Hin und wieder ein Klaps schadet doch nicht!

Schon mal diesen Satz gehört? Krampft sich da das Herz zusamen? Wenn ja, dann kann man da ruhig darauf vertrauen. Schläge als Erziehungsinstrument sind immer sinnlos und falsch und jemand, der als Kind nie geschlagen wurde, spürt das intuitiv.

Kinder lieben ihre Eltern und sind von ihnen abhängig, deshalb kann ein geschlagenes Kind nicht lernen, dass Schläge seine Integrität verletzen. Ihm wird möglicherweise gesagt, dass Schläge gut sind, nur zu seinem Besten und dass es selbst schlecht ist. Aber Kinder erleben durch Schläge Schmerzen durch geliebte Menschen, sie erleben Unsicherheit und Angst. Sie sind abhängig von den so sehr überlegenen Erwachsenen und geben sich selbst die Schuld daran, dass ihre Eltern sie schlagen "müssen". Typischerweise sagen solche Menschen als Erwachsene "Ich hatte das verdient" oder "Ich habe es provoziert". Vielleicht sogar: "Mir hat es doch auch nicht geschadet", im schlimmsten Fall: "Ich brauchte das." Aber es sind die Erwachsenen, die die Verantwortung tragen, nicht die Kinder. Kinder wollen nicht geschlagen werden und alles, was sie durch Klapsen lernen ist, dass der Stärkere recht hat und das Gewalt legitim ist. Emotionales und soziales Lernen ist so nicht möglich.

Nun wird nicht jede Gewalterfahrung von Kindern direkt und in jedem Fall gravierende Langzeitfolgen haben, zum Glück. "Ein Klaps schadet doch nicht" darf dennoch nicht als Entlastung herangezogen werden, denn auch wenn nicht jeder Schlag nachhaltigen Schaden anrichtet, ist Gewalt gegenüber Kindern immer falsch. Und: Wer Gewalt als reguläres Erziehungsmittel erlebt hat, führt die erlebte Gewalt oft fort, gegen andere oder gegen sich selbst. Viele Erwachsene, die mit Schlägen erzogen worden sind, erziehen dann wieder ihre eigenen Kinder mit Schlägen oder empfehlen diese Erziehungsmethode anderen Eltern.
Wer man dagegen einen anderen Weg wählen möchte als seine Eltern, steht man vielleicht ohne Alternativen da, denn die Eltern haben einem nicht vorgelebt, wie man gewaltfrei erziehen kann. In kritischen Momenten bricht dann das erlernte Schema durch: Das Kind ist böse, die Eltern schlagen... Es passiert vielen Eltern, dass sie ihrem Kind gegenüber gewalttätig werden, obwohl sie es nicht wollen. Dann sind alle Beteiligten dringend darauf angewiesen, dass sie ihr Verhalten ändern und alternative, gewaltfreie Konfliktlösungen einüben. Auf keinen Fall dürfen sie dem Kind die Verantwortung dafür anlasten.

Der Erziehungsratschlag "Hin und wieder ein Klaps schadet doch nicht!" ist ein Aufruf zur Gewalt gegen Kinder. Wenn Dir das jemand rät, bitte befolge den Rat nicht. Alternativen findest Du z.B. im Buch "Starke Kinder brauchen starke Eltern" oder in unserem Forum.

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