Ennulat, Gertrud: Wenn Kinder lügen

Klett-Cotta; Auflage: 1 (Februar 2006)
ISBN-10: 3608941576
ISBN-13: 978-3608941579
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Bewertung: 3 von 5 Raben

In einem der ersten Kapitel widmet sich die Autorin der "Entwicklung des kindlichen Denkens". Vom magischen Denken, in dem auch Gegenstände ein Eigenleben haben, hin zum konkreten operationalen Denken, in dem Realität und Fantasie getrennt werden.

Daran anschliessend geht sie auf "Fantasiegefährten" ein, die bevorzugt im klassischen Kindergartenalter auftauchen.

Im Mittelpunkt des grössten Kapitels "Lügenalltag" stehen die verschiedenen Ausdrucksformen der Lüge und mögliche Gründe der Kinder, sie zu nutzen. Damit einhergehend behandelt sie die Frage, ob eine Lüge bestraft werden muss. Ihrer Ansicht nach ist es wichtig, dem Kind durch Strafen die Konsequenz seines Handelns vor Augen zu führen. Die von ihr angeführten Beispiele im Kapitel Anregungen für Belohnung und Bestrafung empfinde ich als sehr negativ. Sanktionen wie Kürzung des Taschengelds, Aufschub einer Anschaffung oder Ausschluss von einer geplanten Aktivität als Strafe für eine Lüge, finde ich nicht akzeptabel. Dies ist aber das einzige Kapitel, in dem ich ihre Haltung nicht nachvollziehen kann.

Im Kapitel "Spielerischer Umgang mit Lüge und Wahrheit" gibt sie Tipps, wie man mit den Kindern das Thema auf entspannte Weise besprechen kann; z.B. durch die Gestalt des Lügenfresserchens oder das bewusste Erzählen von Lügengeschichten.

Unter "Störungen im Besitzverhalten" beschreibt sie wie Lüge und Diebstahl verknüpft sind und aus welchen Gründen Kinder stehlen.

Als Abschluss nimmt sie dann in "Erziehung zur Wahrhaftigkeit" die Eltern in die Pflicht. Sie ruft in Erinnerung, dass gerade das gelebte Vorbild der Eltern die Kinder prägt. Wie steht es mit unserer eigenen Ehrlichkeit - bzw. Notlügen, Höflichkeitslügen, Ausreden. Wie gehen wir damit um und wie erklären wir dies unseren Kindern.

Das Buch ist mit mit 140 Taschenbuchseiten sehr knapp gehalten, trotzdem gut verständlich und mit vielen Beispielen aus der Praxis versehen.

Ich finde das Buch lesenswert, vergebe aber wegen des Kapitels über Strafen nur 3 Raben.
Justine

Bewertung: 3 von 5 Raben

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