Spätestens mit der Geburt eines neuen Babys muss das ältere Kind abgestillt werden

tandemstillenWieso eigentlich? Darüber haben die meisten Menschen in Westeuropa wahrscheinlich noch nie nachgedacht. Vermutlich kommt dieser Gedanke daher, dass man das einfach nicht kennt: Tandemstillen. Deshalb hier jetzt schwarz auf weiß: Eine Frau kann zwei Kinder unterschiedlichen Alters gleichzeitig stillen. Dazu gibt es folgendes zu wissen:

Im Laufe einer Schwangerschaft verändert die Milch ihre Zusammensetzung, evtl. wird auch die Milchmenge geringer oder es fließt gar keine Milch mehr. Wenn das passiert, kann man das Kind entweder einfach so nuckeln lassen oder aber, wenn das als unangenehm oder schmerzhaft empfunden wird, vorübergehend abstillen. Manche Kinder mögen auch den veränderten Geschmack nicht und lehnen von selbst das Stillen ab. Aber sehr oft ist es möglich, einfach die gesamte Schwangerschaft hindurch zu stillen.

Sobald das Baby auf der Welt ist, wird wieder Kolostrum gebildet. Zwischendurch abgestillte Kinder können, falls sie die Technik noch beherrschen, wieder mit dem Stillen beginnen. Mitunter können sie der Mutter dadurch beim Milcheinschuss helfen, die Milchmenge zu regulieren, schmerzhafte Staus können "abgetrunken" werden, solange das Baby noch nicht die Menge durch seinen Bedarf bestimmt. Mütter, die ihre Kinder tandem-gestillt haben, berichten auch davon, dass das ältere Kind das jüngere durch das Tandemstillen leichter akzeptieren konnte. Eifersucht, die häufig vor allem während des Stillens gezeigt wird, kann mit gleichzeitigem Stillen begegnet werden. Dass das ältere Kind dem jüngeren die Milch wegtrinkt, braucht man nicht zu befürchten, wenn man darauf achtet, dass das Baby genug nasse Windeln produziert und an Gewicht zulegt. Unter Umständen empfiehlt es sich jedoch, erst das Baby zu stillen und danach das ältere Kind. Manche Mütter emmpfinden es prinzipiell als angenehmer, die Kinder nacheinander zu stillen, das hängt auch vom Temperament der Kinder und der jeweiligen Familienkonstellation ab. Stillberaterinnen helfen gerne dabei weiter, geeignete Strategien zu entwickeln.

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