Feibel, Thomas: Killerspiele im Kinderzimmer

Walter-Verlag, 2004
180 Seiten
ISBN-10: 3530401668
ISBN-13: 978-3530401660
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Bewertung: 5 von 5 Raben

Thomas Feibel, der regelmässig neue Kinder- und Lernsoftware, Computer- und Konsolenspiele testet, hat nun zusätzlich zu seinen Ratgebern für Lernsoftware und Kindersoftware ein Buch zum Thema Computer und Gewalt herausgegeben: Killerspiele im Kinderzimmer.

Für viele Eltern ist das Thema Computerspiele Neuland. Feibel will mit seinem Buch den Eltern Mut machen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, um informiert Entscheidungen treffen zu können.

Dabei holt er weit aus. Als Einführung zeichnet er ein Bild der Gewalt in unserem Alltag (Zeitungen, Bücher, Film, Nachrichten etc) und stellt die Frage, warum wir uns bei all diesen Gewaltdarstellungen ausgerechnet über die die Computerspiele so aufregen.

Was und wann sollen Kinder heute noch spielen? Und welche Rolle spielt der Computer in der Kindheit und Jugend? Diesen Fragen geht Feibel in den beiden nächsten Kapiteln nach.

Einen beträchtlichen Teil des Buches widmet er einem Überblick über die verschiedenen Spielegattungen (Jump'n Run, Renn- und Sportspiele, Simulationsspiele, Strategiespiele etc), daran schliesst ein kurzer Abschnitt über die Vorteile von Konsolen (Gameboy, Cube, Playstation, Xbox) gegenüber dem Computer an.

Im letzten Teil des Buches geht es um Fantasie, Wirklichkeit und Scheinwelten und die Frage wie sich Gewaltspiele auf die Kinder auswirken. Feibel führt im Kapitel "Die Wissenschaft hat festgestellt..." verschiedene Theorien auf, deren Resultate widersprüchlich sind und stellt fest: "Jedes Kind ist anders, jede Kindheit ist anders, jede Sozialisation ist anders, jedes Spiel ist anders - und je nach dem geistigen und seelischen Zustand des Kindes oder Jugendlichen, so wirken auch die Spiele."

Als Abschluss bietet er dann noch einen Überblick über die Schutzmassnahmen für Kinder und Jugendliche. Er erklärt die Begriffe FSK und USK, mit denen Filme und Videospiele gekennzeichnet werden und was es bedeutet, wenn Spiele indiziert oder beschlagnahmt werden.

Feibel gelingt es auf 180 Seiten das Thema umfassend und emotionslos darzustellen. Es ist kein Ratgeber in dem Sinne, dass bestimmte Spiele empfohlen oder abgelehnt werden, sondern gibt dem Leser die Möglichkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Im Schlusswort "Was sollen wir denn jetzt machen?" schreibt er dazu: "Wir dürfen uns nicht vom Genre des Computerspiels verunsichern lassen, sondern sollten, wie auch in allen anderen Bereichen der Erziehung, mehr denn je Werte vermitteln, Vorbild sein und die Kinder stark machen. Dazu gehört auch, den eigenen Umgang mit Gewalt in den Medien kritisch zu überprüfen. Das Gespräch mit Kindern zum Thema Gewalt sollte sich nicht allein auf Computerspiele beschränken, sondern auf alle Medien gleichermassen."

Justine

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