Zimmer. Katharina: Widerstandsfähig und selbstbewusst. Kinder stark machen fürs Leben

Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2005)
ISBN-10: 3423342250
ISBN-13: 978-3423342254
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Bewertung: 4 von 5 Raben

Bis vor kurzem war mir die Autorin völlig unbekannt, und so kann ich auch nur über dieses eine Buch berichten. Inhaltlich bin ich sehr begeistert. Katharina Zimmer plädiert dafür, Kinder nicht nur nach dem, so nennt sie es, "Defizit-Modell" zu behandeln, also den Fokus nicht nur auf die vermeintlichen Schwächen der Kinder zu richten (isst nicht, schläft nicht ein oder durch, macht viele Rechtschreibfehler usw.), sondern vielmehr auf die Stärken. Das Beseitigen der "Probleme" ist ihrer Ansicht nach oftmals nicht mehr als ein unbeholfener Versuch, sich nur der Symptome für eine tieferliegende Schwierigkeit zu entledigen. Ein Zitat, das mir gut gefallen hat:

"Kein Kind, kein Mensch ist die Summe seiner Defizite, ebenso wenig wie er die Summe seiner Fähigkeiten ist. Man kann einen Menschen nicht auf seine Effizienz reduzieren."

Sie entwirft ein Bild vom starken und widerstandsfähigen Kind, und nennt die zentrale Eigenschaft, die sie meint, nämlich flexible Widerstandsfähigkeit in einer sich wandelnden Welt, Resilienz. Darunter fasst sie verschiedene Merkmale zusammen, wie z.B. positive Erwartungen in sich und die Welt, Stärke und Zutrauen in schwierigen Situationen, Setzen von realistischen Zielen, kooperatives Verhalten, realistisches Selbstbild mit allen Stärken und Schwächen usw.

Weiter erläutert Katharina Zimmer die Bedeutung des ersten Kennenlernens von Eltern und Kind, sowie die Bedeutung von Empathie seitens der Eltern, von guter Kommunikation und ruft dazu auf, das Kind so zu akzeptieren wie es ist.

Gegen das, was sie schreibt, ist meiner Meinung nach gar nichts zu sagen, im Gegenteil. Es ist eine schöne Zusammenfassung von dem, was ich selber oft dachte, aber nicht so konkret fassen konnte. Allerdings ist das Buch kein konkreter Erziehungsratgeber, will es auch nicht sein. Wer danach sucht, ist sicher nicht gut bedient.

Leider scheint die Autorin Angst davor zu haben, die Leser zu überfrachten, denn für meinen Geschmack hätte sich das alles genauso gut in weniger als knapp 200 Seiten sagen lassen. Lieber wäre mir aber noch mehr Inhalt bei gleicher Seitenzahl gewesen.
Fazit: Gutes Buch, dass man sich aber eher leihen als kaufen sollte. Daher auch "nur" vier von fünf Raben.
Bianca

Bewertung: 4 von 5 Raben

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