Steininger, Rita: Kinder lernen mit allen Sinnen

Klett-Cotta; Auflage: 1 (Februar 2005)
ISBN-10: 3608937552
ISBN-13: 978-3608937558
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Bewertung: 4 von 5 Raben

Wahrnehmung im Alltag fördern

In ihrem knapp 200 Seiten starken Werk richtet sich die Autorin vor allem an Eltern und Erzieher. Es hilft  ihnen zu erkennen, ob und in welchen Bereichen Kinder Probleme mit der Wahrnehmung haben und wie sie diese Kinder fördern können. Der einzige Minuspunkt, den dieses Buch von mir bekommt, betrifft die etwas schwierige Fachsprache am Anfang des Buches. Die Autorin erklärt dabei Begriffe, die wichtig sind, um zu verstehen wie unsere Sinnesorgane funktionieren und wo Probleme auftreten könnten.

Und obwohl der Anfang für mich so schwer zu lesen war, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Regelrecht faszinierend fand ich das Kapitel "Die Perspektive wechseln". Darin schlägt Frau Steininger vor, sich anhand der einfachsten Mittel in die Lage eines Kindes zu versetzen, das gewisse Wahrnehmungsstörungen hat. Es war für mich sehr aufschlussreich, einiges auszuprobieren und es hilft mir in bestimmten Situationen, angemessener zu reagieren (auch wenn unsere Kinder keine Wahrnehmungsstörungen haben).

Im Folgenden geht es im Buch mehr um die praktischen Dinge, zum Beispiel um die richtige Ausstattung des Kinderzimmers: Was brauchen Kinder auf jeden Fall, um sich wohler zu fühlen und worauf kann man getrost verzichten.

Aber am wichtigsten und interessantesten sind die Kapitel mit Übungen, die Kindern helfen, ihre Defizite nachzuholen. Beim Lesen war ich nicht nur ein Mal überrascht, wie leicht und einfach es ist, Kinder zu Hause selbst zu fördern. Bei den Spielen, die im Buch vorgestellt werden, kann meistens die ganze Familie mitmachen; Geschwister, ob klein oder groß, kommen dabei gar nicht zu kurz. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Kein Kind würde sich bei den beschriebenen Übungen "therapiert" fühlen. Denn es merkt ja nicht, dass gerade sein Gleichgewichtssinn "geschult" wird, wenn es auf einer Decke durch das Zimmer gezogen wird oder dass das Spielen mit Seifenfarben in der Badewanne etwas mit der Wahrnehmung seines Körpers zu tun hat. Eltern können aber nicht nur zu Hause etwas für ihre Kinder tun. Frau Steininger hat in ihrem Buch ein ganzes Kapitel den Spielen im Wald, auf dem Spielplatz oder am Strand gewidmet. Es ist sehr lesenswert, denn es ist nichts leichter, als Kinder draußen zum Forscher werden zu lassen. Ich finde, dass die Spiele und Übungen aus dem Buch nicht nur den Kindern mit Wahrnehmungsstörungen gut tun würden. Kinder werden auf spielerische Weise zum Bewegen, Nachdenken, Entdecken und Spaß haben "gezwungen". Natürlich ist es nicht immer einfach, das Kind zu etwas zu bewegen, was ihm nicht leicht fällt. Für solche Situationen hat die Autorin auch ein paar nützliche Ratschläge bereit.

Was ich auch ganz toll fand, ist das Kapitel mit den Tipps und Spielen für den Freundeskreis oder Kindergeburtstag. Es ist auch eine lange Liste sinnvoller Geschenke dabei.

Im abschließenden Kapitel werden sehr ausführlich Therapie- und Fördermöglichkeiten erläutert und wichtigen Adressen angegeben.

Ich bin sehr froh dieses Buch gelesen zu haben. Auch für meine Arbeit in unserer Krabbelgruppe oder als Tagesmutter fand ich es sehr hilfreich.
Ich gebe diesem Buch 4 Raben.
Margarita

Bewertung: 4 von 5 Raben

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