Wild, Rebeca: Erziehung zum Sein

Mit Kindern wachsen Verlag
ISBN-10: 3924195226
ISBN-13: 978-3924195229
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Bewertung: 5 von 5 Raben

Rebeca Wild beschreibt in ihrem Buch die Entstehung der Pesta in Ecuador, einer aktiven Schule, in die sie und ihr Mann unter anderem Ideen von Montessori, Piaget und Freinet eingebaut haben.

Das erste Kapitel handelt davon, wie sie zusammen mit ihrem Mann in sein Heimatland Ecuador zieht, ihrer beruflichen Entwicklung, den Jahren mit ihrem ersten Sohn und ihrem Entschluss, für ihren zweiten Sohn einen Montessori-Kindergarten zu schaffen.

Mit vielen Geschichten aus dem Kindergartenalltag gespickt, beschreibt sie die Entstehung des Kindergartens sowie daran anknüpfend die Gründung der Primarschule. Im letzten Kapital, das erst den neuen Ausgaben angefügt wurde, nimmt sie Rückschau auf die Zeit seit der Erstveröffentlichung des Buches, in der zusätzlich noch eine Sekundarstufe sowie ein Projekt "Autodidaktische Universität" ins Leben gerufen wurden.

Das gesamte Buch ist ein Plädoyer für die Möglichkeiten, die in jedem Kind stecken, wenn man ihm die Zeit lässt, sich in seinem Tempo zu entwickeln. Gleichzeitig zeigt sie auf, dass es sich bei einer aktiven Schule nicht einfach um ein grenzenloses Alleinlassen der Kinder handelt. Sie beschreibt, wie sie durch Bereitstellen von Materialien und Aktivitäten, den Kindern Möglichkeiten aufzeigen. Diese Aktivitäten werden aber nur angeboten, ob und wann die Kinder sie annehmen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Rebeca Wild zu ihrer Schulform: "Der Hauptunterschied der aktiven Methode besteht darin, dass für uns das Hauptanliegen der Erziehung nicht darin besteht, wie man einem Individuum wissenswerte Inhalte möglichst schnell und schmerzlos einflössen kann. Uns geht es vor allem darum, wie Kinder und junge Menschen in eine sich schnell wandelnde Welt so hineinwachsen, dass ihr Sein und damit ihre Fähigkeiten zu einer positiven Anpassung an neue Lebensumstände durch den Erziehungsprozess nicht geschwächt, sondern vielmehr gestärkt wird. - Die aktive Schule setzt an die Stelle eines allgemein verbindlichen festen Lehrplans die systematische Pflege von erneuerungsfähigen Lernprozessen. Sie will vermeiden, in den Kindern die Illusion zu schaffen, dass Bildung etwas sei, das man in verschiedenen "Stufen" abschliessen kann, wodurch man es dann vorläufig "geschafft" hat."

In zwei Kapiteln erklärt sie, wie Kinder an einer aktiven Schule zum Lesen und Schreiben, respektive Rechnen Zugang finden. Auch ohne Zwang erlernen alle Kinder diese Fähigkeiten. Schrift und Zahlen sind derart in den Alltag eingebaut, dass es keinen Zwang braucht, damit sich die Kinder in ihrem Tempo damit beschäftigen.

Wichtig ist ihr auch, dass die Eltern eine aktive Rolle spielen. An der Pesta verpflichten sich alle Eltern, regelmässig an Sitzungen teilzunehmen und den Alltag der Kinder durch Besuche mitzuerleben.

Das Buch hat mich sehr berührt und ich wünsche mir auch für meine Kinder eine Schule, an der gelebt wird und nicht darauf gewartet, dass das Leben nach der Schule anfängt.

Erziehung zum Sein kann ich jedem empfehlen, der sich für alternative Schulformen interessiert.

Justine

Bewertung: 5 von 5 Raben

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