Zimmer, Renate: Schafft die Stühle ab!

Was Kinder durch Bewegung lernen.
1. Aufl. 2002, 160 Seiten, Herder
ISBN-10: 3-451-05228-8
ISBN-13: 978-3451052286
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Bewertung: 5 von 5 Raben

"Für eine gesunde Entwicklung brauchen Kinder unmittelbare Sinneserfahrungen. Die bekommen sie beim Rennen, Klettern, Springen, Toben - kurz, durch Bewegung" - so der Klappentext des 160 Seiten starken Buches "Schafft die Stühle ab!" von Renate Zimmer. Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch eine Fotowand, auf der die Krankengymnastin meines Sohnes Beispiele für eine Bewegungslandschaft fotografiert hatte - mit dem Hinweis, dass die Beispiele eben diesem Buch entnommen seien. Die Fotos sahen nach viel Spaß und guter Laune dreckiger glücklicher Kindern aus - und so las ich das Buch zum Foto.

Die Autorin beschreibt in einer sehr anschaulichen und gut zu lesenden Weise, warum Bewegung und Wahrnehmung für die kindliche Entwicklung so extrem wichtig sind und wie man als Eltern im normalen Alltag die notwendigen Frei-Räume zum Weltentdecken durch Toben und Spielen schaffen kann. Die Großen schaffen dabei die Rahmenbedingungen, in denen die Kinder sich ihre Erlebniswelten selber schaffen können und müssen.

In den ersten Kapiteln des Buches wird zunächst eine Bestandsaufnahme "Leben in einer Sitzgesellschaft" gemacht und die Stationen der kindlichen Bewegungsentwicklung beschrieben. Dem "Fallen" wird dabei ein eigenes Kapitel gewidmet, ebenso den Themen Pfützen und Hyperaktivität.

Das Buch schafft Verständnis dafür, Kinder in ihrem Bewegungsdrang zu akzeptieren, zu verstehen, warum es für die kindliche Entwicklung so unheimlich wichtig ist, in jede Pfütze zu springen, sich beim Spielen komplett und total einzusauen, jeden Fitzel Müll behalten zu wollen - und eben auch, mal unbeobachtet spielen zu können. Es gibt ebenfalls Anregungen, wie eine kindgerechte, bespielbare Wohnung geschaffen werden kann und begründet stichhaltig, warum dies wichtig ist.

Das Buch lenkt den Blick oft zurück in eine Kinderperspektive, beim Lesen kam bei mir oft die Erinnerung zurück, wie es sich anfühlt, ein Kind zu sein. Dabei helfen die Fallbeispiele, die mir als Mutter nicht aufgesetzt erschienen, sondern eher einen Spiegel vorhielten und zum Nachdenken anregten.

Die Spielanregungen waren mir zum großen Teil noch aus meiner Kindheit präsent, geben aber auch schöne Anregungen für Kindergeburtstage etc. Laute Tobespiele werden ebenso beschrieben wie Entspannungsspiele, Spiele für Kinder, für die ganze Familie und sogar für Straßenfeste. Ich persönlich fand den "theoretischen Teil" allerdings wesentlich interessanter und hilfreicher.

Abschließend geht die Autorin auf das Thema "Sport" ein, beschreibt und gibt Tipps, welche Sportarten ab welchem Alter angemessen sind. Sie betont dabei, dass es weniger auf die Sportart an sich ankommt, sondern mehr auf den Spaßfaktor, der ja oft von ganz anderen, nicht pauschalisierbaren Faktoren determiniert wird: den Trainern, der Gruppenzusammensetzung, anderen Rahmenbedingungen eben.

Ich habe dieses Buch gerne gelesen und gebe ihm 5 Raben.
Gundula

Bewertung: 5 von 5 Raben

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