Ein Baby muss nach jeder Mahlzeit ein Bäuerchen machen

Achtung, das ist nur zum Teil ein Ammenmärchen. Das Ammenmärchen daran ist, dass das Baby nach der Milchmahlzeit um jeden Preis ein Bäuerchen machen müsse, selbst wenn es dafür geweckt werden müsste, wenn es beim Stillen eingeschlafen ist. Zwanzig Minuten den Rücken klopfen für ein Bäuerchen, das nie kommt, obwohl das Baby zufrieden ist, muss wirklich nicht sein.

Wenn das Baby nach der Milchmahlzeit im Liegen zufrieden ist und keine Reflux-Problematik vorliegt, braucht es kein Bäuerchen zu machen.
Es aufstoßen zu lassen kann aber helfen, ein schläfriges Baby wachzuhalten und es so zur weiteren Milchaufnahme anzuregen. Zusätzlich wird durch die entwichene Luft im Bauch mehr Platz frei für Milch.
Empfehlenswert ist ein Bäuerchen auch bei Babys, die z.B. durch starkem Milchfluss bei der Mutter oder gieriges, schnelles Trinken viel Luft mitschlucken, weil die Luft sonst zu Unwohlsein, auch "Koliken" genannt, führen kann.
Durchaus notwendig ist das Bäuerchen bei Speihkindern, denn ohne Bäuerchen spucken sie noch mehr von der letzten Mahlzeit wieder aus als ohnehin schon. Wenn das Kind beim Stillen eingeschlafen ist, muss es deswegen aber nicht geweckt werden.
Bei Babys, die mit Reflux zu kämpfen haben, ist ein Bäuerchen nach der Mahlzeit nicht nur empfehlenswert, sondern ausdrücklich anzuraten, da überschüssige Luft im Bauch den Reflux verstärken kann.

Siehe dazu auch die Bücher in unserer Bibliothek: Stillen. Rat und praktische Hilfen für alle Phasen der Stillzeit und Die ersten Wochen mit dem Baby

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