Als Berufstätige kann ich nicht (mehr) stillen

Das ist zum Glück nicht richtig. Für die Mehrzahl der Frauen weltweit ist die Vereinbarkeit  von Stillen und Erwerbsarbeit normal, in Deutschland sind die Bedingungen dafür sehr komfortabel.

Hier gilt auch für stillende Mütter das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Es sieht Stillpausen von zweimal 30 Minuten oder einmal einer Stunde vor, die während der regulären Arbeitszeit genommen werden und nicht vom Lohn abgezogen werden dürfen. Sie dürfen auch mit der Mittagspause kombiniert werden. Beträgt die Arbeitszeit mehr als acht Stunden am Stück, erhöht sich die Zeit der Stillpausen auf zweimal 45 Minuten oder, wenn keine Stillmöglichkeit vor Ort besteht, einmal 90 Minuten. Auch Selbständige sollten auf ausreichende Pausenzeiten achten.

In dieser Zeit kann die Mutter sich das Kind zum Stillen bringen lassen, zum Kind gehen, um zu stillen, oder Milch abpumpen, die dem Kind dann nach Bedarf gefüttert wird. Dann sind eine gute Pumpe und eine Kühlmöglichkeit notwendig. Muttermilch hält sich im Kühlschrank (nicht in der Tür!) zwei Tage, tiefgefroren mehrere Monate.

Es ist sinnvoll, einige Wochen vor dem geplanten Arbeitsbeginn anzufangen, Milch abzupumpen oder auszustreichen und einzufrieren, um einen Vorrat zu haben, falls es einmal beim Abpumpen während der Arbeitszeit Schwierigkeiten gibt.

Damit der Milchfluss trotz der getakteten Stillpausen während der Arbeitszeit nicht zurückgeht, ist gemeinsames nächtliches Schlafen von Mutter und Kind vorteilhaft, denn häufigeres nächtliches Stillen regt die Milchbildung an. (Außerdem können Mutter und Kind so nachts gut Nähe tanken.)

Langzeitstillen und Berufstätigkeit sind erst recht kein Problem, die Stillzeiten lassen sich dann einfach in Freizeit legen.

Zum Weiterlesen: Berufstätigkeit der stillenden Mutter - praktische Aspekte

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