafen aneinander gekuschelt) und geht weiter über die übersichtliche Aufteilung der Seiten: Im breiten Rand sind wichtige Schlagwörter hervorgehoben, in farbig unterlegten Kästen finde sich besonders wichtige Hinweise.

Schade ist einzig, dass der Anhang so kurz ist. So fehlen Hinweise auf Internetseiten, Elternnetzwerke, Stillorganisationen ebenso wie ein Stichwortregister.

Trotz dieses kleinen Mankos gibt es von mir fünf Raben.

Astrid Ahlers

bewertung: 5 von 5 raben

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