Stillen verhindert eine gute Beziehung zwischen Vater und Kind.

Nein, das ist ein Ammenmärchen. Alle Kinder erleben Phasen, in denen sie ein Elternteil gegenüber dem anderen bevorzugen. Häufig hängen diese Phasen mit der Verfügbarkeit des jeweiligen Elternteils ab und von dessen aktueller Fähigkeit, sich auf das Kind einzulassen. Wenn der Vater deutlich weniger Zeit mit dem Kind verbringt als die Mutter, orientiert sich das Kind sehr wahrscheinlich mehr zur Mutter hin. Es würde sich auch nicht stärker zum Vater hin orientieren, wenn die Mutter Fläschchen geben würde.
Denn auch Kinder, die abwechselnd von Vater und Mutter Nahrung über Fläschchen erhalten, bevorzugen die Person, die mehr Zeit mit ihnen verbringt. Das gilt vor allem, wenn sie in die Fremdelphase kommen oder ein anderer Entwicklungsschritt ansteht. Und selbst wenn beide Elternteile ähnlich präsent sind, bevorzugen viele Kinder mal den Vater, mal die Mutter.
Kinder sind fähig, von Anfang an zu mehr als einer Bezugsperson eine stabile Bindung aufzubauen. Die Erfahrung der stabilen Bindung zur Mutter, die durch das Stillen sehr unterstützt werden kann, fördert diese Fähigkeit sogar. Stillen unterbindet dehalb nicht eine gute Beziehung zum Vater!
Gute Beziehungen wollen gepflegt werden und es gibt außer bei der Nahrungsaufnahme unzählige Möglichkeiten, dies zu tun: Das Kind wird ja nicht nur gestillt. Es wird im besten Fall von beiden Elternteilen ins Leben begleitet - getragen, gekuschelt, gebadet, gewickelt, mit ihm wird erzählt, gespielt und gelacht - tolle Gelegenheiten, bei denen der Vater eine gute Beziehung zum Kind aufbauen kann. Und ganz nebenbei: Stillen ist das Beste für die Gesundheit von Kind und Mutter - auch das ist ein Grund, warum Väter das Stillen unterstützen sollten.

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen Ok