Wenn das zweite Kind kommt, ändert sich an der Liebe zum erstgeborenen Kind nichts.

Es ist wohl eines der am stärksten tabuisierten Dinge rund ums Kinderkriegen, dass nach der Geburt des Geschwisterchens die Liebe zum erstgeborenen Kind durchaus geringer erscheinen kann. Besonders Mütter sind auf die Pflege des hilflosesten Kindes eingestellt, und neben dem Baby wirkt das ältere Kind auf einmal schlagartig groß. Es ist normal, dass Müttern ihr erstgeborenes Kind fremd, störend, nicht liebenswert erscheinen kann, wenn sie das nächste Baby bekommen haben. Es macht nur Schuldgefühle, wenn dann rundum gesagt wird, dass natürlich nur die Liebe größer wird und Mütter problemlos sofort alle Kinder gleich lieben. Nein, wie alles, was mit Kindern zu tun hat, ist auch dies ein Prozess und braucht Zeit. Alle Familienmitglieder müssen sich erst wieder organisieren und neu zueinander finden. Dazu gehört auch, in der veränderten Beziehung zum erstgeborenen Kind die Liebe wieder zu entdecken.

Es hilft, dabei nachsichtig mit sich selbst zu sein: Es ist okay, dass es Zeit braucht, sich als Mutter eines größeren Kindes und eines Babys zurecht zu finden. Ebenso hilft es, sich schon im Vorfeld oder eben akut Hilfe und Unterstützung zu organisieren, gerade auch für das ältere Kind - oder zum Herumtragen des satten Babys, um Zeit für das erstgeborene Kind zu haben. Zeit, Geduld und Vertrauen helfen allermeistens, und nach einigen Wochen oder Monaten wird die Familie sich gefunden haben.

 

 

 

Weitere Informationen

Diese Website verwendet Cookies, um Ihren Besuch möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die weitere Nutzung stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen Ok